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Elmshorner Nachrichten

03. Dezember 2016 | 10:40 Uhr

Mit Video : Neue Serie: Mein Lieblingsplatz

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

In der neuen EN-Serie stellen Elmshorner ihre liebsten Plätze vor. Den Anfang macht Bürgermeister Volker Hatje

„Schönheit“ ist nicht gerade ein Begriff, mit dem Elmshorn im Allgemeinen verbunden wird. Dennoch fühlen sich viele Menschen in der Krückaustadt wohl und die meisten haben mit der Zeit ihre ganz persönlichen Lieblingsorte gefunden – sei es mitten in der Natur oder ganz zentral in der Stadt. Einige Elmshorner haben uns ihre Lieblingsorte verraten. Um diese Plätze und die Geschichten dahinter geht es in der neuen EN-Serie.

 

Gerade eben war Bürgermeister Volker Hatje noch mitten in der Stadt. Der Verkehr ist laut über die Käpten-Jürs-Brücke gerauscht, in Richtung Innenstadt waren zahlreiche Passanten unterwegs. Jetzt, nur ein paar Meter weiter, ist plötzlich Ruhe eingekehrt. „Das finde ich an diesem Platz so wunderbar“, sagt Hatje. „Man geht unter der Brücke durch und ist gleich im Grünen.“ Die Kölln-Werke im Rücken, spaziert der 55-Jährige am Nordufer der Krückau entlang. Das Wasser fließt ruhig dahin, im Gras haben es sich ein paar Enten gemütlich gemacht. „Bei besserem Wetter sitzen hier auf den Parkbänken überall die Menschen“, erklärt der Bürgermeister und zeigt auf eine leicht verwitterte Bank am Wegesrand. „Hier verbringe ich oft meine Mittagspausen. Das ist hier eine völlig andere Welt, obwohl man fast mitten in der Stadt ist. Man hat einfach mal einen Augenblick Ruhe. Das mag ich sehr gerne.“

 

Mittlerweile ist auch das letzte Rauschen des Verkehrs verstummt. Durch die grünen Blätter der Bäume sind die Gebäude von Hayunga und dahinter ein paar alte Schuppen zu sehen. Dahinter beginnt das alte Überschwemmungsgebiet. „Wir hatten überlegt, hier einen Radweg anzulegen, der bis Spiekerhörn führt“, erzählt Hatje. „Da hat der Naturschutz aber leider nicht mitgespielt.“

Auf den ersten Blick, das gibt der Bürgermeister zu, ist Elmshorn keine schöne Stadt. „Wir sind eine alte Industrie- und Arbeiterstadt. Was während des Zweiten Weltkriegs nicht zerstört wurde, ist dem Bauboom der 60er und 70er Jahre zum Opfer gefallen. Es gibt keinen alten, gewachsenen Stadtkern.“

Die Krückau habe sich schon immer wie eine Schneise durch die Stadt gezogen. „Die Hafenspange war der erste Schritt das zu verändern“, sagt Hatje und blickt hinüber zur Käpten-Jürs-Brücke. „Ich wohne im Süden von Elmshorn. Bevor die Brücke da war, bin ich selten zu Hayunga gefahren, das war mir einfach zu mühselig. Jetzt hat die Brücke – man kann es nicht anders sagen – eine Brücke zwischen den beiden Teilen der Stadt geschlagen.“ Mit dem Stadtumbau West möchte Hatje erreichen, dass die Krückau und das grüne Band, das die Stadt durchzieht, stärker in den Fokus rücken. „Es sollte möglich sein, bis zum Steindammpark an der Krückau entlang zu spazieren. Es gibt auch so schöne Ecken in den Parks.“

Für Volker Hatje ist Elmshorn eher eine Stadt für den zweiten oder dritten Blick. „Wer die Stadt erkundet, entdeckt in jeder Ecke solche Lieblingsplätze wie hier, an der Krückau“, sagt er. „Meine Tochter ist auf die EBS gegangen und sie liebt die Gegend dort, um die Schule. Ich bin dort auch zur Schule gegangen und kann ihr nur Recht geben“, sagt er, dreht sich um und geht zurück zu dem Lärm und den Menschen in seiner Stadt.

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erstellt am 16.Aug.2016 | 11:00 Uhr

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