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Elmshorner Nachrichten

02. Oktober 2016 | 00:18 Uhr

Entsorgung : Elmshorn fürchtet das Müllchaos

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Es gibt massive Zweifel an der Leistungsfähigkeit des zuständigen Unternehmens. Die Gab interveniert bei Dualem System.

Elmshorn | „Wenn das passiert, dann haben wir bald ein paar 1000 Krähen mehr in Elmshorn“, unkte Bürgermeister Volker Hatje. Es geht um den Müll in der Stadt – genauer gesagt: um die Entsorgung des Abfalls. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder massive Beschwerden darüber, dass Glascontainer im Stadtgebiet nicht regelmäßig geleert, die Standorte immer wieder zu Müllkippen werden. Verantwortlich für die Entleerung ist seit 2014 das Unternehmen Bötel aus Wedel.

Die Diskussion kochte im Ausschuss für kommunale Dienstleister jetzt wieder hoch. Problem aus Sicht der Stadt: Ab 2017 soll das Unternehmen Elbe Containerdienst GmbH mit Sitz in Wedel im Kreis Pinneberg für die Abholung der gelben Säcke und Leerung der gelben Tonnen verantwortlich sein.

Immer wieder waren  die Altglascontainer in Elmshorn, wie hier am Schlurrehm, hoffnungslos überfüllt.
Immer wieder waren die Altglascontainer in Elmshorn, wie hier am Schlurrehm, hoffnungslos überfüllt. Foto: Schönstedt

Das ist das Ergebnis der Ausschreibung des Dualen Systems. Der Containerdienst und Franz Bötel & Söhne sind aber über ihre Geschäftsführungen, die Betriebsgelände am Kronskamp und ihre Eigentümer aus der Familie Bötel miteinander verbunden. Der Aufschrei vieler Bürgermeister – auch von Hatje – im Kreis war laut. Sie sprachen dem Unternehmen schlichtweg die Befähigung ab, diese Aufgabe zufriedenstellend für die Städte und Kommunen zu erfüllen – zu negativ waren die Erfahrungen kreisweit mit dem Wedeler Unternehmen beim Altglas. Sie forderten den Landrat auf, einzugreifen. Doch dem waren bisher die Hände gebunden. Das Einsammeln von Verpackungen ist seit den 1990er Jahren in privater Hand. Der Kreis hat keinen Einfluss auf die Ausschreibung.

Doch es tut sich was: Die Gab Umwelt Service hat inzwischen den Auftraggeber aufgefordert, die Auftragsvergabe an den Bestbieter noch einmal unter dem Gesichtspunkt Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit zu überprüfen. Das bestätigte Kreis-Pressesprecher Oliver Carstens. Die Gab – Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung – gehört zu 51 Prozent dem Kreis und zu 49 Prozent dem privaten Entsorger Remondis. Für die Entsorgung der gelben Säcke im Kreis Pinneberg war bisher ein Gab-Tochterunternehmen zuständig.

Der Glasmüll: Den Elmshorner Politikern reicht es. Denn durch Flaschen und Scherben auf Geh- und Radwegen werden zusehends auch Kinder gefährdet. Auch die Containerplätze lassen zu wünschen übrig. Immer wieder müssen die Mitarbeiter des Betriebshofes zum Fegen ausrücken. Laut Stadtverwaltung ist die Gab für die Reinigung verantwortlich. Der CDU-Abgeordnete Edgar Konetzny forderte, der Gab jeden Cent in Rechnung zu stellen, wenn die Stadt die Säuberung übernehmen muss. Fakt ist aber auch: Elmshorner Bürger nutzen die Containerplätze immer wieder, um ihren Müll einfach und bequem loszuwerden:

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