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Elmshorner Nachrichten

26. Juni 2016 | 12:05 Uhr

Radfahrstreifen in Elmshorn : Mehr Schutz für Straßen-Radler

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Elmshorner radeln bald in drei Bereichen der Stadt sicherer. Im Rathaus wird mit den Detailplanungen für Schutzstreifen begonnen. Die Fahrbahngassen für Autos werden enger. Radwege bleiben aber weiterhin befahrbar.

Elmshorn | Die ersten Schutzstreifen für Radfahrer werden in Elmshorn markiert. Das haben die zuständigen Kommunalpolitiker im Ausschuss für kommunale Dienstleister mehrheitlich beschlossen. Die Ausführungen sollen laut Verwaltung noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Beim Flächenmanagement beginnen deshalb jetzt die Detailplanungen, Förderanträge für das knapp 70.000 Euro teure Projekt über die Klimaschutzinitiative sollen parallel laufen.

Von den für Elmshorn neuen Schutzstreifen versprechen sich Politiker und Planer mehr Sicherheit und Komfort für die Radfahrer. Außerdem wird so die erlaubte Nutzung der Fahrbahn durch Radfahrer deutlich gemacht. Auf den Schutzstreifen kommen die Radler nicht nur schneller voran, sie werden auch von den Autofahrern besser gesehen, was gerade bei den häufigsten Unfallorten wie Kreuzungen und Einmündungen wichtig ist.

Besonders die Straße Langelohe gehört zu einem Unfallschwerpunkt. Hier sollen die Schutzstreifen auch dazu führen, dass Radfahrer seltener in der falschen Richtung, also links der Fahrbahn, auf dem Radweg unterwegs sind.

Als erstes soll der Ellerndamm hergerichtet werden, dann die Strecke Steindamm und Mühlenkamp, zuletzt die Straße Langelohe zwischen Mühlendamm und Kreisel.

Der beidseitige Schutzstreifen am Ellerndamm wird 1,75 Meter breit, die Fahrbahngasse verengt sich von 9,00 auf 5,50 Meter. Beim Steindamm werden die Streifen zwischen 1,50 und 2,25 Meter breit sein und die Fahrbahngasse sich auf 7,50 Meter (3,75 Meter pro Richtung) verengen, auf Langelohe bleibt dem Kraftfahrzeugverkehr zukünftig eine Gasse von fünf Metern Breite. Dort ist auch geplant, in Höhe des Weges neben der Berufsschule zum Alten Steindamm eine etwa 2,5 Meter breite Querinsel auf der Fahrbahn zu bauen, damit Radfahrer hier die Straße besser kreuzen können, wenn sie in den Weg zum Krückaupark wollen oder von dort kommen.

Nur wo runde, blaue Verkehrsschilder mit einem weißen Fahrradsymbol stehen, müssen Radfahrer auch die vorhandenen Radwege oder kombinierten Rad- und Fußwege benutzen. Ansonsten dürfen sie immer – wie zum Beispiel auch Kutschen – auf der Fahrbahn der Straße fahren und selbstverständlich auch durch Elmshorns Kreisel, über die neue Klappbrücke, auf der Reichenstraße, Kaltenweide, Mühlendamm und, und, und. In der größten Stadt des Kreises Pinneberg gibt es fast kaum noch Radwege, die von Fahrradfahrern benutzt werden müssen. Denn nur noch eine Handvoll von Radwegen ist mit dem blauen Schild versehen, weil die Wege zu marode oder zu schmal sind. Zu den Ausnahmen mit Benutzungspflicht gehören lediglich die Wittenberger Straße, die Schulstraße (auch nur in Richtung Flamweg), die Radwege rund um den Buttermarkt und Vormstegen (nur Richtung Innenstadt). Selbst die Radwege an der Hamburger Straße sind nur zu einem kleinen Teil benutzungspflichtig.
Mit der gestrichelten Schutzstreifen-Markierung wird ein Teil der Fahrbahn für Radfahrer abgetrennt und mit Fahrrad-Piktogrammen (aufgemaltes Fahrradsymbol) gekennzeichnet. Autofahrer dürfen diesen mindestens 1,50 Meter breiten Streifen nur im Bedarfsfall und ohne Gefährdung des Radverkehrs überfahren. Parken ist auf dem Streifen verboten. Gegebenenfalls muss zum Beispiel bei Parkbuchten zusätzlich ein Sicherheitsstreifen von 50 Zentimetern vorhanden sein. Experten sind der Auffassung, dass Radfahrer auf diesen Schutzstreifen im Gegensatz zu den herkömmlichen Radwegen sicherer unterwegs sind, weil sie sich dann im Blickfeld der anderen Verkehrsteilnehmer befinden. Dies gilt laut Untersuchungen besonders bei Einmündungen aller Art und Kreuzungen. Radfahrer können weiterhin alternativ auf den noch vorhandenen, nicht benutzungspflichtigen Radwegen fahren. Radler, die auf der Fahrbahn fahren, müssen aber den Streifen benutzen, weil das Rechtsfahrgebot gilt. Wer auf den Schutzstreifen unterwegs ist, muss sich bei  Ampeln nach den Signalen für den Autoverkehr richten. Radfahrstreifen sind übrigens mit einer durchgezogenen Linie gekennzeichnet und mindestens 1,85 Meter breit.
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erstellt am 21.Mai.2014 | 16:00 Uhr

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