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Elmshorner Nachrichten

05. Dezember 2016 | 05:34 Uhr

Schwarzarbeit: Immer weniger Kontrollen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

IG BAU Gewerkschaft fordert mehr als 3000 zusätzliche Stellen bei Zollfahndern

Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung, Verstoß gegen den Mindestlohn – die Palette der Aufgaben, die die Zollfahndung zu bewältigen haben, ist groß. Sie ist laut Industriegewerkschaft Bauen-Agar-Umwelt (IG Bau) in den vergangenen Jahren zudem ständig größer geworden. Das Dilemma: Die Zahl der Fahnder ist nicht annähernd im gleichen Maß gestiegen. Die Folge ist ein Rückgang der Kontrollen auf Baustellen. Aus Sicht der Gewerkschaft völlig inakzeptabel. Die IG bau fordert deshalb umgehend mehr als 3000 zusätzliche Stellen bei der Zollfahndung.

Im Hauptzollamt Itzehoe, das auch für den Kreis Pinneberg zuständig ist, wird der Rückgang der Kontrollen bestätigt. „Entscheidend für die Schwarzarbeitsbekämpfung ist aber nicht die Zahl der Prüfungen und Personenbefragungen, sondern vielmehr, in besonders von Schwarzarbeit betroffenen Bereichen zu prüfen und große Betrugsfälle aufzudecken“, so Petra Möller von der Stabsstelle Kommunikation.

„Im vergangenen Jahr ist auf den heimischen Baustellen viel zu wenig kontrolliert worden“, sagt Uwe Hahn von der IG Bau Holstein. Nach seinen Informationen hat die auch für den Kreis Pinneberg zuständige Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim Hauptzollamt Itzehoe 2015 insgesamt 260 Kontrollen auf Baustellen durchgeführt.
Ein Rückgang von 59 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
23 Bußgeldverfahren seien eingeleitet worden. Hahn beruft sich auf Zahlen des Bundesfinanzministeriums. Und auch die Statistik des Hauptzollamts Itzehoe spricht eine deutliche Sprache. 2014 gab es noch 1149 Kontrollen der FKS bei Arbeitgebern. 2015 waren es nur noch 683.

Verantwortlich für die zu geringe Zahl von Kontrollen ist nach Ansicht der Gewerkschaft ein „eklatanter Personalmangel“ beim Zoll. Im Interesse seriöser Baufirmen und ihrer Beschäftigten müssten die Zollfahnder dringend mehr Personalkapazitäten bekommen. „Wir brauchen mehr Kontrolleure, die auch im Kreis Pinneberg unterwegs sind“, so Hahn. Die Gewerkschaft fordert deshalb bundesweit gut 3000 zusätzliche Stellen. Seite 10

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erstellt am 02.Aug.2016 | 17:00 Uhr

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