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Ostern in Elmshorn : Musical: Luther vs. Aufklärung

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Elmshorner Gemeinde zum Guten Hirten führte an den Feiertagen das Stück „Geistesblitz. Ein Gewitter mit Folgen“ auf.

Elmshorn | Griechisches und hebräisches Denken, Humanismus und Gotteserscheinungen – kein leichter Stoff. Immerhin wird hier eine Apologetik aufgeführt: Junge Leute rechtfertigen auf der Bühne ihren christlichen Glauben in der Auseinandersetzung mit dem Humanismus. Das tun sie mit komplexen Erklärungen und eingängigen Beispielen; und vor allem mit Tanz, Gesang, Schauspiel und viel Spaß am Tun.

„Geistesblitz. Ein Gewitter mit Folgen“ heißt das Oster-Musical, das am Sonntag und Montag in insgesamt drei Vorstellungen in der Elmshorner Kirchengemeinde „Zum Guten Hirten“ aufgeführt wurde. Mehr als 50 Darsteller, Techniker und Organisatoren, die meisten von ihnen sehr jung, hatten sich rund ein Jahr lang darauf vorbereitet. Sie sangen und tanzten, eine Band spielte dazu live, auf der Empore saß die Regie für die Lichtführung, die Einblendung der Liedtexte und das Projizieren mehrerer Video-Einspielfilme. Die Darsteller agierten auf der Bühne, von zwei Kanzeln am Rand des Zuschauerraums oder aus den Sitzreihen. Kurz: Es war viel los.

Die Lösung war von vornherein klar. Zwar zitierte Pastor Hartmut Wahnung in seiner Begrüßung eine Studie, wonach 60 Prozent der Deutschen kaum etwas von der christlichen Bedeutung des Osterfestes wissen; aber die saßen wohl nicht im Publikum. Die Besucher antworteten auf Wahnungs Ostergruß: „Der Herr ist auferstanden“ drei Mal korrekt mit: „Er ist wahrhaftig auferstanden.“ Und hat damit uns Menschen von unseren Sünden befreit und uns einen direkten Zugang zu Gott ermöglicht, so die christlich evangelische Lehre.

Die wurde im Musical von Luther persönlich (Hannes Kröger) im Jubiläumsjahr seiner Reformation vertreten. Sein Widerpart (Aaron Ambroz) vertrat die Position der Aufklärung: Der Mensch ist gut, sofern er sich an Tugenden orientiert, die Gesellschaft macht ihn böse. „Wir sind aufgeklärt und emanzipiert“, stellte der Atheist klar. Dem antworteten Luther und seine Frau Käthchen (Mareike Gerig) mit dem Hinweis, dass Menschen nicht alle Folgen ihres Handelns überblicken: „Wir sind wie Schafe, wir brauchen einen starken Hirten.“ Und während Indiana Jones (Jannes Reumann) und seine Gefährtin (Lilly Freudenthal) vergeblich versuchen, die Tür zu Gott mit Zaubersprüchen zu öffnen, tritt Pastor Wahnung auf die Bühne und erklärt das Bild des zerrissenen Vorhangs im Neuen Testament: Bei Jesu Sterben zerriss der Vorhang zum Allerheiligsten, der vorher die Menschen vom direkten Kontakt mit Gott abgehalten hatte. Gott zeigte ihnen also, dass mit dem Tod seines Sohnes das Trennende zwischen ihm und den Menschen – sprich: die Sünde – vergangen sei. Im Fachjargon: eine Gotteserscheinung, eine Theophanie.

Zum Finale sangen, tanzten und jubilierten schließlich alle zu Gospelliedern und feierten, dass ihr Herr zu Ostern auferstanden ist.


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