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Elmshorner Nachrichten

07. Dezember 2016 | 11:48 Uhr

Politiker sollen schlichten : Kulturzoff in Elmshorn: Die Fronten sind weiter total verhärtet

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Treffen im Rathaus bringt keine Klärung. Der Zwist zwischen Kranhaus und Haus 13 soll im September Thema im Kulturausschuss werden.

Elmshorn | Der Streit der Veranstalter – darum geht es: Vor Eröffnung des Kranhauses an der Schloßstraße haben die Betreiber erklärt, der Bühne Haus 13 an der Adolfstraße inhaltlich keine Konkurrenz machen zu wollen. Der Haus-13-Vorstand bemängelt nun, dass der Kranhaus-Freundeskreis sich nicht an dieses Versprechen gehalten habe. Auch zahle das Kranhaus – anders als das Haus 13 – keine Miete für die Räumlichkeiten. Das führe dazu, dass das Kranhaus für gleichwertige Vorstellungen viel weniger Eintritt als das Haus 13 verlangen könne. Der Wettbewerb sei verzerrt.

Jens Jähne, Vorsitzender des Vereins Freundeskreis Knechtsche Hallen – Keimzelle Kranhaus, weist die Vorwürfe zurück. „Wir haben noch vor Gründung unseres Vereins der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass wir dem Haus 13 keine Konkurrenz machen. Das tun wir auch nicht. Wir akquirieren keine Künstler, wir haben nicht einmal einen Spielplan“, sagt Jähne. Das Haus 13 leiste eine qualitativ sehr hochwertige Arbeit und sei gut besucht. Die Aktivitäten im Kranhaus gefährdeten diesen Erfolg nicht. Jähne ist verärgert darüber, dass der Zwist jetzt die politischen Gremien erreicht hat. „Das ist aus unserer Sicht nicht nötig. Wir wollen einen Kulturdialog führen, zwischen allen Beteiligten, im Moment wird die Diskussion zu verkürzt geführt.“

Trotz der Differenzen: Das Kranhaus hat sogar einen prominenten Fan aus den Reihen der Konkurrenz. „Die Bürgerinitiative Kranhaus ist toll. Solche Angebote wie Urban Gardening oder Repair Café sind prima. Es geht aber nicht, dass eine Institution im Bereich der anderen wildert“, sagt Anna Haentjens, Vorsitzende des Haus-13-Vereins. Vorstandskollege Jens Berendsen wird noch deutlicher. „Die Kranhausvertreter leben in einer Art Kokon, der den Blick auf die reale Welt verstellt. Nur so ist erklärbar, dass man seitens des Kranhauses behauptet, es gäbe gar keine Konkurrenz zwischen uns“, sagt er und sieht Politik und Verwaltung in der Pflicht zu vermitteln.

Der Fall ist bekannt

Bürgermeister Volker Hatje kennt den Fall. „Ich erwarte, dass Absprachen, die offensichtlich getroffen wurden, auch eingehalten werden“, sagt der Verwaltungs-Chef. Und weiter: „Es ist aber auch so, dass Elmshorn mehr Kultur gut verkraften kann.“ Dem Haus 13 gehe es nicht schlecht und das Klientel der Kleinkunstbühne sei ein anderes als das des Kranhauses.

Volker Hatje weist darauf hin, dass der Kranhaus-Verein für das Gebäude an der Schloßstraße ein Nutzungsentgelt von 100 Euro im Monat bezahle. Mehr sei aus jetziger Sicht kaum vorstellbar. Volker Hatje: „Das Gebäude ist marode und wurde vom Verein mit Spenden und in Eigenleistung flott gemacht. Städtische Mittel sind dabei nicht geflossen.“

Mathias Wittorf (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses, sieht jetzt die Politik am Zug. „Ich möchte, dass die kulturelle Vielfalt in Elmshorn bestehen bleibt, sehe aber eine Schieflage, weil es offensichtlich so ist, dass das Kranhaus in der Vergangenheit – anders als das Haus 13 – öffentliche Zuschüsse bekommen hat.“ Wittorf spricht sich dafür aus, die Beteiligten im September im Kulturausschuss zu hören. Dann wird auch über die Verlängerung des Pachtvertrages mit dem Kranhaus-Verein über 2016 hinaus gesprochen. Drei weitere Jahre soll der Verein das Gebäude an der Schloßstraße nutzen dürfen.

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erstellt am 29.Jul.2016 | 13:00 Uhr

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