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Elmshorner Nachrichten

05. Dezember 2016 | 19:48 Uhr

Betreiberwechsel in Elmshorn : Die Stadt gibt den Senioren-Service ab

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Am Hedwig-Kreutzfeldt-Weg soll die Pflege SH das „Wohnen mit Service“ anbieten.

Elmshorn | Ein Betreiberwechsel beim städtischen „Wohnen mit Service“ sorgt bei den betroffenen Senioren für Verunsicherung. Seit 2002 bietet die Stadt den 80 Bewohnern der Wohnungen am Hedwig-Kreutzfeldt-Weg für einen monatlichen Festpreis verschiedene Leistungen. Dazu gehört beispielsweise eine Sozialstation vor Ort, die Vermittlung von Freizeitangeboten, die Benachrichtigung von Ärzten oder einmal wöchentlich der Transport zum Buttermarkt. Das Angebot ist verpflichtend, wer eine der Wohnungen in der Anlage mietet oder kauft, muss auch monatlich 61,35 Euro als Einzelperson oder 81,80 Euro als Paar für den Service zahlen.

Zum 1. Januar 2017 wird die Stadt jedoch das Angebot nicht mehr anbieten und stattdessen an die Paritätische Pflege Schleswig-Holstein übergeben. Gründe dafür gibt es verschiedene. Unter anderem hat einer der Eigentümer an der Hedwig-Kreutzfeld-Straße gegen die Kopplung von Wohnen und Service geklagt. Ihm ging es insbesondere darum, beim Verkauf der Wohnung einen Käufer zu finden, der auch bereit ist, für den Service zu zahlen. In zweiter Instanz hat die Stadt das Verfahren verloren und darf die Kopplung deshalb nicht mehr anbieten.

Dazu kommt, dass das Wohnen mit Pflege schon seit mehreren Jahren von der Stadt nicht mehr kostendeckend betrieben werden kann. 25.000 Euro muss die Stadt jährlich zuschießen, weshalb der Hauptausschuss beschlossen hat, das Angebot abzugeben. Auch im Sinne der Haushaltskonsolidierung hat die Stadt deshalb Gespräche mit der Pflege SH aufgenommen, die auch das benachbarte, generationenübergreifende Wohnprojekt am Henry-Dunant-Ring betreut.

Stadtrat Dirk Moritz ist mit dem Arrangement sehr zufrieden: „Mit der Paritätischen Pflege Schleswig-Holstein haben wir den optimalen Träger finden können“, sagt er. „Die Bewohner profitieren vom Wissen der Pflege-Experten. Gleichzeitig können wir sicherstellen, dass das Angebot nahezu 1:1 weitergeführt wird.“

Tatsächlich bleiben die Konditionen für die Senioren weitestgehend die selben. Die monatlichen Kosten sind die gleichen, bei den Angeboten fallen zwei Leistungen weg: Die Lebendkontrolle, bei der ein Mitarbeiter über herausgehängte Blumen feststellt, ob noch alle Bewohner am Leben sind, findet nicht mehr am Wochenende statt. Und die Fahrten zum Buttermarkt müssen die Senioren für einen Preis von rund 2,50 Euro selbst bezahlen. Dafür haben die Bewohner aber die Möglichkeit, an Veranstaltungen im Henry-Dunant-Ring teilzunehmen.Alle Angebote sind aber jetzt optional. Die Bewohner können sich jetzt also anders als vorher auch gegen den Service entscheiden.

Darüber freuen sich einige der Senioren, andere sind aber nach wie vor wegen des Vertragswechsels verunsichert. Der Seniorenrat kritisiert vor allem, am Anfang in den Prozess nicht mit einbezogen gewesen zu sein. Mittlerweile arbeiten Stadt und Seniorenrat aber gemeinsam daran, die Bewohner in Versammlungen und Einzelgesprächen zu informieren.

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