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Elmshorner Nachrichten

08. Dezember 2016 | 23:12 Uhr

Theater und Rap gegen Rassismus : Großes Fest der Nationen in Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Anne-Frank-Gemeischaftsschule feiert die unterschiedlichen Kulturen und zahlreichem Gemeinsamkeiten der Schüler.

Elmshorn | „Wir sind multikulti“, sagt Maren Schramm, Schulleiterin der Elmshorner Anne-Frank-Gemeischaftsschule. Ihre 450 Schüler kommen aus 20 Nationen mit 30 Muttersprachen. Da ist das Schulfest quasi automatisch interkulturell, seit vier Jahren feiern die Anne-Frank-Schüler es im Rahmen der Elmshorner „interkulturellen Woche“. In diesem Jahr stellen 30 Schüler beim Schulfest vor, was sie in der Projektwoche im Juli erarbeitet haben: Das Theaterstück „Djihad für die Liebe“ und Rap gegen Rassismus.

„Wo komme ich her, wo gehe ich hin“, singen sie auf der Bühne auf dem Schulhof: Fragen, mit denen sich auch die Religionen beschäftigen. „Religionen als Potenzial des Friedens“ lautete der gemeinsame Titel von drei Workshops im Juli, für die Profis an die Schule kamen: Pastor Willfrid Knees, im Kirchenkreis zuständig für Bildung und Spiritualität, die Soziologin und Choreografin Irinell Ruf sowie die Band One Step Ahead. Mit Straßeninterviews, gemeinsamer Lektüre, dem Erarbeiten des Theaterstücks und der Rap-Texte näherten sich Schüler der Willkommensklasse – dort werden Flüchtlingskinder aufgenommen – und achter Klassen dem Thema.

Wenn sich ein islamisches und ein christliches Kind zusammen für ein Buch über den Maler, Grafiker und Bildhauer Max Ernst begeistern, „dann ist die Schranke im Kopf weg“, schwärmt Irinell Ruf. „Bei einzelnen ist richtig was in Gang gekommen“, so Pastor Knees zufrieden.

Justin Schmitz aus der 6a und Jonas Reschke aus der 5a drehen Runden auf dem Lastenfahrrad, einem begehrten Spielzeug beim Sommerfest.
Justin Schmitz aus der 6a und Jonas Reschke aus der 5a drehen Runden auf dem Lastenfahrrad, einem begehrten Spielzeug beim Sommerfest. Foto: Roolfs
 

Für das Ergebnis interessierten sich auch Politiker: Bei der Theateraufführung saßen in der ersten Reihe die beiden Elmshorner SPD-Ab geordneten Ernst Dieter Rossmann aus dem Bundestag und Beate Raudies aus dem Landtag. Theaterstück und Rap waren die Höhepunkte des Sommerfestes, das Interesse der Schüler groß. Aber daneben gab es auf dem Schulhof jede Menge Platz und Angebote zum Spielen. Die Schülervertretung (SV) informierte in mehreren Sprachen, überall waren Spiele aufgebaut, eine Cafeteria gab es natürlich auch.

Die SV hatte auch angeschoben, dass sich die Anne-Frank-Schule um den Titel „Schule ohne Rassismus“ bewirbt, den sie inzwischen führt. Schulleiterin Maren Schramm berichtet von der simplen Logik der Begründung: „Da brauchen wir gar nicht viel zu tun, Rassisten werden bei uns sowieso nix“.

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erstellt am 26.Sep.2016 | 09:30 Uhr

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