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Elmshorner Nachrichten

08. Dezember 2016 | 06:57 Uhr

„Situation ist katastrophal“ : Rektor der Friedrich-Ebert-Schule übt harsche Kritik an der Verkehrssituation vor der Schule

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Rektor der Friedrich-Ebert-Schule warnt vor Gefährdung der Kinder. Neue Schilder aufgestellt.

Elmshorn | Schulleiter Dieter Ackmann redete Klartext: „Die Situation ist katastrophal. Ich warte nur auf den Tag, an dem ein Kind umgefahren wird.“ An der Friedrich-Ebert-Grundschule an der Jahnstraße herrschen seit Monaten chaotische Verhältnisse. Vor allem morgens zwischen 7.30 und 7.55 Uhr. Verkehrsregeln, Verkehrsschilder werden von vielen Eltern schlichtweg ignoriert. Es kommt immer wieder zu gefährlichen Situationen. Der Hilferuf der Elternvertretung beschäftigt längst Stadt und Politik.

Die Stadt hat jetzt reagiert, vor der Grundschule wurden in beide Fahrtrichtungen Elternhaltestellen – so genannte „Kiss-and-Go“-Zonen – eingerichtet und ein absolutes Park- und Halteverbot verhängt. Am Montagmorgen waren Mitarbeiter des Rathauses vor Ort, um die Verkehrssituation zu beobachten. Die Bilanz ist eher ernüchternd. Gehalten und geparkt wird weiter da, wo es bequem ist, nicht wo es erlaubt ist.

Das Problem: die Turnstraße. In diese Straße dürfen von 7 bis 14 Uhr nur Radfahrer rein – und Autofahrer mit einer Außnahmegenehmigung, beispielsweise die Lehrkräfte, die nur so ihre provisorischen Parkplätze erreichen können. Doch sie wird auch von vielen Eltern genutzt. Die Stadt möchte diese Straße für jeglichen Autoverkehr schließen. Doch dafür müssten die Lehrerparkplätze auf die Grünfläche direkt vor der Schule an der Jahnstraße verlegt werden. Das würde die Stadt zirka 80.000 Euro kosten. Im Ausschuss für kommunale Dienstleister schüttelten nicht wenige Politiker angesichts dieser Summe ihre Köpfe. „Wegen des unverfrorenen Egoismus Einzelner sollen wir so viel Geld zahlen. Das würde ich lieber in die Ausstattung der Schule investieren“, betonte der SPD-Abgeordnete Hans-Joachim Seifert und traf damit ziemlich genau die politische Stimmung an diesem Abend.

In der Turnstraße kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Stadt und Schule möchte sie schließen.
In der Turnstraße kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Stadt und Schule möchte sie schließen. Foto: Brameshuber
 

Schnell wurde der Ruf – nach der Polizei, nach den städtischen Politessen laut, die für Ordnung sorgen sollen. „Die Polizei muss an dieser Schule einen Schwerpunkt setzen, massiv einschreiten“, forderte Immo Neufeldt (CDU).

Doch so einfach ist das wohl nicht. Weder die Stadt, noch die Polizei verfügen über ausreichend personelle Kapazitäten, um regelmäßig vor Ort zu kontrollieren. „Die Schule ist ein Brennpunkt. Es geht um Kinder. Wir tun hier etwas“, betonte Amtsleiterin Petra Langefeld. Eine Dauerlösung sei das aber nicht. Und laut Langefeld auch kein Allheilmittel.

Gut 370 Jungen und Mädchen besuchen die Grundschule. Tendenz steigend. Laut Ackmann kommen viele auch von auswärts, aus Uetersen, Kollmar und Glückstadt. Diese seien zumeist auf das Auto angewiesen.

Eine Lösung wurde auch am Montagabend noch nicht gefunden. Bis zu den Herbstferien soll geguckt werden, ob die Eltern beim Bringen und Abholen ihrer Kinder die neue Regelung besser annehmen. Ackmann wünscht sich eine zügige Entscheidung: „Die Turnstraße muss geschlossen werden“, fordert der Rektor.

Neue Parkplätze für Lehrer vor der Schule bauen: Diese Option bleibt bestehen. Das könnte für die Pädagogen teuer werden. Aus der Politik war schon am Montagabend zu hören, dass „kostenlose Stellplätze heutzutage Luxus seien und eine Bewirtschaftung in Frage käme.

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