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Elmshorner Nachrichten

05. Dezember 2016 | 15:29 Uhr

Messe der schönen Dinge

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Bis Sonntag ist die „Lebensart“ in der Elbmarschenhalle / Angeboten werden Produkte aus den Bereichen Garten, Wohnen und Lifestyle

Viele Besucher bleiben lange am Stand von Hans-Peter und Conny Harbs stehen, betrachten ehrfürchtig das restaurierte Salonsofa aus dem 19. Jahrhundert, die silbernen Teekannen und die weiß gestrichenen, skandinavischen Möbel. Das Ehepaar hat für die Lebensart-Messe in der Elbmarschenhalle in Horst den weiten Weg aus Schweden auf sich genommen, wo sie seit zehn Jahren leben, alte Möbel auf Auktionen kaufen und sie restaurieren. „Manchmal fahren wir für ein Stück bis zu 500 Kilometer“, sagt Conny Harbs. Auf die Lebensart-Messe kommt das Paar schon seit mehreren Jahren, weil sie hier Menschen finden, die sich für das Besondere ebenso sehr begeistern können, wie sie. „Ab und zu kommt jemand und sagt, so etwas wie diesen Schrank hätte er immer schon gesucht. Dann kaufen die Leute direkt an Ort und Stelle.“

Auf der Messe finden sich auf rund 8000 Quadratmetern viele solcher schönen Dinge, die den Alltag bereichern, Gartenmöbel und Pflanzen ebenso wie Wohnaccessoires, Mode, Schmuck und Kunsthandwerk. Das können Kleinigkeiten sein, wie ein Blumentopf, ein Stück selbst gemachte Seife oder eine leckere Marmelade. Aber auf der Messe werden auch aufwendige Gartenteiche, Oldtimer-Autos oder Fass-Saunen angeboten. „Ich brauche anders als die Stände mit Deko-Artikeln nicht unbedingt so viele Kunden, um erfolgreich zu sein“, sagt Jaqueline Schänzle. Die Berlinerin verkauft Whirlpools, auf einem treibt ein Tablett mit Sektflasche durchs Wasser.

Mehr was zum schnellen Mitnehmen ist da das Produkt von Pascal Warncke, Katharina Hatje und Emily Gocks. Die drei Zwölftklässler aus Pinneberg haben eine Schülerfirma gegründet und vertreiben USB-Sticks, die in recycelten Korken versteckt sind und am Schlüsselbund getragen werden können. „Wir haben uns einfach mal an den Veranstalter gewandt und der hat uns den Stand kostenlos zur Verfügung gestellt“, erzählen sie. Und ihre Sticks finden reißenden Absatz. „Hier gibt es natürlich mehr Konkurrenz als auf einem Weihnachtsbasar“, sagen die Drei. „Aber wir sind schon gut darin, die Leute in unseren Bann zu ziehen.“

Dafür sorgen bei Tanja Peters schon die Produkte. Aus großen Knopfaugen schauen Dutzende von Teddybären die Besucher an. Die Itzehoerin fertigt sie alle selbst an, jedes Stück ist bei ihr ein Unikat. Etwa die Hälfte der rund hundert Aussteller auf der fünften Lebensart-Messe in Horst kommen wie Tanja Peters aus der Region. Die einzigen Horster sind aber Florian Wieberneit und seine Eltern Martina Wieberneit und Jürgen Hahn. Sie verkaufen unter anderem alte Weinfässer, die dann als dekorative Regenfässer oder Stehtische eingesetzt werden können. Der Trend zum „Shabby Chic“, der sich überall auf der Messe wiederfindet, macht sich auch in ihrem Geschäft bemerkbar. „Früher konnten wir die Fässer für 30 Prozent weniger verkaufen. Heute sind die wenigen Original-Weinfässer heiß begehrt“, erzählt Jürgen Hahn.

Bei so vielen Angeboten wissen Inke Weichselsdorfer und Karen Bley kaum, welchen Stand sie zuerst besuchen sollen. Die Freundinnen aus Brunsbüttel sind gekommen, „um einfach mal raus aus dem Alltag zu kommen und was Schönes zu sehen.“ Wie so viele der rund 10  000 Besucher an diesem Wochenende suchen sie nichts bestimmtes – „wir wollen die nette Atmosphäre genießen und ein paar Kleinigkeiten finden.“

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erstellt am 20.Feb.2016 | 16:00 Uhr

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