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Elmshorner Nachrichten

06. Dezember 2016 | 23:00 Uhr

Krückau/Vormstegen : Ein Stück Stadtgeschichte

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Zehn alte Häuser sollen saniert werden. Die Stadt Elmshorn hat 1,3 Millionen Euro beantragt.

Elmshorn | Großes soll passieren in der Elmshorner Innenstadt. Im Sanierungsgebiet Krückau/Vormstegen sind viele neue Häuser geplant – unter anderem soll dort das neue Rathaus entstehen. Alte Gebäude wie die Post oder der ehemalige Sky-Markt an der Berliner Straße werden verschwinden, die Schauenburger Straße wird es nicht mehr geben.

Aber bei der umfangreichen Sanierung und Neugestaltung soll auch Altes  erhalten werden. „Die Innenstadt ist ausgelöscht worden“, bilanziert Silke Faber, Leiterin des Elmshorner Amtes für Stadtentwicklung, die Modernisierungen der vergangenen Jahrzehnte. Die wenigen alten Häuser „liegen uns am Herzen“, sagt sie. Für diese Herzensangelegenheit wollen die Planer Geld ausgeben und Fördermittel in die Stadt holen.

Konkret geht es um zehn Häuser in den Straßen Krückau/Vormstegen. Sie befinden sich in Privatbesitz und sind verschieden stark sanierungsbedürftig. Die Eigentümer dieser Häuser können Zuschüsse bekommen, wenn sie ihre Gebäude in Schuss bringen und dabei stilgerecht vorgehen. Insgesamt soll die öffentliche Hand dafür rund 1,3 Millionen Euro ausgeben.

Silke Faber kümmert sich um die große Sanierung des Gebiets Krückau/Vormstegen.

Silke Faber kümmert sich um die große Sanierung des Gebiets Krückau/Vormstegen.

Foto: Roolfs
 

Der nötige Antrag Elmshorns liegt in Kiel beim Innenministerium. In den kommenden Monaten rechnet Silke Faber mit seiner Genehmigung. Dann werden Stadt, Land und Bund jeweils ein Drittel der Fördermittel dazugeben. „Das Sanieren kann teurer kommen als ein Neubau“, begründet Faber die staatlichen Zuschüsse für private Bauherren. Mit diesem Geld soll verhindert werden, dass alte Gebäude verhunzt oder abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Die betroffenen Gebäude dürfen ohne Genehmigung weder abgebrochen noch verkauft werden. Schließlich wird die Elmshorner Innenstadt nach der großen Sanierung mutmaßlich wesentlich attraktiver und damit für Immobilienbesitzer lukrativer sein als heute, darum sollen Spekulanten fern gehalten werden.

Die zehn Gebäude gehören zum ehemaligen Dorf Vormstegen, das 1878 nach Elmshorn eingemeindet wurde. Diese Reste sollen bei der Sanierung in Szene gesetzt werden: Das Kopfsteinpflaster im Osterfeld wird durch Pflaster ersetzt, das die Maße der Katzenköpfe aufgreift und zusammen mit geklinkerten Bürgersteigen den Dorfcharakter konserviert. „Das wird modern interpretiert“, kündigt Faber an. Und hofft, dass an dem schicken Bürgersteig dann schicke Häuser stehen.

Für diese Häuser auf Vormstegen gibt es Zuschüsse zur Sanierung.

Für diese Häuser auf Vormstegen gibt es Zuschüsse zur Sanierung.

Foto: Roolfs
 

Heute bieten die Gebäude zum Teil einen traurigen Anblick: Einige stehen leer, ein Erdgeschoss wurde für einen Laden verhunzt, aus einer Dachrinne wuchert Unkraut. Andere Häuser auf der Ecke sind dagegen schon schmuck hergerichtet.

Wenn das Kieler Innenministerium die Zuschüsse genehmigt hat, will die Stadt als nächsten Schritt auf die Eigentümer zugehen und ihnen die Sanierung schmackhaft machen. Dabei geht es nicht nur um schöne Anblicke: Im Hinterkopf hat Faber Untersuchungen, wonach ein Euro öffentlicher Fördermittel drei bis acht Euro an privaten Investitionen auslöst und damit die Wirtschaft ankurbelt.

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erstellt am 02.Mai.2016 | 12:00 Uhr

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