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Elmshorner Nachrichten

24. April 2017 | 07:23 Uhr

Ein Lotse in den Sport

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Projekt Der Bund finanziert Menschen, die Flüchtlinge zum Sport bringen –Mehmet Karakavak ist einer davon

Integration, das müssen nicht unbedingt immer Sprachkurse und Praktika sein. Integration kann auch bedeuten, dass ein syrischer Flüchtling mit seinen deutschen Teamkameraden ein Fußballspiel bestreitet oder eine iranische Frau in einer Gruppe tanzt. Um die Einbindung von Flüchtlingen in bestehende Sportmannschaften des EMTV kümmert sich in Elmshorn Mehmet Karakavak.

Der 53-Jährige hat sich beim Landessportverband (LSV) zum Integrationslotsen ausbilden lassen. Schleswig-Holstein ist Vorreiter bei diesem Bundesprogramm, landesweit wurden bislang 25 solcher Lotsen in drei Wochenendkursen unter anderem in interkultureller Kompetenz, dem Umgang mit Konflikten im Sport und Koordinationsfähigkeiten geschult. Das Bundesamt für Migration hat das Projekt Integrationslotsen zum Integrationsprojekt des Monats erkoren und Mehmet Karakavak auf seiner Internetseite vorgestellt.

Die Zeit seit Projektstart im Oktober hat Karakavak bereits gut genutzt und etwa über das Willkommensteam Kontakte mit begeisterten Sportlern unter den Flüchtlingen geknüpft. Vor allem junge Männer zwischen 18 und 25 Jahren brennen darauf, Fußball zu spielen. „Sie fragen mich täglich, wann es endlich losgeht“, sagt Karakavak, selbst Vorsitzender des Fußballvereins Gencler Birligi und Mitorganisator des Mitternachtssports.

Richtig los geht es in der nächsten Woche. Ab Sonntag, 12. März, und Mittwoch, 15. März, wird es zwei offene Sportangebote für Flüchtlinge und jeden, der sonst noch Lust hat, geben. Sonntags wird ab 10.30 Uhr in zwei Sporthallen der Boje-C.-Steffen-Schule trainiert, nach Geschlechtern getrennt und in verschiedenen Sportarten. „Wir probieren aus, worauf die Leute Lust haben“, sagt Karakavak. Einige Frauen hätten schon großes Interesse an einer Tanzgruppe oder einem Volleyballteam geäußert. Mittwochs geht es dann ab 18.30 Uhr zum Fußballspielen auf den Hartplatz der KGSE. Interessiert sind bereits 20 junge Männer.

„Es wäre ein großer Fehler, die Flüchtlinge direkt in die normalen Teams zu stecken, das wäre auch für die Teams nicht gut“, sagt Karakavak. Wenn er aber im offenen Angebot merke, dass jemand sportlich Talent habe und diszipliniert genug sei, regelmäßig zum Training zu kommen, dann würde er ihn in ein bereits bestehendes Team integrieren. Bis dahin muss Karakavak jedoch noch einiges an organisatorischem Aufwand bewältigen. Allein einen Spielerpass zu beantragen, sei kompliziert. Und viele Flüchtlinge besitzen keine geeignete Sportkleidung. Karakavak: „Wenn jemand einen Trainingsanzug oder Fußballschuhe herumliegen hat, würde ich mich darüber freuen.“

Bislang finanziert der Bund das Projekt Integrationslotsen. Aber der EMTV will es laut dem zweiten Vorsitzenden Uwe Altmeier auch unabhängig von einer Förderung weiterführen.

Der Kontakt zu Mehmet Karakavak: (01  71) 7  07  86  36.

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erstellt am 04.Mär.2017 | 16:00 Uhr

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