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Elmshorner Nachrichten

03. Dezember 2016 | 07:46 Uhr

Kinder- und Jugendchor : Musikalischer Schauplatz voll Esprit

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Elmshorner Sänger begeisterten gemeinsam mit Chören aus Hamburg in der St. Marien Kirche.

Elmshorn | Was haben Werke von Beethoven, Michael Jackson, Die Ärzte und John Rutter gemeinsam? Den gemeinsamen Übertitel „Lieder von der Ferne“. Das trifft natürlich nicht auf alle Stücke zu. Aber die, die am Sonntagabend von dem Kinder-und Jugendchor der Liedertafel von 1866 Elmshorn unter Leitung von Susanne Drdack in Kooperation mit den Chören von dance and more aus Hamburg unter Leitung von Jakob Deiml in der St. Marien Kirche aufgeführt worden sind, haben alle diesen gemeinsamen Nenner.

Das mag jetzt an erster Stelle vielleicht etwas merkwürdig erscheinen. Aber das kommt wie immer auf die Sicht der Dinge an. Denn wie wird denn Ferne definiert? Es gibt räumliche Ferne, Elmshorn und San Francisco beispielsweise; aber es gibt auch emotionale Ferne, oder auch das Entfernen. Im Form von Abschied oder Entwicklung, das Entfernen von Liebenden, das Entfernen jugendlicher Kinder von ihren Eltern. Genau diese unterschiedlichen Interpretationen des Titels ,,Lieder von der Ferne“ haben die ca. 80 Kinder und Jugendlichen der beiden Chorverbände mit ihrem Repertoire besungen.

Und dabei scheinen den insgesamt fünf Chören keine Grenzen gesetzt zu sein. Zum Beispiel gibt es da „Schaurig traurig“ von den Prinzen, das von dem Vorchor als Chorarrangement neu interpretiert wird. Oder „Junge“ von den Ärzten, gesungen von dem Kinderchor dance and more. Welches Stück wäre besser geeignet, wenn es um die Schwierigkeiten junger Heranwachsender geht.

Aber auch Lieder von Robert Schumann nach Texten von Joseph von Eichendorff, die die Sehnsucht nach der Ferne in der Romantik verkörpern, dann wiederum Stücke von den Jackson Five und Michael Jackson, der, wie viele behaupten, eigentlich im Herzen immer ein Kind geblieben ist. Dabei werden die Stücke von den Kindern und Jugendlichen nicht nur auf ganz charmante Art und Weise interpretiert, sondern sie passen auch inhaltlich. Ein Repertoire, das den etwa 80 jungen Sängerinnen und Sängern wie auf den Leib geschneidert zu sein scheint.

Gelungene Repertoireauswahl

Besonders hervorzuheben sei aber nicht nur die mehr als gelungene Repertoireauswahl, sondern auch das herausragende musikalische Niveau. Mit Unterstützung der Pianisten Christopher Kolberg, Elisabeth Labitzky und Nele Thomsen glänzt vor allem der Jugendchor der Liedertafel mit ganz viel Präzision und musikalischer Exzellenz. Dieses merkt man vor allem in den Stücken „Rhythm of life“ und der äußerst anspruchsvollen „Cantate Domino“. Dem „Jungen“, der von den Ärzten besungen wird, hätte es sicherlich auch gut getan, einmal eine sechsstimmige Kantate zu singen und in einer vor so viel Vitalität sprühenden Chorgemeinschaft beheimatet zu sein.

Die Kombination von tollen Stücken, musikalischer Präzision und dem Charme der jungen Chormitglieder machte aus der St. Marien Kirche einen musikalischen Schauplatz voller Lebendigkeit und Esprit. Bleibt zu hoffen, dass sich die Sängerinnen und Sänger der beiden Chöre noch nicht so schnell entfernen und alle Elmshorner noch für lange Zeit in den weiteren Genuss vieler gelungener Kinder-und Jugendchor–Konzerte kommen. Die nächste Gelegenheit ist dazu am 19. Juni um 16 Uhr in der Rudolf Steiner Schule in Bergstedt.

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erstellt am 14.Jun.2016 | 14:15 Uhr

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