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Elmshorner Nachrichten

10. Dezember 2016 | 17:48 Uhr

Ein Blick in die Geschichte : Halloween, ein alter Brauch aus Irland

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Auswanderer brachten das Fest in die USA. „Süßes oder Saures“ wird auch in Asien und Europa praktiziert.

Kreis Pinneberg | Wenn der Oktober sich seinem Ende nähert, genauer gesagt die Nacht vom 31. Oktober zum 1. November bevorsteht, dann sind nicht wenige von uns in Feierlaune. Der Grund: Halloween. Vor allem für jüngere Leute ist es seit Jahren ein Feiertag und ein ganz besonderer dazu.

Doch das war nicht immer so, was vor allem der älteren Generation bewusst ist. Und diese hat teilweise sogar überhaupt kein Verständnis für den „amerikanischen Quatsch“, der sich vor etwa 20 Jahren in hiesigen Breiten festgesetzt hat. Leuchtende Kürbisköpfe, Gespenster- und Grusel-Gimmicks... das habe doch nichts mit uns und unserer Kulturgeschichte zu tun.

Doch von woher kommt nun das „amerikanische“ Halloween eigentlich? Bei dem Wort „Halloween“ handelt es sich zunächst einmal um eine Wortverschmelzung von „All Hallows Eve“. Dieser Begriff benennt den Tag vor dem Hochfest Allerheiligen und vor allem auch die Bräuche in der Nacht davor, also vom 31. Oktober zum 1. November.

Seelen der Toten kommen auf die Erde

Gepflegt wurde dieses Brauchtum ursprünglich im katholischen Irland, von wo aus es durch Auswanderer im 19. Jahrhundert in die USA gelangte und sich dort weiter entwickelte. In Nordamerika und auch in Kanada avancierte es darauf zu einem wichtigen Volksfest, das sich in seinen Abläufen und Gestaltung nach einer keltischen Legende orientiert. Diese besagt, dass sich in der Nacht vor Allerheiligen die Grenzen zwischen der Welt der Lebenden und der Toten öffnen. Die Seelen der Toten kommen dann auf die Erde, um sich neue Körper zu suchen. Um dagegen zu wirken, verkleiden sich die Lebenden furchterregend. Sie wollen so die Toten verscheuchen.

So ist also die Entstehung der teilweise überaus gruseligen Kostüme zu erklären, die zu Halloween mittlerweile auch in hiesigen Breiten guten Absatz finden und auf diversen Partys und Festen verwendet werden. Eine ebenfalls abschreckende Wirkung auf böse Geister sollen darüber hinaus auch die mit Fratzen verzierten Kürbisköpfe haben, die ausgehöhlt und mit Lichtern besetzt vor manchen Häusern ihren Dienst tun.

Sage vom bösen Hufschmied

Auch dieser Brauch stammt aus Irland. Dort lebte einer Sage nach vor langer Zeit der Hufschmied und Bösewicht Jack Oldfield, dem es gelang, durch eine List den Teufel einzufangen. Jack ließ ihn nur gegen die Auflage frei, dass er auch in Zukunft seine Seele nicht holen würde. Nach seinem Tod wurde dies jedoch zu einem Problem, denn Jack kam aufgrund seiner Missetaten nicht in den Himmel, und in die Hölle ließ ihn der Teufel nun auch nicht mehr.

Doch dieser erbarmte sich insofern, dass er Jack ein Stück glühender Kohle vermachte, damit er durch das Dunkel wandern konnte. Jack steckte die Kohle in eine Rübe, die er als Wegzehrung dabei hatte und fortan als Laterne nutzte. Der Ursprung des beleuchteten Kürbisses zu Halloween, der aufgrund dieser Geschichte als „Jack O’Lantern“ bezeichnet wird, ist demnach also eine beleuchtete Rübe.

Da jedoch in den USA Kürbisse in großer Zahl vorhanden waren, die man anstatt Rüben aushöhlte, beleuchtete und mit ausgeschnittenen Fratzen versah, um vor Haus und Hof böse Geister zu vertreiben, wurde die Rübe zu Halloween nicht populär. In Europa wurde der Fratzen-Kürbis wie auch andere amerikanische Halloweenbräuche im Lauf der 1990er Jahre beliebt – allerdings mit einem deutlich weniger schaurigen Charakter als in Nordamerika.

Halloween ist Anlass für Feste

Halloween dient seit dieser Zeit in diversen europäischen Ländern als Anlass für Feste und Feiern, die sich thematisch an diesen Bräuchen orientieren. Die zunehmende Popularität, auch im deutschsprachigen Raum, führte zu einer starken Kommerzialisierung und öffnete Tür und Tor für den Absatz von Konsumgütern zum Thema Halloween wie Kostüme, Deko-Artikel und Süßigkeiten. Auch das Umherziehen von Tür zu Tür, das klassische „Trick or Treat“, stellt einen aufgegriffenen Brauch dar. Er wird in diversen europäischen, asiatischen und südamerikanischen Ländern am 31. Oktober praktiziert.

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erstellt am 29.Okt.2016 | 14:00 Uhr

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