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Elmshorner Nachrichten

03. Dezember 2016 | 01:22 Uhr

Elmshorn : Die Tennisprofis von morgen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Beim LTC können 250 Schüler der Elsa-Brändström-Schule an insgesamt vier Tagen den Sport ausprobieren.

Elmshorn | So volle Tennisplätze hat man beim Lawn-Tennis-Club (LTC) wohl noch nie gesehen: 125 Kinder wuseln über die Anlage, einige trainieren auf den roten Ascheplätzen Kondition und Gleichgewicht, andere halten bereits einen Tennisschläger in der Hand und liefern sich mit ihren Klassenkameraden ein erstes Spiel. „So weit wir wissen, ist es das größte Tennisprojekt, das es in Schleswig-Holstein je gegeben hat“, sagt Stephan Jess, Sport-Geschäftsführer beim LTC.

An insgesamt vier Tagen trainieren in dieser Woche rund 250 Schüler der Elsa-Brändström-Schule bei dem Traditionsverein. Am Dienstag und Mittwoch haben die Sechstklässler ihre ersten Bälle über das Netz geschlagen, gestern und heute sind die Fünftklässler an der Reihe. „Das macht unheimlich viel Spaß“, erzählt Nils. „Besonders gut finde ich, dass die anderen dadurch ihre Vorurteile gegen Tennis verlieren.“ Der 11-Jährige ist einer der wenigen erfahrenen Spieler in der Gruppe. Zweimal in der Woche trainiert er Tennis und tritt auch bei Turnieren an. „Später will ich mal Profi werden“, sagt der Fünftklässler. „Ich möchte mal spielen wie Roger Federer.“ Die meisten Jungs aus Nils Klasse spielen eher Fußball. „Hier sehen sie, dass Tennis nicht blöd ist, sondern Spaß macht.“

Tatsächlich hat nach den ersten beiden Tennis-Tagen die Hälfte aller Schüler auf einem Fragebogen angegeben, dass sie mit dem Tennis gerne weitermachen will. Für diesen Zweck hat LTC-Geschäftsführer Stephan Jess zusammen mit Kirstin Münster ein spezielles Starter-Paket geschnürt, bei dem die Schüler vier Wochen lang ohne Mitgliedschaft und für einen reduzierten Preis bei dem Club trainieren können. „Das ist für uns ein sensationelles Feedback“, erklärt Jess.

Sein Plan scheint offenbar aufzugehen. Schließlich war es von Anfang an das Ziel der Aktion, neue Mitglieder für den Tennissport im Allgemeinen und den LTC im Besonderen zu gewinnen. „Wir sind einer der wenigen Vereine in der Region, der bei der Mitgliederentwicklung positive Zahlen schreibt. Das wollen wir weiter ausbauen“, sagt er. „Ansonsten verzeichnen fast alle Vereine in der Region bis zu 15 Prozent rückläufige Zahlen bei den Kindern.“ Michael Stich habe bei der jüngsten Mitgliedsversammlung betont, der Tennis müsse moderner werden. „Die Zeiten der elitären Traditionsvereine sind vorbei“, sagt Jess. „Wir brauchen neuen Wind und mit dieser Aktion wollen wir zeigen, dass Tennis Spaß macht und auch gar nicht so teuer ist, wie viele denken.“

Zehn professionelle Tennistrainer unterrichten die Schüler während der Aktion, insgesamt sind 20 Betreuer vom Verein an dem Projekt beteiligt. Dadurch entstehen dem LTC natürlich nicht unerhebliche Kosten. Das ganze Projekt schlägt mit etwa 7000 Euro zu Buche. Dieser Betrag wird fast vollständig von insgesamt zehn Sponsoren übernommen. Hauptsponsor ist die Ehefrau von Stephan Jess, Brigitte Jess. Schläger und Netze werden vom Verein zur Förderung des Tennissports zur Verfügung gestellt.

Die Kinder sind jedenfalls voll bei der Sache. Es gibt keine Verweigerer oder Querulanten, überall wird eifrig gespielt. Dadurch, dass die Schüler auf Kleinfeldern trainieren, kommen sie schnell ans tatsächliche Spielen. „Das steht bei uns im Vordergrund“, sagt Stephan Jess. „Das Lernen kommt dabei von ganz allein.“

Victoria und Eric halten erst zum zweiten Mal einen Tennisschläger in der Hand. „Das ist super hier und die Lehrer sind total nett“, sagt Victoria. Die Elfjährige möchte mit ihrer Freundin gerne regelmäßig beim LTC Tennis spielen. Und schränkt schnell noch ein: „Es muss natürlich in meinen Zeitplan passen.“

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erstellt am 20.Mai.2016 | 10:27 Uhr

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