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Elmshorner Nachrichten

06. Dezember 2016 | 09:20 Uhr

Kulturdenkmal wird restauriert : Instandsetzung des jüdischen Friedhofs in Elmshorn kostet etwa 85.000 Euro

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Es werden Spenden benötigt. In seiner Abgeschlossenheit ist der Friedhof ein einmaliges Zeugnis von der Existenz und dem Aufstieg der Gemeinde in Elmshorn.

Elmshorn | Der jüdische Friedhof in Elmshorn mit seiner 1906 erbauten kleinen Friedhofshalle gehört zu den wenigen jüdischen Erinnerungen an die Geschichte der Juden in Schleswig-Holstein. In seiner Abgeschlossenheit ist er ein einmaliges Zeugnis von der Existenz und dem Aufstieg der Gemeinde in Elmshorn. Das befand auch das Landesamt für Denkmalpflege in Kiel und ernannte den im Jahr 1685 eröffneten Friedhof an der Feldstraße zum Kulturdenkmal. Gleichzeitig erklärte das Amt, dass der Verfall der Grabsteine gestoppt und der Friedhof als denkmalgeschützte Fläche für die Nachwelt erhalten bleiben müsse.

„Im vergangenen Jahr wurde der Friedhof neu erfasst und der Zustand der Steine aufgenommen. Es zeigte sich dabei ein erheblicher Restaurationsbedarf“, sagt Harald Kirschninck, Experte für die jüdische Geschichte in Elmshorn. Etliche Steine sind umgefallen und müssen restauriert werden. Die Schätzungen der Gesamtkosten belaufen sich auf zirka 85.000 Euro. Trotz Fördergelder bleibt eine hohe Summe, die durch Spenden und Beiträge der jüdischen Gemeinde aufgebracht werden muss.

Als erste Maßnahme wurde der Grabstein der Familie Oppenheimer wieder hergestellt. Der Stein war beim Umfallen in mehrere Teile zerbrochen. Auch der Grabstein von Siegmund Stern wurde inzwischen restauriert. Im November vergangenen Jahres besuchte sein Sohn Heinz Stern in Begleitung seiner Enkelkinder Jessica und Jeffrey das Grab seines Vater.

„Vor einiger Zeit erhielt das Kulturamt Elmshorn eine Anfrage eines ehemaligen jüdischen Sohnes der Stadt bezüglich seiner Familie. Diese Anfrage wurde über die Jüdische Gemeinde an mich weitergeleitet. Ich nahm Kontakt zu Harry Stern auf und fand heraus, dass es sich bei diesem Herrn um Heinz Sally Stern, geboren am 11. Dezember 1922 handelte, dem es noch im Februar 1940 gelang, sich vor dem Holocaust zu retten und in die USA zu emigrieren“, erzählt Harald Kirschninck. Von neun Familienmitgliedern dieser Familie haben es fünf nicht geschafft. Sie wurden in den Konzentrationslagern ermordet.

Wer die Restaurierung des jüdischen Friedhofs in Elmshorn unterstützen möchte, kann auf das folgende Konto spenden: Spendenkonto: Jüdische Gemeinde Elmshorn. Stichwort Alter jüdischer Friedhof. Iban: DE41 2215 0000 0000 1235 60, BIC: NOLADE21ELH.

Bei den Recherchen stellte Kirschninck zusammen mit Alisa Fuhlbrügge fest, dass der Grabstein seines Vaters Siegmund Stern umgefallen war. Dieser Stein wurde dann auf Kosten der Gemeinde wieder aufgestellt und Harry Stern zu seinem 93. Geburtstag geschenkt. „Als Herr Stern davon erfuhr, entschloss er sich spontan dazu, Elmshorn für einen Tag von New York aus mit seinem Sohn und zwei seiner fünf Enkelkinder zu besuchen“, so Kirschninck.

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erstellt am 06.Jan.2016 | 10:56 Uhr

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