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Elmshorner Nachrichten

09. Dezember 2016 | 22:19 Uhr

Elmshorn: Eine Hochburg der Kultur

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Serie Theater-Chef Peter Thomsen sitzt gerne vor dem Eiscafé auf dem Alten Markt / Er schätzt die Kulturszene in der Krückaustadt

„Schönheit“ ist nicht gerade ein Begriff, mit dem Elmshorn im Allgemeinen verbunden wird. Dennoch fühlen sich viele Menschen in der Krückaustadt wohl und die meisten haben mit der Zeit ihre ganz persönlichen Lieblingsorte gefunden – sei es mitten in der Natur oder ganz zentral in der Stadt. Einige Elmshorner haben uns ihre Lieblingsorte verraten. Um diese Plätze und die Geschichten dahinter geht es in der EN-Serie.

Der Lieblingsplatz von Peter Thomsen ist das Eiscafé Vittoria, gleich neben St. Nikolai – zumindest bei gutem Wetter. „Ich bin hier oft in meiner Mittagspause“, erklärt der Geschäftsführer der Theatergemeinschaft Elmshorn, während er sich einen Tisch sucht. „Ich mag die ganze Atmosphäre hier, das Ensemble, das die Kirche, die alten Häuser und die großen Bäume bilden.“ Thomsen nutzt die Ruhe mitten in der Stadt, um sich mit Kollegen und Freunden auszutauschen. „Wir unterhalten uns hier über Gott und die Welt – nicht unbedingt nur über Kultur. Es geht darum, zwischendurch auch mal runterzukommen.“

Die Sommermonate, in denen Thomsen an einem der kleinen Tische vor dem Eiscafé sitzen und das Treiben am Alten Markt beobachten kann, sind praktischerweise auch die Monate, in denen er dafür die Muße hat. „Im September geht die Spielzeit wieder los, da habe ich oft lange Tage, arbeite zwölf bis dreizehn Stunden am Stück.“

Der 56-Jährige beschäftigt sich jetzt schon mit den Planungen für die Saison 2017 / 2018. „Früher reichte es, wenn man im April oder Mai gebucht hat. Jetzt muss man sich ranhalten, wenn man die beliebten Angebote haben will, sonst ist alles ausverkauft.“ Gerade populäRe Stücke seien schnell weg.„,Ziemlich beste Freunde’ war zum Beispiel innerhalb kürzester Zeit ausverkauft – und das, obwohl es bereits in der dritten Saison läuft. Das ist aber auch wirklich eine sehr gute Inszenierung.“

Wie auch die anderen Teilnehmer der Lieblingsplatz-Serie, muss sich Peter Thomsen der Frage nach dem Image der Krückaustadt stellen. Das Fazit des gebürTigen Elmshorners ist – zumindest was die Kultur betrifft – extrem positiv. „Im norddeutschen Raum ist Elmshorn im Bereich Kultur eine Hochburg. Da findet man nichts vergleichbares – also wenn wir jetzt Hamburg mal außen vor lassen.“ Es gebe keine andere Stadt in Schleswig-Holstein, in der mehr geboten würde. „Allein das Stadttheater hat jährlich 130 Veranstaltungen, dazu kommen das Haus 13 und die Dittchenbühne – wir sind sehr breit aufgestellt.“ Norderstedt und Neumünster hätten jeweils nur 50 bis 60 Veranstaltungen zu bieten. „Vom Kreis Pinneberg ganz zu schweigen.“ Gäste kämen teilweise aus Kiel, Neumünster oder Itzehoe zu den Kabarett-, Comedy- und Musikveranstaltungen in Elmshorn.

Woher kommt das? „Wir sind keine Provinzbühne“, sagt Peter Thomsen. „Wir zeigen als Tourneetheater die Produktionen der großen Bühnen. Was bei den Hamburger Kammerspielen, in Altona, am Ohnesorg-Theater oder sogar im Renaissance-Theater in Berlin gezeigt wird, kann man auch hier sehen.“

Nur die Stadt selbst scheint diesem Glanz nicht ganz gerecht zu werden. Wenn Schauspieler aus den Großstädten nach Elmshorn kommen und vor der Aufführung durch die Innenstadt gehen, sei ihr Kommentar zur Innenstadt in den besten Fällen: „Ganz nett“. „Die empfinden Elmshorn als hässlich. Dabei gibt es an der Hafenspange oder hier an der Kirche auch sehr schöne Orte“, sagt Thomsen. Für die Bausünden der 70er Jahre oder das CCE findet auch er keine guten Worte. „Aber wir haben mit dem Stadtumbau eine gute Chance, dass alles besser wird.“ Thomsen hofft, dass das auch in der Politik so begriffen wird. „Denn so eine Chance bekommen wir nicht wieder.“

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erstellt am 08.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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