zur Navigation springen

Elmshorner Nachrichten

08. Dezember 2016 | 03:17 Uhr

Elmshorn : Hier wächst Kunst aus den Wänden

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Ausstellung: Daniela Bergschneider fasziniert mit Werken im Torhaus.

Elmshorn | Die weißen, glatten und lichtdurchfluteten Wände des Torhauses sind mit eleganten Werken geschmückt. Aus den kahlen Wänden scheint eine Diversität an Material und Substanz aus Textilien aller Art zu entwachsen. Spitz und stechend, weich und zart, dominantes Grau oder nüchternes Weiß, geschwungen oder durchlöchert. Diesen Eindruck erhielten die am Sonntagmorgen zahlreich erschienenen Gäste anlässlich der Ausstellungseröffnung „ONE on ONE on ONE“ der Künstlerin Daniela Bergschneider im Elmshorner Torhaus.

Christel Storm, Vorsitzende des Elmshorner Kunstvereins, begrüßte die Gäste mit einer Erklärung des außergewöhnlichen Titels. Es gehe um „Addition und um immer wieder das Gleiche und Variationen dessen, um Experimentieren mit Material und vor allem um die Fantasie des Betrachters“. Christel Storm sieht beispielsweise in den Werken der jungen Künstlerin (Jahrgang 1986), die Kulturwissenschaften, Mode-Textil-Design und Germanistische Sprachwissenschaften studierte, alte vertrocknete Hortensien ihres Gartens, die sie Daniela Bergschneider dann prompt als Geschenk überreichte und für Erheiterung bei den Ausstellungsbesuchern sorgte.

Der Fantasie sind keine Grenze gesetzt. Die Kunst scheint förmlich aus der Wand herauszuwachsen, wie ein wuchernder Garten, der in einem kleinen Keim seinen Ursprung fand und sich immer weiter entwickelt, teils gezielt gesteuert, teils aber der Intuition überlassen. Für diese Art der Kunst gibt es dabei eine ganz grundsätzliche Voraussetzung: den Raum. Bergschneiders Werke müssen diesen einnehmen und sich vor Ort entfalten. Anders Petersen beschreibt in seiner Einführungsrede den Raum als „Bergschneiders Bühne, ihre Werke als Darsteller“ und zeigt sich davon begeistert, wie die Künstlerin jede Charakteristik des Raumes, ob Fallrohr oder Ecke, in ihr Schaffen einbeziehen kann.

Neben den großen dreidimensionalen Exponaten an den Wänden, haben es aber auch kleinere, auf den ersten Blick unauffälligere Objekte in die Vitrine geschafft. Sie dokumentieren vor allem den Arbeits- und Entstehungsprozess und den Umgang mit Material und Substanz. Bergschneider stellt das selbstständige Handwerk in ihrem Arbeitsprozess nicht infrage, sie montiert, hängt, füllt, durchlöchert und erhitzt ihre Werke und thematisiert damit auf der einen Seite Wachstum, auf der anderen Seite den Verfall.

Eine faszinierende Ausstellung – schön, modern und elegant, und innerhalb einer Woche durch die Künstlerin in die Räume des Torhauses „gezaubert“. Die Arbeiten von Daniela Bergschneider sind bis zum 23. Oktober im Torhaus, Probstendamm 7, in Elmshorn zu sehen.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Okt.2016 | 16:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen