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Elmshorner Nachrichten

25. März 2017 | 22:57 Uhr

Drei-D: 750 000 Mal „Pick und Pack“

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Elmshorner Spezialunternehmen Marketing-Logistik im ganz großen Stil

Zur Fußball-EM im vergangenen Jahr gab es an den knapp 2000 deutschen Tankstellen einer großen Kette Kaffeebecher mit Motiven der deutschen Nationalmannschaft. Insgesamt waren das 1,2 Millionen Becher: „Jeder war in Elmshorn“, erklärt Jörg Probst (Foto). Er ist Geschäftsführer bei Drei-D, einem Elmshorner Spezialunternehmen für Marketinglogistik.

Die Kaffeebecher wurden in Elmshorn angeliefert, in einer der acht Lagerhallen mit zusammen mehr als 15 000 Quadratmetern Fläche einsortiert und dann an die 2000 Tankstellen ausgeliefert. Um diesen gigantischen Prozess zu organisieren, nutzten die Tankstellenpächter einen Online-Werbemittelshop im Intranet des Mineralölkonzerns, um ihre Becher zu bestellen; der wurde ebenfalls bei Drei-D programmiert.

„Wir sind die verlängerte Werkbank unserer Kunden“, beschreibt Probst sein Geschäft. Der Standard-Ablauf funktioniert folgendermaßen: Ein Unternehmen lässt von einer Agentur Werbemittel, Verkaufshilfen und ähnliches entwerfen, vom Kugelschreiber über Plakate und Kataloge bis zu Fahnen. Eine weitere Agentur kümmert sich darum, irgendwo auf der Welt diese Waren einzukaufen. Den Rest übernimmt Drei-D: Die Produkte werden nach Elmshorn geliefert, gelagert und nach Bedarf in Paketen an ihre Empfänger verschickt: Vertriebspartner, Handelsorganisationen oder Endkunden. Für die Organisation sorgt der firmeninterne Webshop, der bei Drei-D programmiert wurde.

Bei Bedarf geht der Service noch weiter. Ein Elektrokonzern vermarktet zurzeit unter anderem Staubsauger mit Geld-zurück-Garantie: Kunden können die Geräte ohne Angabe von Gründen zurückgeben. Die Rücksendeadresse lautet: Daimlerstraße 10 in Elmshorn – da sitzt Drei-D. Dort werden die Pakete angenommen und der weitere Ablauf bis zur Rückzahlung des Kaufpreises vorgenommen. Jeder Kunde kann den Status seiner Sendung online verfolgen. Auch Cashback-Aktionen, bei denen Kunden nach dem Kauf eines Artikels Bargeld erstattet bekommen, wickelt Drei-D ab.

Das Alltagsgeschäft bei Drei-D beschreibt Chef Probst mit: „Pick und Pack“. Mehr als 750  000 Pakete wurden in dem Unternehmen im vergangenen Jahr gepackt und verschickt. Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit sind wichtige Argumente für die Elmshorner. Aber noch wichtiger ist die Flexibilität, stellt Probst klar. Beispiel: eine monatliche Aktion in einer Tankstellen-Kette. Am 2. Mai müssen die beworbenen Produkte in den Regalen liegen. Verabredet ist, dass sie am 25. April in Elmshorn angeliefert werden. Aber wenn es irgendwo in der Logistikkette hakt, müssen die Elmshorner als letztes Glied dieser Kette die Aktion retten.

Falls die Lkw erst am 27. April ankommen, sind die Elmshorner gefordert: der 1. Mai ist ein Feiertag, der 30. April ein Sonntag, also müssen die Pakete allerspätestens am 29. bei den Tankstellen ankommen. Dann kommissionieren und packen die Elmshorner „mit Mann und Maus“, um Tausende von Sendungen rechtzeitig loszuschicken.

„Wir haben schon jeden Kunden mehrfach gerettet“, sagt Probst. Seine größten Kunden sind Firmen, die ihre Deutschlandzentrale in Hamburg haben: Velux, Panasonic, Shell, Philips. Aber auch kleinere Unternehmen wie das Futterhaus, Star/Orlen oder die Barmstedter Stadtwerke.

„Unser Geschäft lebt von der räumlichen Nähe“, erklärt Probst, und dafür sei Elmshorn ein guter Standort. Ein Hamburger Marketing-Manager kann vormittags in einer halben Stunde zu Drei-D fahren, das Nötige besprechen und nachmittags wieder im eigenen Büro sitzen.

Marketingabteilungen schrumpfen, die Aufgaben werden mehr und sollen immer schneller erledigt werden – in diesem Umfeld agiert Drei-D. Dabei profitiert die Firma davon, dass sie vieles webbasiert organisiert. Jürgen Ulrich gründete das Unternehmen 1975. Der vollständige Firmenname: „Drei-D Direktwerbung GmbH und Co. KG“ verrät, womit das Geschäft anfing: mit Werbebriefen. Die machen heute nur noch zehn Prozent des Umsatzes aus; die Kundenkommunikation hat sich weitgehend ins Internet verlagert. Ins Virtuelle ging Drei-D nicht mit: „Unser Geschäft ist materialbasiert“, erklärt Probst. Er übernahm 2011 die Geschäftsführung, Eigentümer ist nach wie vor Jürgen Ulrich. Drei-D beschäftigt 100 fest angestellte Mitarbeiter und 50 Mini-Jobber. Zwölf junge Leute werden aktuell ausgebildet.

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