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Elmshorner Nachrichten

06. Dezember 2016 | 13:16 Uhr

Ferienprojekt mit Kunstblut : Neues Angebot des Jugendrotkreuz in Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das neue Angebot des Elmshorner Jugendrotkreuzes kommt bei Teilnehmern gut an. Noch gibt es freie Plätze für weitere Termine.

Elmshorn | Levin Pioch (10) und Leonie Ingenbrandt (12) kümmern sich um eine Verletzte, die einen Kopf größer ist als sie. Lisa-Marie Moritz, die junge Frau mit den aufgeschminkten Wunden, hilft auch noch mit beim Anlegen eines Verbands. Und dann ist da auch noch Pätrick Twardowski, der als Gruppenleiter Tipps gibt: „Auf Augenhöhe gehen“, mit dem Patienten sprechen, so lauten am Anfang die wichtigsten.

Erste Hilfe im Alltag wollen Levin, Leonie und fünf weitere Kinder an diesem Tag lernen, außerdem dürfen sie die Fahrzeuge und die Ausrüstung der Sanitäter vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) angucken und ausprobieren. Geena Ingenbrandt, die neunjährige Schwester von Leonie, kommt kaum aus dem Kichern heraus, als sie mit einem Stethoskop die Herztöne von Lenny Pioch (7) abhört. Der liegt währenddessen fachgerecht angegurtet auf einer Trage, die die Kinder vorher selbst zusammengebaut haben.

Jette Ahrens (9) checkt mit einem Pulsoxymeter die vitalen Daten ihrer elfjährigen Schwester Sarah. Anleiter Hartmut Pflantz, Leiter des DRK-Schulsanitätsdienstes, rät Sarah, tief durchzuatmen. Das Gerät, wie ein Fingerhut auf ihren Zeigefinger gesteckt, reagiert: Sarahs Blut ist zu 99 Prozent mit Sauerstoff gesättigt, ihr Puls liegt bei 92, für ihr Alter sind das normale Werte.

„Wir haben das gelesen, und das hat sich cool angehört“, erklärt Jette, wie die beiden Schwestern aus Neuendorf zum Sommerferienprojekt des Elmshorner Jugendrotkreuzes (JRK) gekommen sind. „Ich habe in der Grundschule schon etwas Ähnliches gemacht, das wollte ich nochmal“, sagt Sarah. Die zwölfjährige Leonie Ingenbrandt aus Kölln-Reisiek ist in der DLRG, muss aber wegen ihres Alters noch zwei Jahre warten, bis sie die Rettungsschwimmer-Prüfungen absolvieren darf. Die Pause will sie beim JRK überbrücken. Levin Pioch ist auch schon im Rettungswesen aktiv: Er macht bei der Elmshorner Jugend-Feuerwehr mit. „Ich habe das gelesen und wollte sofort hin“, sagt er.

„Die sind wissbegierig.“ Über die Motivation seiner Teilnehmer freut sich Alexander Dittmer. Der 18-Jährige ist Jugendgruppenleiter beim JRK und hat gemeinsam mit Pätrick Twardowski (17) das Sommerferienprojekt entwickelt. Dabei orientierten sich die beiden am Inklusions-Projekt „Buntstifter“ des JRK. Ihnen ist besonders wichtig, dass wirklich alle Kinder mitmachen können, egal, welche körperlichen, geistigen oder finanziellen Einschränkungen sie mitbringen. Der Tag auf der DRK-Nothilfestation hinterm Tierheim ist für die Teilnehmer kostenlos, das Mittagessen kocht Dittmer selbst: Spaghetti mit Tomatensoße.

Am Sonnabend feierte das Sommerferienprojekt Premiere mit sieben Teilnehmern im Alter zwischen sieben und 15 Jahren. Insgesamt hat Dittmer bisher für drei Termine 23 Anmeldungen bekommen, noch sind Plätze frei. Bei der Entwicklung des Projekts haben sich Dittmer und Twardowski Hilfe beim Kreisjugendring (KJR) und der Sparkasse Elmshorn geholt, mit einem Zuschuss konnte es losgehen. Die beiden Elmshorner wollen auch bei einem Wettbewerb von Ferienprojekten mitmachen, darum guckt ihnen ein Juror des KJR am ersten Tag über die Schultern. Insgesamt acht Helfer des Roten Kreuzes machen beim Projekt mit, darunter sechs vom JRK. Sie stellen die „Verletzten“ und werden nachmittags noch die Teilnehmer auf Wunsch mit täuschend echt aussehenden Wunden verzieren, aus denen das Kunstblut fließt.

Für die Pausen steht hinter der großen Fahrzeughalle eine Hüpfburg zum Toben bereit. Aber jetzt lernen die Teilnehmer erstmal, wie eine Trage korrekt getragen wird. Lenny Pioch mimt den Patienten, Geena Ingenbrandt und der 15-jährige Archa Heseene fassen hinten an, Dittmer und Twardowski vorne. Gemeinsam transportieren sie ihren Verletzten zum Krankenwagen.

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