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Elmshorner Nachrichten

09. Dezember 2016 | 20:32 Uhr

Die Innenstadt in Elmshorn soll schöner werden : Eine Arbeitsgemeinschaft will gegen Leerstände und für eine bessere Aufenthaltsqualität kämpfen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Ziel ist groß gedacht: Elmshorn soll attraktiver werden, attraktive Geschäfte und Restaurants sollen sich ansiedeln, die Leerstände verschwinden.

Elmshorn | Leerstände in 1A-Lagen, ein suboptimaler Branchenmix und Bürger, die sich in der Einkaufsstraße nicht wohl fühlen – Probleme gibt es in Elmshorns Innenstadt genug. Es ist höchste Zeit, dass sich etwas ändert, findet eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Kaufleuten, Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung. Und sie will unter dem Namen „Citymanagement“ ganz konkrete Projekte angehen und Geld in die Hand nehmen. „Für jeden Euro, den die Stadt investiert, werden auch wir einen Euro geben“, kündigte Unternehmer und Immobilieneigentümer Dirk Kehrhahn im Hauptausschuss an.

Es ist ein ehrgeiziges Projekt, das er und seine Mitstreiter im Sinn haben. Rund 1,5 Millionen Euro soll es kosten – und nach Möglichkeit alle Eigentümer von Ladenlokalen in Elmshorn einbeziehen. Aber auch das Ziel ist groß gedacht: Elmshorn soll attraktiver werden, attraktive Geschäfte und Restaurants sollen sich ansiedeln, die Leerstände verschwinden.

Innerhalb eines Jahres hat sich die Arbeitsgruppe Citymanagement bereits mit konkreten Lösungsmöglichkeiten beschäftigt. Ein wichtiger Punkt betrifft die Datenlage. Es gibt bislang keinen Anlaufpunkt für Einzelhändler, Investoren oder Ketten, die gerne in Elmshorn ein Geschäft eröffnen würden, niemanden, der eine Liste über aktuelle oder zukünftige Leerstände führt. „Wir haben hunderte von Eigentümern, die nur wenig miteinander reden“, sagte Kehrhahn. „Und dazu kommen dann noch die 20 bis 25 Prozent, die gar keine Elmshorner sind, sondern Kapitalgesellschaften, die irgendwo in Frankfurt oder Dortmund sitzen.“ Eine solche Datenerfassung, das gab Kehrhahn zu, wäre sehr aufwendig und teuer. Aber das Beispiel Itzehoe zeige, wie auf diesem Wege der Leerstand bekämpft und langfristige Mieter in die Stadt geholt werden könnten. Dort habe ein externer Experte zusätzlich zu der Aufstellung gezielt Ketten angesprochen, die sich für eine Ansiedlung in konkreten Ladenlokalen eignen könnten – „mit sichtbarem Erfolg.“

Um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern, hat sich die Arbeitsgruppe verschiedene erfolgreiche Beispiele angesehen. Möglichkeiten wären beispielsweise vermehrt Sitzmöbel und Kunst im öffentlichen Raum aufzustellen oder einen öffentlichen Sandkasten, Wasserspiele oder ein Beachvolleyballfeld einzurichten. Zusätzlich müsse mehr auf Sauberkeit und die Entfernung von Graffiti geachtet werden. „Es gibt wirklich grausame Ecken in Elmshorn, gerade in der Nähe des Bahnhofs“, sagte Kehrhahn.

Elmshorn, so der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, braucht ein Gesamtkonzept, möglichst innerhalb der nächsten fünf Jahre. Damit es weitergehen kann, brauche die Arbeitsgemeinschaft allerdings positive Signale – einmal von den Politikern im Hauptausschuss und einmal von den anderen Eigentümern der Ladenlokale.

Positive Rückmeldungen

Die Rückmeldung der Politiker war überwiegend positiv. „Ein solches Engagement ist nicht selbstverständlich. Ich freue mich sehr darüber“, sagte Dörte Köhne-Seiffert (SPD). Auch Silke Pahl (Grüne) drückte ihre Begeisterung aus. Ein solches gemeinsames Projekt zwischen Unternehmern und Stadt sei „mehr als überfällig.“

Karl Holbach geht dagegen „alles zu schnell“ und Christian Saborowski (CDU) warf ein, er sehe nicht, wie das Projekt dazu beitragen könne, endlich gute Restaurants nach Elmshorn zu bringen. Dem entgegnete Kehrhahn, wenn die Leerstände verschwänden und die Innenstadt attraktiv sei, „kommen die Gastronomen ganz von selber.“ Bürgermeister Volker Hatje, der bereits viele Gespräche mit den Mitgliedern der Arbeitsgruppe geführt hat, fügte hinzu, noch sei nicht jedes Detail geklärt. Man habe sich aber zu einem ersten Schritt in die Öffentlichkeit zu diesem Zeitpunkt entschieden, damit sich später keiner übergangen fühle. „Wir haben immer gesagt, dass sich die Kaufmannschaft engagieren soll. Jetzt tun sie es.“

Schließlich einigten sich die Politiker, unabhängig von bestimmten Geldsummen, darauf, das Signal zur Zusammenarbeit zu geben. Wie die Elmshorner Kaufleute reagieren, wird sich am Montag, 18. Juli, zeigen. Dann lädt die Arbeitsgruppe alle Eigentümer von 19 bis 21 Uhr zu einer Versammlung zu den Stadtwerken ein.

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erstellt am 08.Jul.2016 | 12:30 Uhr

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