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Elmshorner Nachrichten

03. Dezember 2016 | 07:53 Uhr

Erster Einsatz in Uniform : Polizeianwärter in Elmshorn und Barmstedt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Polizeianwärter führten am Mittwoch Fahrradkontrollen an sieben Orten in Elmshorn und in Barmstedt durch.

Elmshorn | Für den jungen Mann, der mit seinem Fahrrad auf Langelohe unterwegs ist, ist heute nicht gerade ein Glückstag. Erst ist seine Fahrradkette abgesprungen und jetzt wird er auch noch von der Polizei herausgewunken: allgemeine Fahrradkontrolle. Entsprechend genervt reagiert er auf die freundliche Bitte von Polizeianwärter Jonathan Roß, die Funktionstüchtigkeit seiner Bremsen und seiner Lichtanlage unter Beweis zu stellen.

Insgesamt wurden 675 Räder kontrolliert. Entdeckt haben die Anwärter 51 Ordnungswidrigkeiten, darunter 24 Geisterradler und 19 technische Mängel. Und sie entdeckten fünf als gestohlen gemeldete Räder.

Und tatsächlich: Vorne fehlt eine Lampe, das Rücklicht funktioniert nicht und Reflektoren gibt es auch keine. Der junge Mann wird immer patziger, will seinen Personalausweis erst nicht herausrücken und argumentiert, das sei doch nur sein „Bahnhofsfahrrad – damit fahre ich sowieso nicht im Dunkeln“ – überhaupt: Warum kümmere sich die Polizei nicht lieger um die Fahrrad-Diebe am Bahnhof? Dort seien ihm schon zwei Mountainbikes gestohlen worden. Seitdem nutze er für den Weg zum Bahnhof nur noch das alte Fahrrad.

An sieben Stellen in Elmshorn und am Marktplatz in Barmstedt führen 47 Polizeianwärter mit ihren acht Ausbildern und acht Beamte der Polizei Elmshorn am Mittwoch die Fahrradkontrollen durch. Dabei geht es auch darum, die Fahrradfahrer für Verkehrssicherheit zu sensibilisieren. Gerade das Fahren auf der falschen Straßenseite hat in der letzten Zeit immer wieder zu Unfällen geführt. In erster Linie lernen aber Polizeianwärter wie Jonathan Roß die sogenannte Bürgeransprache in der Praxis. Der 22-jährige Boostedter hat im Februar seine Ausbildung an der Polizeischule in Eutin begonnen und ist heute zum ersten Mal in Uniform im Einsatz auf der Straße.

Es geht darum, den richtigen Umgang mit den Menschen zu lernen, aber auch zu üben, über Funk Informationen abzufragen und die Verkehrsgesetze richtig anzuwenden. „Das macht richtig viel Spaß“, sagt Roß. „Die meisten sind sehr kooperativ und haben Verständnis für die Kontrollen.Einige haben sich sogar schon bei uns bedankt.“

Späte Einsicht

Nur der junge Mann ohne Licht ist immer noch wütend. Einsicht zeigt er erst, als Jonathan Roß und seine Kollegin Theresa Borck Verständnis für seinen Ärger über den Diebstahl zeigen und erklären, dass es bei der Fahrradkontrolle auch darum gehe, gestohlene Räder aufzuspüren. Bei hochwertigeren Drahteseln überprüfen die Polizeianwärter über Funk die Rahmennummern, um festzustellen, ob sie als gestohlen gemeldet sind. 20 Euro Ordnungsgeld wird der Mann trotzdem zahlen müssen – auch ein Bahnhofsfahrrad muss verkehrssicher sein.

Als der Mann schließlich weiterfährt, gibt es für Jonathan Roß und Theresa Bock ein dickes Lob von ihrer Ausbilderin, Hauptkommissarin Astrid Steffen: „Das war sehr gut gelöst und deeskaliert. Davon kann sich der ein oder andere fertig ausgebildete Kollege eine Scheibe abschneiden.“

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erstellt am 06.Okt.2016 | 12:30 Uhr

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