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Elmshorner Nachrichten

08. Dezember 2016 | 21:13 Uhr

Eventschiff MS Klostersande : Erste Hochzeit unter Deck

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Eventschiff Fördervereins MS Klostersande und H&H Events haben mit dem historischen Kornfrachter viel vor.

Elmshorn | Oben Wellblech, rechts und links blau lackierte stählerne Spanten: so stellt sich das Brautpaar das passende Ambiente für seine Hochzeit vor. Am 7. Oktober wird zum ersten Mal im Frachtraum der „Klostersande“ geheiratet.

Ein weiterer Baustein für die Belebung des alten Frachters: Seit einigen Wochen vermarktet die H & H Events GbR die „Klostersande“ als Elmshorner Eventschiff. Das Sommerfest der Nordakademie und ein 85. Geburtstag waren die ersten Veranstaltungen, ab sofort kann jedermann mit bis zu 60 Gästen an Bord des Frachters feiern.

„Von rustikal bis exklusiv“ reichen die Angebote, erklärt Andreas Hensel. Der Restaurantfachmann hat die Firma gemeinsam mit Vinothek-Inhaber Patrick Henning gegründet und bietet Komplettpakete von der Planung über die Bestuhlung und das Catering bis zu Musik oder Moderation für die Feier. „Die Nachfrage ist schon sehr gut“, sagt Hensel. Die Feiersaison ist jedoch bald vorbei: Noch gibt es keine vernünftige Heizung an Bord, im Winter wird es im Laderaum zu kalt zum Sitzen und Essen.

Der gelernte Dreher Jürgen Beick hat schon auf der Cap San Diego gearbeitet, heute engagiert er sich auf der Klostersande.
Der gelernte Dreher Jürgen Beick hat schon auf der Cap San Diego gearbeitet, heute engagiert er sich auf der Klostersande. Foto: Roolfs

Hans Barzel, der zweite Vorsitzende des Fördervereins MS Klostersande, dem das Schiff gehört, freut sich: „Wir müssen ja unsere Raten bezahlen“. Der Verein stottert noch den Kaufpreis für den alten Frachter ab. Aber mindestens genau so sehr wie über die Hochzeit und die geplanten Feiern freut sich Barzel über etwas viel Profaneres: „Unsere neuen Toiletten sind fast fertig!“ Stolz zeigt er die beiden Schüsseln und die zwei Urinale. Nebenan steht ein Tank parat, der 3000 Liter Fäkalien fasst.

Barzel ist eins von sechs Mitgliedern der „Rentnergang“, die an jedem Dienstag auf dem Schiff arbeitet. Die Toiletten sind für die Veranstaltungen, die in den kommenden Monaten anstehen, eine wichtige Voraussetzung, aber Barzel denkt noch weiter: „Wir müssen einen Trinkwasseranschluss haben“. Bislang wird das Schiff provisorisch von den Stadtwerken mit Wasser versorgt, aber es soll eine dauerhafte Lösung her. Bis zum geplanten Umbau des Hafens dauert es Barzel zu lange: „Da müssen noch jede Menge Gespräche geführt werden.“ Einfacher scheint das Projekt, eine Wamluftheizung zu installieren: „Das verlängert die Saison“.

Die „Rentner“ lassen regelmäßig die Maschine laufen, damit alle Teile geschmiert werden: „Die Klostersande wird immer betriebsbereit sein“, verspricht Barzel. Eine große Tour ist schon in Planung: Die Aktiven wollen mit dem Frachter über die Elbe in Elmshorns Partnerstadt Wittenberge fahren. Jürgen Beick steht in der Achterpiek zwischen Werkzeugen, Gerümpel und den Toiletten. Der gelernte Dreher hat im technischen Betrieb der Hamburg-Amerika-Linie gearbeitet, erzählt er, als Rentner war er schon elf Jahre lang auf der Cap San Diego aktiv. 2012 zog er nach Elmshorn, seit er von der Klostersande hörte,ist er an jedem Dienstag dabei: „Das macht richtig Spaß“, sagt er und flext Nägel von einem Holzklotz.

Eventschiff Fördervereins MS Klostersande und H&H Events haben mit dem historischen Kornfrachter viel vor.
Jürgen Tillmann (l.) und Peter Bohn arbeiten an jedem Dienstag auf der Klostersande. Foto: Roolfs
 

Jürgen Tillmann gehört ebenfalls zur Dienstagsgruppe: „Hier habe ich meine Ruhe“, lacht er. Er will junge Bands auf die Klostersande holen, zwei Mal pro Jahr sollen Nachwuchs- und Schülerbands im Frachtraum auftreten: „Damit auch junge Leute wissen: Hier gibt es ein Schiff“. Weitere öffentliche Veranstaltungen des Fördervereins stehen schon fest: Am 5. November findet ein Konzert an Bord statt. Die Märchenerzählerin, die schon beim Hafenfest im Sessel vor dem Schott saß, soll in der Adventszeit wieder aufs Schiff kommen.

Der Klostersande-Verein umfasst zurzeit insgesamt 85 Mitglieder. „Wir suchen dringend Verstärkung von Handwerkern aller Couleur“, erklärt Barzel. Wobei auch schon helfen kann, wer einen Pinsel gerade hält: Nächster großer Arbeitsschritt soll das Anstreichen der Bordwand sein.

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erstellt am 27.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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