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Elmshorner Nachrichten

03. Dezember 2016 | 01:26 Uhr

Elmshorn : Kein sicherer Überweg am Bahnhof

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Weg von der Bushaltestelle zur Bahn-Unterführung ist gefährlich. CDU und SPD stimmen gegen barrierefreien Übergang.

Elmshorn | Die Kurve zwischen der Bushaltestelle Holstenplatz und der Bahnhofs-Unterführung ist vielen Elmshornern schon lange ein Dorn im Auge. Sowohl für Fußgänger als auch für Autofahrer ist der viel genutzte Bereich extrem unübersichtlich. Für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollatoren aber ist die Straßenüberquerung hier so gut wie unmöglich. Deshalb hat die Fraktion der Grünen – auch auf Bitte des Seniorenrats – im Ausschuss für Kommunale Dienstleister einen Antrag auf einen Prüfauftrag gestellt: Die Verwaltung soll klären, ob ein barrierefreier Übergang geschaffen und der Bordstein abgesenkt werden kann.

Für die Grünen endete dieser Antrag mit einer bösen Überraschung – ihr Anliegen wurde von den anderen Fraktionen rundheraus abgelehnt. Denn: Die Verkehrssituation an besagter Kurve ist komplizierter, als es auf den ersten Blick erscheint. Die Details erläuterte Petra Langefeld, Leiterin des Amtes für Flächenmanagement: Ein Zebrastreifen kann an dieser Stelle nicht eingerichtet werden. Das schließt die Straßenverkehrsordnung in Kurven aus. Und bei einer Absenkung des Bürgersteigs sehen die Planer das Risiko, dass die Stelle von den Bürgern als geregelter Übergang wahrgenommen wird. „Bis jetzt funktioniert dort alles wunderbar, weil jeder auf jeden aufpasst“, erklärt Bürgermeister Volker Hatje das Problem. „Aber sobald sich die Fußgänger im Recht sehen, lässt ihre Aufmerksamkeit nach und es kommt zu Unfällen.“ Wirklich etwas ändern könne man an der Situation nur etwa im Rahmen der Umgestaltung des gesamten Bahnhofs.

Bis jetzt sei die Stelle kein Unfallschwerpunkt – weil jeder sich extrem vorsichtig verhalte. In der Kurve sei eine Absenkung des Bürgersteigs undenkbar. Die Verwaltung erklärte sich aber bereit, sich mit Alternativen auseinander- zusetzen. Das lehnten jedoch die Vertreter von CDU und SPD ab – besonders nachdem sich Klaus Fischer, Rollstuhlfahrer und ehemaliger Behindertenbeauftragter der Stadt, gegen eine Absenkung aussprach. „Dann fahren die Rollstuhlfahrer hinter den Bussen über die Straße – ohne etwas zu sehen.“ Das sei zu gefährlich. Der einzige sichere, wenn auch weitere Weg für Menschen mit Rollator oder Rollstuhl sei die Ampelanlage.Nach diesen Ausführungen erklärte Immo Neufeldt (CDU), er tue sich schwer damit, die Verwaltung mit einer Prüfung zu beauftragen, „die sogar die Interessensvertreter ablehnen“. Entsprechend stimmten CDU und SPD gegen den Antrag der Grünen.

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erstellt am 13.Jul.2016 | 14:55 Uhr

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