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Elmshorner Nachrichten

28. März 2017 | 00:33 Uhr

Wahlkampf in Elmshorn : Im Dialog mit dem Nachbarn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Hamburger Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) im Haus 13.

Elmshorn | „Elmshorn boomt wegen der Nähe zu Hamburg“, stellte Beate Raudies klar. Die Elmshornerin sitzt für die SPD im Kieler Landtag und ist mitten im Wahlkampf. In ihre Heimatstadt hatte sie am Dienstag einen prominenten Unterstützer aus ihrer Partei geholt: Olaf Scholz, den Ersten Bürgermeister Hamburgs. Gute anderthalb Stunden nahm der sich Zeit, um ihm wichtige Themen anzusprechen und mit gut 50 Besuchern im Haus 13 zu diskutieren.

Die Metropole ist für Elmshorn wichtig – nicht nur in theoretischen Betrachtungen und politischen Gremien, sondern für viele Menschen im täglichen Leben. Das zeigte sich in den Fragen, die Scholz gestellt wurden. Vor allem die geplante Elbvertiefung und die Verlagerung des Schienen-Fernverkehrs von Altona nach Diebsteich nahmen viel Raum ein. Beim Bahnhof wies Scholz darauf hin, dass Diebsteich fast in Sichtweite des bestehenden Bahnhofs Altona liege; voraussichtlich werde der geplante neue Fernbahnhof sogar wieder „Altona“ heißen. Der Nahverkehr werde weiterlaufen wie bisher.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz.
Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz.

Nach dem Ausbaggern der Elbe fragten die Zuhörer Scholz nicht direkt, aber zwei Mal ging es um eine Kooperation des Hamburger Hafens mit Wilhelmshavens JadeWeserPort, der auch größte Containerschiffe abfertigen kann. „Eine Kooperation klappt nicht“, stellte Scholz klar: Die Ladung gehe dahin, wo der Reeder sie haben will; und das sei Hamburg mit seiner Hinterlandanbindung. Wirtschaft war für Olaf Scholz wichtigstes Thema. Werften, Textilindustrie, Kohle: Das sind für ihn schrumpfende Branchen. Maschinenbau und Autos werfen aktuell Gewinne ab; Games – Computerspiele –, Windkraft und Luftfahrt sah Scholz als zukunftsträchtige Branchen.

Park-and-Ride-Plätze? „Die werden kommen“, versprach Scholz. Rente mit 70? Die wolle keiner in der SPD. HVV-Beitritt für weitere Kreise, eine Forderung, die in Steinburg immer wieder diskutiert wird? Der HVV sei dafür offen, aber das koste Geld. Den Nordtarif, den Kiel einführen will, sieht Scholz kritisch: „Das ist noch komplizierter als eine Erweiterung“. Scholz lobte die Zusammenarbeit der norddeutschen Länder, die alles von der SPD regiert werden und die gemeinsam viele Verkehrsprojekte beim Bund durchsetzten: A 20, S 4, S 21 und viele mehr. Dass die Schulen in Schleswig-Holstein und Hamburg ähnlich organisiert sind – Gemeinschaftsschulen und Gymnasium hier, Stadtteilschule und Gymnasium dort, betonte er ebenfalls. Scholz’ Ehefrau Britta Ernst ist Bildungsministerin in Kiel.

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erstellt am 16.Mär.2017 | 16:00 Uhr

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