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Elmshorner Nachrichten

06. Dezember 2016 | 11:25 Uhr

Haus Elbmarsch : Regio droht mit Schließung von Altenheim – außer Angestellte verzichten auf Lohn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Mitarbeiter des Heims sollen auf 15 Prozent Gehalt verzichten – ansonsten verlieren die Senioren ihr Zuhause.

Kummerfeld | Die Schließung des Kummerfelder Alten- und Pflegeheims ist beschlossene Sache. Nun könnte das zweite Pflegeheim der Regio-Kliniken vor dem Aus stehen. Während der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses des Kreistags machte Regio-Geschäftsführerin Angela Bartels unmissverständlich deutlich, dass sie einen Gehaltsverzicht der Mitarbeiter erwartet. Sonst werde auch dieses Altenheim dicht gemacht. Die Forderung der Unternehmensführung: 15 Prozent weniger Geld.

Bartels war in den Hauptausschuss geladen worden, um über die Zukunft der Pflegeheime zu berichten. Während einer kontroversen und zum Teil sehr emotional geführten Debatte bekräftigte sie die Entscheidung, das Kummerfelder Heim zum 31. März des kommenden Jahres zu schließen. Die Abwicklung des Heimes ist bereits in vollem Gang. Von einst 98 Heimbewohnern hätten bereits 51 einen Platz in einer andern Einrichtung gefunden. Vier weitere würden noch diese Woche umziehen.

Von der Politik gab es viel Kritik an den Entscheidungen der Regio-Geschäftsführung. Bartels verwies mehrmals auf die ständigen Defizite der beiden Pflegeheime in Kummerfeld und Elmshorn. Seitdem Regio die Heime 2010 vom Kreis übernommen habe, hätten sich 14 Millionen Euro Miese angehäuft.

Dieses Defizit wird laut Bartels vor allem in Kummerfeld erwirtschaftet, doch auch das Elmshorner Haus Elbmarsch habe im vergangenen Jahr 600.000 Euro Miese gemacht. Um die Kosten zu senken, gibt es derzeit Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi.

Die Mitarbeiter sollen, so die Forderung der Geschäftsführung, auf 15 Prozent Lohn verzichten. Dazu, so Bartels, sei Verdi bislang nicht bereit. „Wenn die Gewerkschaft sich nicht erheblich bewegt, werden wir auch Haus Elbmarsch schließen“, drohte sie. „Wir wollen das nicht. Wir brauchen aber einen Rahmen, damit der Betrieb des Hauses machbar ist“, sagte Bartels.

Unwahrscheinlich, dass Gewerkschaft und Geschäftsführung auf einen Nenner kommen. „15 Prozent Verzicht geht gar nicht“, sagte Gewerkschaftssekretärin Heike Maser-Festersen.
 

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erstellt am 10.Nov.2016 | 10:46 Uhr

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