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Elmshorner Nachrichten

06. Dezember 2016 | 17:05 Uhr

Schüler entwickeln Einkaufshilfe : Schüler aus Elmshorn erreichen das Zwischenfinale

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Sechs Oberstufenschüler der EBS schaffen es beim Wettbewerb „Jugend gründet“ als einzige Schleswig-Holsteiner ins Zwischenfinale.

Elmshorn | In Hemd und Krawatte steht Lukas Bock vorne am Smartboard und stellt das neue Produkt seines Unternehmens vor: „Das Smart Shopping Cart bietet die optimale Weiterentwicklung des Supermarktes, da es die Vorteile der Selbstbedienungs-Kassen mit hoher Sicherheit und hohem Komfort vereint“, erklärt der 19-Jährige – ganz der selbstbewusste Geschäftsmann. Ein Aufsatz, der beim Betreten des Supermarktes auf den Einkaufswagen geclippt wird, ermögliche es dem Kunden, Produkte selbstständig einzuscannen. Anschließend stimme eine Waage das Gewicht des Einkaufswagens mit dem errechneten Sollgewicht und der Kunde könne bezahlen – ohne langes Auspacken oder Schlange stehen.

„Jugend gründet“ ist ein bundesweiter Online-Wettbewerb für Jugendliche von 16 bis 21 Jahren rund um das Thema Unternehmertum. Er wird seit 2003 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung durchgeführt und soll Eigenverantwortung, Initiative und unternehmerisches Handeln fördern.

Dieses innovative Produkt existiert allerdings nur in den Köpfen von sechs Schülern der Elsa-Brändström-Schule Das „Smart Shopping Cart“ haben sie im Rahmen des bundesweiten Online-Wettbewerbs „Jugend gründet“ entwickelt und dazu einen Business-Plan geschrieben. Mit so komplexen Themen wie Produktentwicklung, Betriebsstrategien und Marketing konnten sich die Schüler auf diese Weise ganz praktisch auseinander setzen. Offenbar mit Erfolg - denn das Team wurde als einziges in Schleswig-Holstein zum Zwischenfinale in Hamburg eingeladen. Insgesamt gibt es drei Regionalfinale mit jeweils zehn Teilnehmern.

Gestartet ist zunächst das komplette Wirtschafts- und Politikprofil der Elsa-Brändström-Schule. Sie alle machten sich zunächst einmal Gedanken zu ihrem Produkt. „Wir haben uns an unserem Alltag orientiert“, erzählt Torben Wassermann vom Smart Shopping Cart-Team. „Keiner mag es, an der Kasse lange zu warten – vor allem wenn man nur eine Flasche Wasser kaufen will und die Person vor einem einen Großeinkauf gemacht hat.“ Die Schüler überlegten, wie man die langen Schlangen reduzieren könnte und kamen dann irgendwann auf den innovativen Einkaufswagenaufsatz. „Wir haben zwar keine Schaltpläne gezeichnet“, sagt Wassermann. „Aber alle Komponenten beruhen auf bereits etablierter Technik wie QR-Scannern oder Selbstbedienungs-Kassen.“

Dann gingen die 16- bis 19-Jährigen an die Umsetzung ihres Business-Plans. Neuland für die Schüler, die sich zum ersten Mal mit Betriebsstrategien, Finanzierungskonzepten und Marketing auseinander setzen mussten. „Wir haben aber auch ganz andere Dinge gelernt“, erzählt Finja Leidig. „Zum Beispiel , dass es ganz schön anstrengend sein kann, in einer Gruppe an einem Strang ziehen zu müssen und Abgabetermine einzuhalten.“ Erst nach und nach zeigte sich, wer welche Stärken hat und wer gut kreativ arbeitet und wer sich eher um die Finanzen kümmert.

Als der Businessplan von einer Expertenjury als einziger aus dem Profil angenommen wurde, stieg das Team in die zweite Phase ein, das Planspiel. Dabei gründen alle Teilnehmer virtuell ein Unternehmen, das Schutzhelme herstellt und vertreibt. Es gilt, die richtigen Entscheidungen zu treffen: Wie teuer wird das Produkt, wie viele Mitarbeiter werden eingestellt, wie viel wird in Forschung und Entwicklung investiert? Gar nicht so einfach: „Zum Glück gibt es fünf Versuche “, erzählt Anna-Selina Lakotta. „Einmal haben wir zum Beispiel aus Versehen 14  000 statt 14 Mitarbeiter eingestellt. Das hat uns ganz schön zurückgeworfen.“ Beinahe 4000 Teilnehmer waren im Vorjahr beim Planspiel dabei. Am Ende zählt nicht nur der reine Profit, sondern auch Aspekte wie Sozialverträglichkeit oder Nachhaltigkeit.

Beim Zwischenfinale am 27. April geht es für die EBS-Schüler jetzt erstmal „nur“ um die Präsentation des Businessplans. Dafür haben sie einen Werbefilm gedreht und eine anschauliche Präsentation vorbereitet. Denn wer am besten abschneidet und außerdem erfolgreich beim Planspiel gewirtschaftet hat, wird zum Finale in Wolfsburg im Juni eingeladen. Dem besten Team winkt eine Reise ins Silivon Valley/USA. Dafür wollen die EBS-Schüler kämpfen. Mit viel Engagement, Ehrgeiz und Selbstbewusstsein.

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erstellt am 22.Apr.2016 | 12:50 Uhr

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