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Elmshorner Nachrichten

09. Dezember 2016 | 10:50 Uhr

Ein Strandfloh zieht ans Eis

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Betreiberwechsel Florian Heyn betreibt einen Imbiss in Bielenberg / Jetzt übernimmt der 27-Jährige die Gastronomie beim Eisvergnügen

Vom Strandfloh Bielenberg zum Strandfloh on Ice – Florian Heyn macht seinen Imbisswagen winterfest und übernimmt die Gastronomie an der Eislaufbahn auf dem Holstenplatz.

Der Kollmaraner mit der ansteckend guten Laune ist noch recht neu im Geschäft. Im April 2015 hat sich der heute 27-Jährige am Deich selbstständig gemacht. Eigentlich hat er eine Lehre zum Bankkaufmann gemacht – „aber das war mir alles zu trocken“, sagt er. „Jetzt bin ich direkt am Wasser.“ Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Heyn macht dafür die Location, die Atmosphäre und das Essensangebot in gleicher Weise verantwortlich. Das will er jetzt auch alles auf den neuen Standort am Holstenplatz übertragen.


Leidenschaft für die Elbe


Wenn Heyn von „seinem“ Strandabschnitt an der Elbe schwärmt, von den Sonnenuntergängen und dem Blick auf die Container-Schiffe, leuchten seine Augen vor Begeisterung. Heyn ist zwar in Elmshorn aufgewachsen, hat aber schon zu Schulzeiten immer wieder in den Imbissbuden am Kollmaraner Hafen ausgeholfen. Seine Mutter betreibt das Hotel dort. „Ich war immer traurig, wenn ich abends von der Elbe wegfuhr“, sagt er. „Ich liebe die Sonnenuntergänge und wie der Fluss bei Flut und Ebbe, bei Sonne und bei Sturm immer unterschiedlich aussieht.“ Es brauchte erst einmal etwas Zeit, bis Florian Heyn das erkannt hatte. Aber dann machte er mit 24, gleich nach der Ausbildung, Nägel mit Köpfen. Heyn fand das Stück Land auf dem Deich in Bielenberg, wo bis dahin nur ein paar ungenutzte Imbisswagen standen. Er überzeugte die Bank, ihm Geld zu leihen, kaufte sich einen Imbisswagen und ein paar Stehtische und mietete sich eine Wohnung in Kollmar. „Das war natürlich ein echtes Abenteuer. Aber ich wollte es einfach unbedingt probieren. Und bis heute sehe ich es als großes Privileg an, dass ich das in Bielenberg tun durfte.“


Junge Leute und der Rentnerclub


Der Imbiss hat seitdem von April bis Ende September geöffnet und ganz klassische Produkte wie Pommes, Currywurst, Fischbrötchen und Eis im Angebot. „Wichtig ist, dass die Qualität und die Zubereitung immer spitze sind“, sagt Heyn. „Ich habe schnell gemerkt, dass es eine echte Kunst ist, die Qualität sowohl bei schlechtem Wetter, wenn kaum einer kommt, als auch im Hochsommer, wenn die Gäste nur so strömen, zu halten.“ Was den 27-Jährigen besonders freut, ist die Vielfalt seiner Gäste. „Von den jungen Leuten, die abends noch einen Sundowner bei mir trinken, bis zum Rentnerclub, der sich immer montags trifft, ist alles dabei“, sagt er.

Was das Ambiente betrifft, hat Heyn von Anfang an aufs Rustikale, Maritime gesetzt. Während es vor seiner Imbissbude inzwischen eine Terasse gibt, die mit Glaswänden und Sonnenschirmen vor Wind und Wetter schützt, stehen am Deich selbstgezimmerte Palettenmöbel. „Ganz am Anfang kamen eine Konditorin und zwei Zimmerleute vorbei, die auf der Walz waren“, erzählt Heyn. „Ich habe die drei eine Woche in meiner Wohnung wohnen lassen, dafür haben wir zusammen einige Sitzecken aus Paletten zusammengebastelt.“ Die Polster haben nach und nach die Gäste vorbeigebracht.

Ebenso wichtig wie das Ambiente ist aber das Team, glaubt Heyn. „Ich habe immer ungefähr 15 Leute da. Für jede Saison hole ich mir die Abiturienten aus Glückstadt, die verdienen sich bei mir ihr Geld für ihre erste Studenten-WG.“ Diese Kräfte muss er fast immer ganz neu einarbeiten. „Natürlich passieren da Fehler – aber es ist so toll, mit diesen jungen, motivierten Leuten zu arbeiten.“ Nur der Koch, Florian Grabau, ist fest bei Florian Heyn eingestellt. Zusammen mit ihm will Heyn sein Angebot in der kommenden Saison ausweiten, zum Beispiel auf Nudelgerichte oder Burger.


Übertragung auf das Winterkonzept


Dieses ganze Konzept – die jungen Mitarbeiter, die Paletten-Möbel, die einfachen Gerichte von guter Qualität – all das möchte Florian Heyn jetzt auch auf den „Strandfloh on Ice“ übertragen. „Das passt einfach perfekt, ein zweites Standbein im Winter zu haben, wenn ich in Bielenberg gerade zugemacht habe“, sagt er. Da der Vorbetreiber an der Eisbahn gekündigt hatte, ist Heyn mit Manuela Kase vom Stadtmarketing schnell handelseinig geworden und hat erst einmal einen Vertrag für drei Jahre abgeschlossen. Kase wünscht sich, auch ein jüngeres Publikum in die Gastronomie an der Eisbahn zu locken – „dazu ist der Strandfloh natürlich prädestiniert“, sagt Heyn, dessen Gäste in Bielenberg zum Großteil aus Elmshorn kommen. Natürlich will er sein Strandkonzept für die Eisbahn anpassen, es wird gemütlicher und weihnachtlicher. Das Logo zeigt keine Schiffe und Palmen mehr, sondern Tannenbäume und Pagodenzelte. Es wird einen „Polarfuchsburger“ und Glühwein geben – und für die Weihnachtsfeiern eine „Hüttensause“. Was die Deko betrifft, so setzt Heyn auf rustikale Palettenmöbel, gepaart mit Lichterketten und alten Schlittschuhen. „Es soll richtig warm und muckelig wirken, wenn man ins Zelt kommt.“

Eröffnen wird Florian Heyn seinen „Strandfloh on Ice“ morgen, am 18. November. Er freut sich schon sehr darauf. „Das wird ein richtiger Kontrast zum Strandfloh in Bielenberg, mit deutlich mehr Trubel, Musik und Weihnachtsatmosphäre. Aber es wird toll.“

www.strandfloh-on-ice.de

www.facebook.com/strandflohonice

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erstellt am 17.Nov.2016 | 16:11 Uhr

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