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Elmshorner Nachrichten

08. Dezember 2016 | 01:22 Uhr

Serie: Mein Lieblingsplatz in Elmshorn : Proberaum unter freiem Himmel

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die vier Mitglieder der Akustik-Coverband „The Moneybrothers“ haben sich als Lieblingsort die Hafenspange ausgesucht.

Elmshorn | „Schönheit“ ist nicht gerade ein Begriff, mit dem Elmshorn im Allgemeinen verbunden wird. Dennoch fühlen sich viele Menschen in der Krückaustadt wohl und die meisten haben mit der Zeit ihre ganz persönlichen Lieblingsorte gefunden – sei es mitten in der Natur oder ganz zentral in der Stadt. Einige Elmshorner haben uns ihre Lieblingsorte verraten. Um diese Plätze und die Geschichten dahinter geht es in der EN-Serie.

Ganz lässig stehen die vier jungen Männer auf dem Parkplatz am Krückau-Nordufer. Die Hände haben sie in den Taschen der Kaputzenpullover und Jeans vergraben, auf dem Kopf tragen sie umgedrehte Cappies oder Sonnenbrillen. Zusammen bilden Julian Gerritzen, Alex Matzkewitz, Thole Andresen und Fleming Dilk die Akustik-Coverband „The Moneybrothers“ und auf dem Weg zu ihrem Elmshorner Lieblingsplatz, vorbei am Hayunga-Parkplatz, plaudern sie darüber, wie sie ihre Band gegründet haben.

Angefangen hat alles im Oktober 2014, auf der Geburtstagsparty eines Freundes in einem Gutshaus in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir haben einen sehr musikalischen Freundeskreis. Jeder hat sein Instrument mitgebracht und was gespielt“, erzählt Alex Matzkewitz. Der 25-Jährige ist in der Band für Percussions und Gesang zuständig. Zusammen mit Julian Gerritzen und Thole Andresen – Fleming Dilk ist erst später dazu gestoßen – hat er spontan ein paar Songs gecovert, unter anderem „Atemlos“ von Helene Fischer. „Den Song haben wir mehr aus Spaß genommen, einfach weil wir uns manchmal gerne selber auf die Schippe nehmen.“ Ihre Musik kam bei ihren Freunden auf Anhieb gut an – „und da haben wir beschlossen, eine Band zu gründen.“

Auch von anderer Seite erhielten die Musiker viel Zuspruch, noch im selben Jahr wurden die Moneybrothers für die Eisbahn auf dem Holstenplatz gebucht. „Da sind wir zum ersten Mal öffentlich aufgetreten. Und von da an ging es von Gig zu Gig.“ Mittlerweile werden die vier Musiker gerne und häufig gebucht. Oder wie es Alex ausdrückt: „Es läuft bei uns.“


Probenort an der Hafenspange

Inzwischen sind die Musiker an ihrem Lieblingsplatz, dem neu benannten Pott-Carstens-Platz, gleich hinter der Käpten-Jürs-Brücke, angekommen – gar nicht so weit von dem Lieblingsplatz von Bürgermeister Volker Hatje entfernt. Die jungen Männer mögen den Platz zwischen Stadt und Natur, direkt an der Krückau. „Bei gutem Wetter spielen wir manchmal hier“, sagt Julian Gerritzen, der 27-jährige Sänger und Gitarrist. Weil die Band unplugged, also ohne elektronische Verstärkung, spielt, kamen sie irgendwann mal auf die Idee, unter freiem Himmel zu spielen. „Wir nehmen einfach unsere Instrumente mit und zocken unter freiem Himmel.“ Als sich schnatternd eine Schar Enten nähert, ergänzt Thole Andresen, 27-jähriger Gitarrist und Sänger: „Die Enten freuen sich dann – und die Leute auch.“ Meist geben sie solche Proben über ihren Facebook-Account bekannt. „In der Regel wird es dann hier richtig voll. Die Elmshorner haben da richtig Bock drauf.“

 

Der Höhepunkt im Musikjahr der Moneybrothers wird noch in der kommenden Woche nur wenige Meter von der Käpten-Jürs-Brücke entfernt stattfinden: Am Sonnabend spielt die Cover-Band ab 20.30 Uhr beim Hafenfest auf der großen Bühne am Nordufer. „Es ist eine große Ehre für uns, vor ,Just for fun’ zu spielen“, sagt Alex Matzkewitz. „Die haben sich ja schon vor langer Zeit einen großen Namen gemacht. Es ist toll, die anderen Musiker Backstage zu treffen, da kann man Connections knüpfen.“ Im Vorjahr sind die Moneybrothers am Sonntagmittag auf dem Hafenfest aufgetreten. „Wir wollten unbedingt zu den Headlinern gehören und jetzt wurde uns der Wunsch erfüllt. Da freuen wir uns das ganze Jahr drauf.“


Heimatliebe mit kritischem Blick

Alle vier Bandmitglieder sind gebürtige Elmshorner. Dass ihre Heimatstadt nicht immer das beste Image hat, können sie nachvollziehen. „Ich kenne viele Leute in Glückstadt“, erzählt Julian Gerritzen. „Viele erzählen mir, dass sie Angst haben, wenn sie am Elmshorner Bahnhof umsteigen müssen.“ Aber wenn er sich die anderen Dörfer so ansehe, sei er froh, in Elmshorn zu leben. „Wir haben hier als einzige eine richtige Bandszene. Und man hat die Möglichkeit, ein bis zweimal im Jahr richtig groß aufzutreten.“

Natürlich möchte die Band gerne auch mal in Hamburg auf dem Kiez spielen. Aber alle Mitglieder legen viel Wert auf ihre Herkunft. „Das ist unser Claim, wir sind Elmshorns unplugged Coverband“, sagt der 22-jährige Bassist Fleming Dilk. Bei Konzerten außerhalb würde das auch schon mal einige Lacher bringen. „Aber wir identifizieren uns mit unserer Stadt“, sagt Julian Gerritzen. Manchmal müssten sie schmunzeln, wenn andere Bands gegen Krieg und für den Weltfrieden sängen. „Von Elmshorn aus kann man die Welt einfach nicht verändern. Hier bleibt einfach alles so wie es ist“, und als Alex Matzkewitz das sagt, klingt die für die Jungs typische Selbstironie durch. Aber eigentlich, und da werden die Vier wieder ernst, habe Elmshorn sehr viel Potential, gerade am Hafen. „Das könnte man richtig schick machen.“ Öfter werden die „Moneybrothers“ von ihren Freunden gefragt, warum sie noch in Elmshorn lebten. Gerritzens Antwort: „Ich fühle mich hier wohl.“

 

 

 

 

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erstellt am 20.Aug.2016 | 08:00 Uhr

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