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Elmshorner Nachrichten

10. Dezember 2016 | 02:24 Uhr

Open-Air in Elmshorn : Kino mit Kühlbox und Tischdecke

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Veranstaltung unter freiem Himmel lockt viele Besucher ins Freie. Der gespielte Film zeigt das schwierige Leben als illegaler Einwanderer.

Elmshorn | Liebe ist ein großes Wort. Vielleicht zu groß. Vielleicht sollte man anfangen, auch in den kleinen Herzlichkeiten, in zwischenmenschlichen Details und freundschaftlicher Verbundenheit die Liebe zu sehen. Dieser Meinung ist zumindest die Musikerin Jerzee. „Schon wenn sich zwei fremde Menschen begegnen und ein Lächeln schenken. Das ist für mich Liebe“, erzählte die Künstlerin während ihres Auftritts im Elmshorner Skulpturengarten. Die Hamburger Musikerin spielte im Vorprogramm des finalen Picknick-Open-Air-Kinos, das vom Elmshorner Stadtmarketing organisiert wurde. Ihr Auftritt und der anschließende Film ergänzten sich dabei auffällig gut. Denn Liebe, Beziehung und die Überwindung von Fremdheit waren auch die Themen des gezeigten Kinofilms „Heute bin ich Samba“.

Der Film erzählt die Geschichte des Senegalesen Samba, der nach zehn Jahren illegalen Aufenthaltes und einer Ausbildung zum Koch in Frankreich endlich eine Chance auf eine Festanstellung bekommt. Um diese Stelle antreten zu können, muss er sich aber bei den Behörden melden – und landet prompt in Abschiebehaft.

Der Film vom französischen Regieduo Éric Toledano und Olivier Nakache, die schon mit dem Film „Ziemlich beste Freunde“ einen großen Erfolg hatten, bestach beim Elmshorner Publikum vor allem durch seine Vielschichtigkeit. So gehören Erwartungsdruck, existenzielle Not und Angst vor den Behörden zu den vorherrschenden Themen des Films. „Ich zittere schon vor dem Postboten“, lassen Toledano und Nakache eine ihrer Figuren sagen.

Kino mit Klapptisch: Besucher des Filmabends.
Kino mit Klapptisch: Besucher des Filmabends. Foto: Lottmann
 

Doch trotz der schwierigen Themen ist der Film eine Komödie, die beim Publikum für einige Lacher sorgte. Etwa wenn sich in einer Beratungsstunde ein illegaler Einwanderer offensichtlich in Lügen verstrickt. „Monsieur, Sie können nicht mit den Bus gefahren sein. Sie kommen von den Kanaren, das sind Inseln. Das Meer können Sie nicht mit dem Bus überqueren. Es sei denn, es war ein Spezialbus.“ „– Ja so war’s. Es war ein Spezialbus.“

Der Kinoabend war sehr gut gesucht. Nur einzelne Plätze der zur Verfügung gestellten Stühle blieben frei. Dazu kamen viele Besucher mit eigenen Stühlen und Picknickkörben. Einige hatten Klapptische dabei. Und richtige Könner haben mit Kerzen und Tischdecken für eine stimmungsvolle Atmosphäre gesorgt.

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erstellt am 25.Jul.2016 | 12:30 Uhr

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