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Elmshorner Nachrichten

05. Dezember 2016 | 09:28 Uhr

Jubiläum in Elmshorn : Eine etwas andere Kirche

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Stiftskirche ist 125 Jahre alt geworden. Beim Festgottesdienst waren alle Plätze belegt.

Elmshorn | Rund 100 Besucher – damit war die Elmshorner Stiftskirche zum Festgottesdienst voll. „Klein, aber fein“, so charakterisierte Pastorin Frauke Piepenburg ihr Gotteshaus: „Ein Hauch vom himmlischen Glanz ist hier zu spüren“. Am Sonntag glänzte die Kirche am Fuß der Ost-West-Brücke ganz irdisch: Die Gäste feierten den 125. Geburtstag des Hauses. Die Stiftskirche ist ein bisschen anders. „Mitten im Lärm der Stadt ist sie ein ganz besonderer Ort“, befand Piepenburg: „Sie lädt ein zur Meditation“. In der Kirche finden immer wieder Gottesdienste statt, in denen sieben Minuten Schweigen die übliche Predigt ersetzen.

Außerdem steht die Stiftskirche für Austausch zwischen Religion und Kunst. Mindestens ein Mal im Jahr präsentieren dort Künstler ihre Werke, denen mit Andachten, Gesprächen, Bildbetrachtungen und Workshops auf den Grund gegangen wird. „Die Gemeinde lädt Künstler ein und diskutiert mit ihnen, weil Bilder zum Glauben gehören“, betonte Wolfgang Deresch. Der emeritierte Pastor stellte klar, dass am Anfang nicht nur das Wort war, wie es in der Bibel heißt, sondern Wort und Bild gemeinsam. Er schenkte der Gemeinde zum Jubiläum eine Bilderbibel.

„Singen und Schweigen“ heißen die Gottesdienste mit Meditation: Musik spielt eine wichtige Rolle in der Kirche. Vor allem kleinere Ensembles treten oft in der Stiftskirche auf. Beim Festgottesdienst sorgten Gastmusiker aus Kirchenkreisen für den musikalischen Rahmen: Pastorin und Sopranistin Idalena Urbach sang, Organistin Isolde Kittel-Zerer spielte.

Die Geschichte der Stiftskirche geht zurück auf ein Stift für verarmte alte Frauen. Das Thema „weibliche Altersarmut“ ist noch heute aktuell, erinnerte Pastorin Piepenburg. Aber dieser Tag war fürs Feiern vorgesehen: Die Rede von Sylvia Hansch wurde von Glockengeläut und knallenden Sektkorken unterbrochen. Hansch konnte aber noch daran erinnern, dass „Einige entsetzt“ auf das große Umräumen reagiert hatten, in dessen Folge die Stiftskirche ihr Profil entwickeln konnte. Im Sommer 2003 wurden die Kirchenbänke ausgebaut, seitdem sitzen die Besucher auf Stühlen. Die übrigen Bänke lagerte die Gemeinde ein. Aber die Gemeindemitglieder gewöhnten sich an den offenen Raum, inzwischen stehen die alten Möbel in einer Dithmarscher Kirche.

Eine „normale“ evangelische Kirche war die Stiftskirche nur kurz: 1956 teilte sich die Kirchengemeinde, die Stiftskirche wurde selbstständig. 2013 fusionierte sie mit der Thomaskirche zur Emmaus Gemeinde. Heute hat sie keinen eigenen, festen Pastor; Frauke Piepenburg und Matthias Mannherz betreuen die beiden Kirchen gemeinsam.

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erstellt am 06.Jul.2016 | 13:00 Uhr

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