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Elmshorner Nachrichten

08. Dezember 2016 | 19:05 Uhr

Polizei in Elmshorn zufrieden : Die Videoüberwachung hat sich bewährt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Elmshorner Sozialdemokraten informierten sich bei der Polizei über Personal, Mehrbelastungen durch die Flüchtlingskrise und den Anstieg von Einbrüchen.

Elmshorn | Die Elmshorner Polizei ist zufrieden. Zufrieden mit der personellen Besetzung. Zufrieden mit der sachlichen Ausstattung. Und trotz der zusätzlichen Aufgaben aufgrund der Flüchtlingskrise seien die Aufgaben zu bewältigen. Das ist das wichtigste Ergebnis eines Gesprächs der Leitung des Polizeireviers Elmshorns mit SPD-Politikern aus der Krückaustadt. Sehr positiv bewertet die Polizei zudem den Einsatz der Videoüberwachung am Bahnhof. Es hätten sogar Straftaten verhindert werden können.

Das Gespräch von Sozialdemokraten und Ordnungshütern hat Tradition. Diesmal waren die Herausforderungen des Flüchtlingsansturms ein wichtiger Punkt. „Wir können unsere Aufgaben leisten, Strafverfolgung und Gefahrenabwehr wahrnehmen“, sagten Revierleiter Thorsten Buchwitz und Uwe Brümmer, stellvertretender Leiter der Elmshorner Kriminalpolizei. Das hörten sie gern, sagten der Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann, die Landtagsabgeordnete Beate Raudies sowie die Stadtverordnete Dörte Köhne-Seiffert.

Die Sollstärke der Schutzpolizei in Elmshorn sind derzeit 74 Kräfte, 60 in Elmshorn, zwölf in Barmstedt sowie zwei in Brande-Hörnerkirchen. Die Kripo kann mit insgesamt 32 Stellen in den Kampf gegen Kriminelle gehen. Derzeit, so Buchwitz, sei die Sollstärke nicht ganz erreicht. Das soll sich aber in den nächsten Wochen ändern. „Mehr Personal kann man aber immer gebrauchen“, so Buchwitz und Brümmer.

Denn die Flüchtlingskrise sorgt auch bei der Polizei in Elmshorn für Mehrarbeit. Denn es sei gar nicht so selten, dass plötzlich Flüchtlinge vor der Wache stehen, die noch nicht registriert worden seien. Die würden dann zur Erstaufnahme nach Neumünster gebracht oder dem Jugendamt übergeben. Im höheren zweistelligen Bereich sei die Zahl der Fälle, in denen die Beamten einspringen müssten.

Die Landesregierung habe entschieden, die 122 Stellen der Polizei, die vom Jahr 2018 an wegfallen sollten, nicht zu streichen, berichtete Raudies. Stattdessen sollen landesweit 200 Stellen zusätzlich geschaffen werden. Das Problem: Da sowohl die Hamburger Polizei als auch die Bundespolizei besser zahlt, stehen geeignete Bewerber bei der schleswig-holsteinischen Polizei nicht unbedingt Schlange. „Es bedarf noch verstärkter Werbeanstrengungen“, sagte Raudies.

Eine höhere Kriminalität als Folge des Flüchtlingsansturms haben weder Buchwitz noch Brümmer festgestellt: „Es gibt weder einen Anstieg der Kriminalität gegen Flüchtlinge noch durch Flüchtlinge.“ Beide führen das auch auf die weitgehende dezentrale Unterbringung der Migranten zurück. Im Bereich des Polizeireviers Elmshorn sind derzeit rund 850 Menschen in 144 Unterkünften untergebracht.

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„Lieber einmal zu viel als zu wenig 110 anrufen.
Die meisten Täter nehmen wir fest,
wenn sich aufmerksame Bürger melden.“

Torsten Buchwitz
Revierleiter
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Auch in diesem Jahr wird weiter in die Wache in der Moltkestraße investiert. Die Zahl der Räume, in den Spitzbuben in Gewahrsam genommen werden, wird von vier auf drei reduziert. Dafür werden diese Räume mit Video-, Gegensprechanlage sowie der Erreichbarkeit vom Hof aus an die heutigen Vorschriften angepasst. Das bewährte Konzept der Stadtwache, das auch von den SPD-Politikern gelobt wurde, wird nicht angetastet, bekräftigte Buchwitz. „Wir nehmen aber mit, dass die Polizei es begrüßen würde, wenn die Stadtwache ins neue Rathaus integriert werden könnte“, so Rossmann.

Der Standort im Zentrum sei wichtig, auch um den Kriminalitätsschwerpunkt am Bahnhof weiter im Griff zu haben, begründete Buchwitz den Wunsch. Die Zusammenarbeit mit der Bundespolizei sowie die Installation der Videoanlage am Bahnhof hätten sich bewährt, so Buchwitz und Brümmer. Allein wegen der Videoanlage seien mindestens sechs bis sieben Straftaten nachträglich aufgeklärt worden. Ein Sexualdelikt und eine schwere Körperverletzung hätten sogar verhindert werden können.

Außer mit einer Wache in der Innenstadt wird das Polizeirevier auch weiterhin mit einer Polizeistation in Hörnerkirchen vertreten sein. Dass diese Station sogar mit zwei Kräften besetzt wurde, während anderswo im ländlichen Raum Stationen geschlossen wurden, begrüßten die Sozialdemokraten. „Es ist richtig, dass die Verantwortlichen vor Ort entscheiden können“, sagte Rossmann.

Nach wie vor ein großes Problem ist der sprunghafte Anstieg der Wohnungseinbrüche in den vergangenen Jahren. Die Kripo-Stellen in Elmshorn und Pinneberg arbeiten deshalb eng mit Hamburg zusammen. „Es gibt auch vermehrt Festnahmen“, sagte Brümmer. Genaue Zahlen lägen aber für das abgelaufene Jahr noch nicht vor. Es handele sich bei den Kriminellen nicht mehr um den klassischen Einbrecher wie in früheren Zeiten, sondern um gut organisierte Banden. „Das Wichtigste ist die Bürgeraufmerksamkeit“, so Rossmann. „Lieber einmal zu viel als zu wenig 110 anrufen. Die meisten Täter nehmen wir fest, wenn sich aufmerksame Bürger melden“, sagte Buchwitz. 

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erstellt am 04.Jan.2016 | 17:46 Uhr

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