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Elmshorner Nachrichten

18. Januar 2017 | 07:13 Uhr

Rivalität : Es gibt Zoff im Elmshorner Kulturbetrieb

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die ungeklärte Konkurrenzsituation zwischen dem Kranhaus und dem Haus 13 schafft Probleme. Jetzt soll es ein klärendes Gespräch im Rathaus geben.

Elmshorn | Alles begann mit einem Gespräch im Januar 2014. Vertreter der „Initiative Kranhaus“ hatten um ein Gespräch mit dem Vorstand des Hauses 13 gebeten. Laut Briefwechsel zwischen den Vorständen sollte damals erörtert werden, „welche Art von Veranstaltungen im Kranhaus angeboten werden könnten, ohne dabei in Konkurrenz zu dem Programm-Angebot des Haus 13 zu treten“. Man einigte sich darauf, in Kontakt zu bleiben. Jens Jähne und Volker Lützen von der Kranhaus-Initiative sicherten zu, keine Veranstaltungen zu organisieren, die für das „Kerngeschäft“ des Hauses 13 zur Konkurrenz werden könnten.

20 Monate später dann die Ernüchterung: Das Kranhaus hatte sich als vielfältig genutzte Spielstätte etabliert und bot ein breit gefächertes kulturelles Angebot – auch in Bereichen, in denen sich das Haus 13 über Jahre einen guten Namen gemacht hatte. Jens Berendsen vom Haus 13 fasste die Situation in einem Schreiben an den Kranhaus-Vorstand (Jähne, Lützen) vom 1. Oktober 2015 zusammen. Sein Vorwurf: „Wir müssen „feststellen, dass Sie ihr Wort nicht gehalten haben“. Das Kranhaus, so Berendsen, scheue nicht einmal davor zurück, „gezielt Veranstaltungen vom Haus 13 ins Kranhaus zu locken“. Es sei sogar so, dass sich das Kranhaus aus dem Künstlerfundus des Hauses 13 bediene.

Das wollte der Vorstand des Kranhaus-Freundeskreises nicht auf sich sitzen lassen. Während einer außerordentlichen Sitzung am 19. Oktober 2015 setzten sich Jens Jähne und seine Mitstreiter mit den Vorwürfen aus dem Haus 13 auseinander. Im Protokoll der Sitzung ist nachzulesen, das man Jens Berendsens Schreiben „mit Bestürzung zur Kenntnis genommen“ habe. Die Vorwürfe seien „inhaltlich nicht zutreffend“.

Es folgte ein Treffen zwischen Vertretern des Hauses 13 und des Kranhauses am 2. Februar 2016. Inhalt des Gesprächs: Die wachsende Konkurrenzsituation.

In einem Schreiben vom 4. Februar 2016 informierte Jens Berendsen (Haus 13) Bürgermeister Volker Hatje und Stadtrat Dirk Moritz über den Verlauf der Aussprache. Volker Lützen vom Kranhaus habe klargestellt, dass es keinesfalls die „verbindliche Zusage“ gegeben habe, dem Haus 13 keine Konkurrenz zu machen. Es habe sich lediglich um eine „Absichtserklärung“ gehandelt, die die Meinung der „Privatmenschen“ Volker Lützen und Jens Jähne wiedergegeben habe. Nach der Vereinsgründung habe sich das Kranhaus zur „Bürgerbewegung“ entwickelt, eine inhaltliche Beschränkung sei dann nicht mehr möglich gewesen.

Haus 13 sieht sich gut aufgestellt

Mit der Konkurrenzsituation, so Jens Berendsen, in seinem Schreiben an die Verwaltungsspitze, habe das Haus 13 keine Probleme. Man sei gut aufgestellt und habe eine sehr erfolgreiche Saison hinter sich. Berendsen mahnt aber gleiche Wettbewerbsbedingungen an.

Konkret: Das Haus 13 ist in einem Gebäude untergebracht, das der Familie Berendsen gehört. Der Verein zahlt eine monatliche Warmmiete von 1150 Euro für die Nutzung. Jens Berendsen: „Dieser Betrag wurde 2008 von einem vereidigten Sachverständigen ermittelt. Um gleiche Wettbewerbsbedingungen herzustellen, würde ich von der Stadt Elmshorn erwarten, dass für das Kranhaus mit dem gleichen Verfahren eine Mietpreis-Findung hergeleitet wird.

Das Haus 13, so Jens Berendsen, werde nicht öffentlich bezuschusst und müsse trotz guter Auslastung (85 Prozent) mit Defiziten leben, die „jedes Jahr aufs Neue mit privaten Spenden egalisiert werden müssen.“ Also: Jede Menge Zündstoff für das Gespräch heute Abend im Elmshorner Rathaus. Keine leichte Aufgabe für Moderator Thorsten Mann-Raudies (SPD), der versuchen muss, die Wogen zu glätten und Wege aufzuzeigen.

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erstellt am 27.Jul.2016 | 12:23 Uhr

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