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Elmshorner Nachrichten

26. Juni 2016 | 12:05 Uhr

Tornesch : Sex-Skandal im DRK-Kindergarten

vom

Tornesch: Fünfjährige Jungen nötigen Mädchen zu drastischen Spielchen

Tornesch | Entsetzte Eltern, bestürzte Erzieherinnen: Im DRK-Kindergarten in Torn esch ist es zu massiven sexuellen Übergriffen gekommen. Das bestätigte Kita-Leiterin Nadine Joswig. Die Täter: zwei fünf Jahre alte Jungen. Die Opfer: zwei vier und fünf Jahre alte Mädchen. Sie mussten orale Handlungen an den Jungen vornehmen und an sich vornehmen lassen. Die Jungen berührten die Mädchen im Intimbereich. "Ich bin schockiert", sagt die Kita-Leiterin. Sie spricht von Grenzüberschreitungen. Nach Auskunft betroffener Eltern haben die Mädchen sich zudem nackt ausziehen und aufs Gesicht der Jungen setzen müssen.

Zu den erzwungenen Sexspielen ist es im Gruppenraum, in den Kuschelhöhlen, gekommen - laut Aussage der Mädchen immer wieder. "Niemand hat etwas bemerkt", betont Joswig. Die 35-Jährige weist den Vorwurf einer Verletzung der Aufsichtspflicht zurück. Man könne die Jungen und Mädchen nicht rund um die Uhr kontrollieren.

Die Mutter eines betroffenen Mädchens spricht dagegen von "unhaltbaren Zuständen" in der Kita. Sie hat gegen die drei Erzieherinnen und die Kita-Leitung Strafanzeige gestellt - wegen Verletzung der Aufsichtspflicht. Die Kriminalpolizei ermittelt. Eine zweite Mutter berichtet, dass ihre Tochter zu den Sexspielen genötigt und während der Übergriffe sogar festgehalten wurde. "Das alles übersteigt meine Vorstellungskraft", sagt die Torn escherin.

Kindergartenleiterin Joswig hat nach Bekanntwerden der sexuellen Übergriffe die Kita-Aufsicht des Kreises informiert. Zudem wurde der Wendepunkt in Elmshorn, eine Beratungsstelle gegen Missbrauch von Kindern, in den Fall eingeschaltet.

DRK-Kreisgeschäftsführer Reinhold Kinle will von einem Skandal nichts wissen. "Diese Entwicklungsphase ist bei Kindern normal. Die Erwachsenen stilisieren solche Vorfälle erst durch ihre Fantasie hoch." Alles nur Doktorspielchen? Die Eltern der Opfer sind empört und wütend. Sie haben gefordert, dass die Jungen und Mädchen getrennt werden. Das ist nicht geschehen. Die Kuschelhöhlen wurden indes abgebaut.

Solche Übergriffe könnten zu massiven Verängstigungen und Vertrauensverlusten bei den Mädchen führen, wenn sie gegen ihren Willen geschehen sind. Das sagt der Experte Peer Briken, Direktor des Hamburger Instituts für Sexualforschung an der Uniklinik Eppendorf.

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erstellt am 07.Jun.2011 | 06:35 Uhr

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