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Elmshorner Nachrichten

30. Mai 2016 | 06:53 Uhr

Elmshorn : Kristian Bader alias Caveman begeistert

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Höhlenmann bringt das Theater zum Kochen. Am Donnerstag blieben nur wenige Plätze frei, der gestrige Abend war ausverkauft.

Elmshorn | Männer und Frauen sind zwei unterschiedliche Völker mit verschiedenen Sprachen und Verhaltensweisen. Diese These, illustriert mit Klischees und Alltagsbeobachtungen, die zum Wiederkennen einladen, trägt das Einpersonenstück „Caveman“ von Rob Becker. Premiere hatte das Stück in den USA vor 25 Jahren, im Jahr 2000 übersetzte Kristian Bader es ins Deutsche und tourt seitdem als Höhlenmann durch die Theater. Am Donnerstag und Freitag machte er in Elmshorn Station.

Die Produktion zieht nach wie vor viel Publikum an: Am Donnerstag blieben nur wenige Plätze frei, der gestrige Abend war ausverkauft. Zu Recht: Kristian Bader als Caveman ist witzig.

Männer und Frauen passen nicht recht zueinander, das Thema ist uralt. Autor Becker gelingt es trotzdem, in der Balance zwischen Vorurteilen und Wahrheiten viele Funken aus dem niemals endenden Streit zwischen den Geschlechtern zu schlagen. Seine These findet sich im deutschen Untertitel des Stücks: „Du sammeln, ich jagen.“ Als Neandertaler hätten die Männer gelernt, ihre Konzentration beim Jagen auf ein Ziel zu fokussieren, während Frauen beim Sammeln umherschweiften, entdeckten, erkundeten und ins Körbchen packten. Verhaltensweisen, die sich bis in moderne Schlafzimmer gehalten haben.

Mit Kristian Bader hat der Höhlenmann eine geniale Verkörperung gefunden. Er grunzt urzeitlich, zwitschert fröhlich, gibt den Jäger im Auto und den Moderator, der für Verständnis auf beiden Seiten wirbt. Denn Frauen und Männer kommunizieren völlig unterschiedlich, so Beckers Befund: Frauen machen sich Komplimente und betrachten Details in einem Gespräch als Geschenke, die Freundschaften erhalten. Männer dagegen plaudern nicht. „‚Na, du Sack‘ heißt: ‚Du bist mein Freund‘“, stellte Bader in Elmshorn klar. Ein gelungener Kneipenabend braucht keine Konversation. Männer gehen in den Keller: „Sachen bohr’n“. Um so unverständlicher das weibliche Redebedürfnis: „Heike und ihre Freundinnen, die rufen sich an und verabreden sich, um zu reden!“

Alltagsbeobachtung zum selbst überprüfen: Sechs Frauen sitzen am Tisch, die Schüssel mit Nachos ist leer. Sie gehen gemeinsam in die Küche, holen Nachschub, plaudern, tun noch dies oder jenes dazu. Männer in der gleichen Situation: „Ich habe die Nachos besorgt“, also muss Nummer 1 nicht gehen; bis einer übrig bleibt, dem keine gute Ausrede einfällt. Er ist der Verlierer. Männer treten in Wettbewerbe, Frauen kooperieren.

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erstellt am 13.Feb.2016 | 15:00 Uhr

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