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Elmshorner Nachrichten

09. Dezember 2016 | 12:44 Uhr

Elmshorn : Leiser Abschied vom Madrigalchor

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ensemble löst sich nach 50 Jahren auf. Letztes Konzert in St. Nikolai begeistert das Publikum.

Elmshorn | Ruhig war es. Fast schon feierlich. Dabei hätten die Musiker stürmischen Applaus verdient gehabt. Doch wie vom Chor selbst gewünscht, nahm das Publikum leise Abschied vom Madrigalchor Elmshorn. Nach 50 Jahren löst sich der Chor auf. Ein letztes Konzert in St. Nikolai machte deutlich, was den Elmshornern zukünftig fehlen wird. Stimmgewaltig und „mit Seele“ verzauberten die Chormitglieder ihr Publikum.

Zu hören gab es neben Werken so bekannter Komponisten wie Felix Mendelssohn Bartholdy und Johann Christoph Bach auch „Die sieben Worte Jesu am Kreuz“ von César Franck. Ein Werk, das wohl erstmals in der Krückaustadt aufgeführt wurde. Noch am Freitag vor dem Konzert in der Elmshorner Hauptkirche war ein Chormitglied überraschend verstorben. „Dadurch hat sich die Bedeutung des Konzertes verschoben“, sagte der stellvertretende Chor-Chef Rainer Düwel in seiner Ansprache.

Nach einem halben Jahrhundert verabschiede man sich nun von der Konzertbühne Elmshorns, ganz nach dem biblischen Motto „alles hat seine Zeit“. Grund für die Auflösung des Chores ist das steigende Alter der Mitglieder. „Heute weigern sich öfter einmal unsere Stimmbänder, die Höhen zu nehmen, die nötig sind, um die Töne auch für unsere Zuhörer zum positiven Erlebnis werden zu lassen“, schrieb die Chor-Vorsitzende Ingrid Karstens im Begleittext zum Abschiedskonzert.

„Unsere Begeisterung am Singen hat sich nicht geändert – wir fürchten aber, Ihre Begeisterung uns zuzuhören könnte nachlassen“, umschrieb Düwel den Ernst der Lage. Seinen Dank richtete er an alle Wegbegleiter des Chores. „Wir sind alle traurig“, gab Karstens schon vor dem Konzert zu. In ihrem Text würdigte sie die Arbeit „unserer drei Dirigenten Wulf Seggelke, Joachim Winkler, und bereits seit 1980, Hartmut Deutsch“. Ebenso unvergesslich: Heinz Nieuwenhuijs, der über 30 Jahre lang das Amt des Vorsitzenden inne hatte, und der 2014 zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

Der Madrigalchor hatte sich von Beginn seiner Existenz an der musikalisch „schweren Kost“ verschrieben. Händel, Schubert, Haydn und Brahms waren nur einige der Komponisten, die von den Elmshorner Sängern interpretiert wurden. Viele Chormitglieder waren 20, 30 oder mehr als 40    Jahre dabei. Nun also ertönte der Schlussakkord. Ein wehmütiges Ende einer Erfolgsgeschichte, die unzählige Elmshorner in ihren Bann zog. Mit John Rutters „Look at the world“ ließ der Madrigalchor sein letztes Konzert ausklingen. Ein moderner Schluss eines Chores, der über die Jahre „Musik aus mehreren Jahrhunderten eingeübt hat“, wie es Düwel ausdrückte.

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