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Elmshorner Nachrichten

04. Dezember 2016 | 11:19 Uhr

Festumzug mit 2000 Teilnehmern : Die Türkisch Islamische Gemeinde zu Elmshorn feiert ihr 30-jähriges Bestehen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Mehrere hundert Besucher verfolgten fahnenschwenkend die Darbietung und verwandelten den Platz in ein Meer türkischer Flaggen. „Graue Wölfe“ stören die Veranstaltung.

Elmshorn | Farbenfroh und laut eröffnete die Mechteran-Gruppe Berlin die Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der Türkisch Islamischen Gemeinde zu Elmshorn. Bunt gewandet spielten die Musiker auf historischen Instrumenten traditionelle osmanische Musik vor der Bismarckschule. Mehrere hundert Besucher verfolgten fahnenschwenkend die Darbietung und verwandelten den Platz in ein Meer türkischer Flaggen.

Als zwei junge Männer eine türkische Flagge entrollten und diese mit dem „Wolfsgruß“, das Erkennungszeichen der rechtsextremen türkischen Partei „Graue Wölfe“ der Nationalistischen Bewegung zeigten, griff Ali Evcil sofort ein und forderte auf, derartige Symbole zu unterlassen. „Wir feiern hier unsere Gemeinde und unsere Religion“, sagte der Vorsitzende der Türkisch Islamischen Gemeinde zu Elmshorn und ergänzte: „Hier haben Politik und solche Symbole nichts zu suchen. Die „Grauen Wölfe“– auf türkisch Bozkurtlar oder Bozkurtçular genannt – wurden in der Vergangenheit des Terrorismus und zahlreicher Gewalttaten bis hin zu Morden bezichtigt. „Wir distanzieren uns von solch einem Gedankengut und lassen soetwas in unserer Gemeinde nicht zu“, sagte Evcil.

Feuerig: Rund um das Gemeindehaus wurden türkische Spezialitäten auf zahlreichen Grills zubereitet.
Feuerig: Rund um das Gemeindehaus wurden türkische Spezialitäten auf zahlreichen Grills zubereitet. Foto: Fröhlig
 

Ohne weitere Störungen setzte sich der Festumzug durch die Elmshorner Innenstadt in Bewegung. „Zwischenzeitlich waren es bis zu 2000 Teilnehmer“, freute sich Evcil. Dass es nicht die erhofften 5000 Personen wurden, nahm er gelassen: „Das Wetter hat mitgespielt und ich bin froh, dass so viele Menschen gekommen sind.“ Am Gemeindezentrum endete der zweistündige Festumzug. Türkische Spezialitäten wurden frisch von den Gemeindemitgliedern vorbereitet. Fleischspieße, Fladenbrote, Salate und Dönertaschen, der Deutschen liebstes Fast Food, wurden angeboten. Die Einnahmen werden für die Gemeindearbeit genutzt. „Unsere Gemeinde finanziert sich durch solche Feste. Dadurch, dass wir auch die Flüchtlinge mitbetreuen, ist unser Finanzbedarf deutlich angestiegen“, erläuterte Evcil.

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