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Elmshorner Nachrichten

24. März 2017 | 16:58 Uhr

Bevölkerungswachstum : Elmshorn boomt weiter

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Allein im Sanierungsgebiet sind bis zu 800 neue Wohneinheiten geplant.

Elmshorn | 51.418 Menschen lebten Ende 2016 in Elmshorn – so viel wie noch nie. Innerhalb von zwei Jahren stieg die Bevölkerung um 2,8 Prozent. Keine Frage: Die größte Stadt im Kreis Pinneberg boomt. Und ein Ende ist noch gar nicht abzusehen. In vielen Teilen des Stadtgebietes dominieren Kräne das Bild. Wohnungen schießen zurzeit wie Pilze aus dem Boden. Allein im Kibek-Quartier – Teil des Sanierungsgebietes Krückau-Vormstegen – an der Reichenstraße entstehen 151 Wohnungen. Die ersten Mieter sind schon eingezogen. Im gesamten Sanierungsgebiet könnten laut Silke Faber, Chefin im Amt für Stadtentwicklung, in den kommenden Jahren bis zu 800 neue Wohneinheiten entstehen. Die Neue GeWoGe zieht 51 Wohnungen an der Gerberstraße hoch. Einfamilien- und Doppelhäuser werden an der Kaltenweide und der Wilhelmstarße gebaut.

Natürlich verfolgen die Verantwortlichen im Rathaus die Entwicklung aufmerksam. „Ich denke, dass Elmshorn eine Einwohnergröße von bis zu 55.000 verkraften könnte“, sagt Bürgermeister Volker Hatje. Diese Zahl wäre noch gesund. Er sorgt sich vor allem um die Infrastruktur, um den Verkehr, die Kita-Plätze, die Schulen, wenn die Bevölkerung weiter so rasant wächst.

 

„Wir müssen aber auch aufpassen, dass wir nicht alle noch vorhandenen Freiräume bebauen“, mahnt der Verwaltungschef. Er spricht von einem „grünen Band“, das sich entlang des Krückauwanderwegs durch das Stadtgebiet ziehen könnte.

Beim Geschosswohnungsbau sieht Hatje das Ende der Fahnenstange als fast erreicht an, auch was den sozialen Wohnungsbau anbelangt. Er setzt auf eine gute Durchmischung der einzelnen Quartiere. „Wir wollen eine Ghettobildung in Elmshorn vermeiden.“ Sein Credo: Die Stadt sollte im Bereich der Einfamilien- und Doppelhäuser Angebote schaffen. Die Nachfrage sei da. Hintergedanke: Auch die zahlungskräftigere Klientel soll in die Stadt gelockt werden.

 

Schaut man sich die Zahlen genauer an, fällt auf, dass in Elmshorn 2016 insgesamt 463 Geburten verzeichnet wurden. Das ist der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Allerdings lag die Zahl der Sterbefälle mit 578 im Zehnjahresvergleich ebenfalls auf einem Rekordwert.

 

Anziehungspunkt Elmshorn: In 2016 zogen 3392 Menschen in die größte Stadt im Kreis Pinneberg. In den vergangenen zehn Jahren waren es nur 2015 mehr. 2876 Menschen haben der Stadt im vergangenen Jahr den Rücken gekehrt. Diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert. Geburten, Sterbefälle, Zuzüge, Wegzüge: Im Saldo verzeichnete die Stadt Elmshorn in den vergangenen Jahren immer ein Plus. Für 2016 liegt es bei 401 Personen. Der dritthöchste Wert.

 

Elmshorn wächst, dabei gilt die einstige Industriestadt wahrlich nicht als attraktive Perle im Städtereigen im Kreis Pinneberg. „Elmshorn punktet durch seine Eigenständigkeit. Wir sind kein Anhängsel von Hamburg, keine Schlafstadt. Hier passiert etwas“, sagt Hatje. Der Bürgermeister verweist auf das Kino, das Stadttheater und den Badepark. Mit dem Bahnhof und der Autobahn sei die Stadt sehr gut angebunden. „Und in Elmshorn ist Wohnraum auch noch bezahlbar.“ 51.418 Elmshorner waren es am 31. Dezember 2016. Die 52.000er-Marke wird schon bald durchbrochen sein.

Es gibt die offizielle und die inoffizielle Einwohnerzahl. Denn bei der Volkszählung „Zensus“ verlor die Stadt auf einen Schlag 2500 Einwohner. Doch Elmshorn kämpft um seine Einwohner, hat sich einer Musterklage angeschlossen, die die Stadt Flensburg auf den Weg gebracht hat. Denn die 2500 fehlenden Kinder und Jugendlichen, kann die Stadt nicht nur übers Einwohnermelderegister, sondern auch über Kindergärten und Schulen nachweisen. Insgesamt wehren sich 32 Kommunen aus Schleswig-Holstein gegen angeblich zu niedrige Bevölkerungszahlen aus dem Zensus. Sie alle haben beim Statistikamt Nord Widerspruch gegen die Volkszählung eingelegt.
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erstellt am 14.Mär.2017 | 10:00 Uhr

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