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Elmshorner Nachrichten

05. Dezember 2016 | 09:32 Uhr

In Kollmar tobt der Schilder-Streit

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Anordnung In der Großen Kirchreihe ist jetzt Tempo 70 erlaubt

In der Großen Kirchreihe in Kollmar durften die Autos bisher nur mit Tempo 50 fahren – wie überall innerhalb geschlossener Ortschaften. Jetzt ist Tempo 70    erlaubt. Das hat die Verkehrsbehörde des Kreises Steinburg angeordnet – sehr zum Ärger von vielen Bürgern. In Kollmar tobt ein Schilder-Streit. Wo beginnt, wo endet die geschlossene Ortschaft?

Seit dem ersten September stehen die Schilder, die an der Großen Kirchreihe jetzt das Ende Kollmars verkünden. Sie standen schon einmal, waren aber kurz nach der Aufstellung im Frühjahr von Unbekannten zerstört worden.

Nach Aussage von Michael Nahrwold, Leiter der Steinburger Verkehrsaufsicht, ist die Maßnahme rechtlich völlig in Ordnung. Der Kreis verteidigt seine Entscheidung.

Während eines Ortstermins im April und bei der Verkehrsschau im Juni machten sich die Vertreter der Behörden ein Bild von der Lage und entschieden sich für die neue Beschilderung. „In der großen Kirchreihe in Kollmar an der K  23 ist auf der betroffenen Strecke keine geschlossene Bebauung vorhanden, beziehungsweise ist sie nicht erkennbar. Deshalb ist dieses Teilstück keine geschlossene Ortschaft – und das wird durch das Aufstellen der Ortsausgangstafeln deutlich gemacht“, teilt Nahrwold in einer Presseerklärung mit. „Die Entscheidung ist auf jeden Fall gut und wichtig. Sie dient dem Schutz der innerorts lebenden Menschen. Weil auf dem Teilstück der K  23 keine zusammenhängende Bebauung zu erkennen ist, haben Autofahrer oft nicht gemerkt, dass sie noch in einer geschlossenen Ortschaft unterwegs waren und sind deshalb schneller gefahren.

Weil dann ja auch kein Ortseingangschild mehr kam, haben die Fahrer auch den Beginn der wirklich geschlossenen Ortschaft nicht erkannt und sind weiter zu schnell gefahren. Diese Gefahr haben wir durch die aufgestellten Ortstafeln hoffentlich gebannt“, sagt Nahrwold.

Um Fußgänger und Radfahrer zu sichern wurde zwischen den Ortstafeln eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometern angeordnet. Ansonsten wäre dort Tempo 100 erlaubt. Dies sei eine gute Lösung, nicht nur rechtlich, sondern vor allem auch praktisch zum Schutz und zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Kollmaraner sehen dies allerdings völlig anders. Anwohnerin Marin Hartwig wohnt seit 24 Jahren an der Großen Kirchreihe und kann die neue Beschilderung nicht verstehen. „Es lief eigentlich alles gut und seit ich hier wohne hat es nie Ortsschilder an der großen Kirchreihe gegeben. Dass die Auto- und Motorradfahrer jetzt 70 anstatt vorher 50 Stundenkilometer fahren dürfen, ist nicht sinnvoll, da die Straße kurvenreich und schlecht einzusehen ist – und als Schulweg und Laufstrecke für Sportler genutzt wird“, sagt sie. Auch Bürgermeister Klaus Kruse ist nicht erfreut über die Entscheidung des Kreises. „Es hat über 30 Jahre gut funktioniert, warum soll das jetzt nicht mehr der Fall sein“, sagte er. Der Gemeindechef sieht ebenfalls eine erhöhte Gefährdung durch die Anhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 auf 70 Stundenkilometer.

Dass die neue Beschilderung bei den Kollmaranern nicht gut ankommt, zeigt auch die Tatsache, dass bereits einen Tag nach Aufstellung ein 70-Stundenkilometer-Schild umgeknickt wurde und am Straßenrand lag.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 12:52 Uhr

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