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Elmshorner Nachrichten

07. Dezember 2016 | 15:35 Uhr

Ausstellung zu Gast in Elmshorn : Die Phänomenta zeigt Wissen zum Anfassen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Zum Geburtstag der Kinder-Uni ist die Flensburger Phänomenta heute und morgen mit 18 Exponaten in der Nordakademie.

Elmshorn | Nein, zaubern kann Michel Schwarz nicht. Dass der rot-weiße Plastikball unterhalb der Hände des 12-Jährigen schwebt, liegt an dem starken Luftstrom, den ein Gerät nach oben pustet. Aber warum bleibt der Ball eigentlich immer auf der einen Stelle? Michel beginnt nachzudenken. Und das ist genau das, was Wolf Muth mit dem „Schwebenden Ball“ erreichen möchte. Der Ausstellungsleiter der Phänomenta hat 18 Exponate aus Flensburg ins Audimax der Nordakademie mitgebracht, die Kindern die Gesetze der Physik näherbringen sollen. Da ist zum Beispiel das große Wellenbecken, in dem sich die Bildung und Brechung von Wellen in Zeitlupe beobachten und steuern lässt. Oder der Streifenspiegel, in dessen Reflexion die Besucher ihr eigenes Gesicht mit dem ihrer Freunde mischen können.

In der Phänomenta-Ausstellung gibt es also viel zu entdecken. Sie ist quasi das Geschenk der Nordakademie zum zehnten Geburtstag der Kinder-Uni. An zwei Tagen, nämlich heute und morgen, können vormittags Schulklassen und nachmittags Familien die Ausstellung besuchen und alles ausprobieren. Wenn man sich nämlich Wissen durch das eigene Erfahren aneignet, vergisst man es nicht mehr, sagt Phänomenta-Ausstellungsleiter Wolf Muth. „Schon Albert Einstein hat gesagt, dass Wissen immer erfahrungsbasiert ist.“ Wenn Kinder in die Ausstellung kämen, probierten sie erst einmal alles aus, wechselten schnell von einem Exponat zum anderen. „Aber dann gehen sie noch einmal in Ruhe durch die Ausstellung und versuchen, dahinter zu kommen, warum etwas wie funktioniert.“ Es ist das eigene, persönliche Interesse, das die Kinder auf der Spur halte. Und so entdeckt vielleicht auch Michel irgendwann, dass die Luft den Ball nicht nur hochpustet, sondern auch umströmt und ansaugt – und was das damit zu tun hat, das Flugzeuge fliegen können. „Mit diesem Exponat allein könnte man Wochen zubringen und vieles ausprobieren“, sagt Wolf Muth.

So viel Zeit haben die Besucher der Elmshorner Mini-Phänomenta natürlich nicht. Aber vielleicht wird während dieser Zeit ihre Neugierde für etwas Neues geweckt. Genau das macht die Kinder-Uni schließlich bereits seit zehn Jahren – sie weckt die Neugierde von Kindern auf die große weite Welt, für die Erforschung der Natur, die Geheimnisse der Chirurgie, die Rätsel der Geschichte oder die Abläufe der Technik. Jedes Jahr gibt es fünf Vorlesungen, in denen jedes Mal ein Wissenschaftler vor etwa 150 Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren steht und ihnen ein Thema so anschaulich wie möglich erklärt. Viele der Professoren machen das ohne Honorar – und sie bemühen sich immer wieder, die Kinder zu faszinieren mit Berichten über Forschungsreisen oder indem sie einen OP-Saal im Miniaturformat aufbauen.

Eine Idee der Kinder-Uni

Entstanden ist die Idee von der Kinder-Uni, als Frauke Schöffel-Raecke von der Familienbildungsstätte (FBS) vor zehn Jahren einen Professor aus Hamburg kennen lernte, der dort eine Kinder-Uni organisiert. „Wir dachten: Was der kann, können wir schon lange“, berichtet Schöffel-Raecke. Innerhalb von fünf Minuten hatte sie Professor Georg Plate, Vorstandsvorsitzender der Nordakademie, davon überzeugt, die Vorlesungen im Audimax durchzuführen – „damit die Kinder echte Uni-Luft schnuppern können.“ Seitdem ist die Kinder-Uni der FBS eine Erfolgsgeschichte – „mit einer ganz besonderen Atmosphäre“, wie Plate versichert. „Die Kinder sind unglaublich neugierig und stellen lebhafte Fragen.“

Dabei richten sich die Vorlesungen explizit nicht an Hochbegabte, sondern an alle Kinder, die Lust und Interesse haben, Neues zu entdecken. Besonders beliebt war in den vergangenen Jahren die Vorlesung über Killerwale, weiß Schöffel-Raecke. „Und Sterne, die finden die Kinder auch ganz toll.“ Ihr ist es wichtig, Alternativen zu den klassischen Studiengängen wie Jura und BWL aufzuzeigen. „Die Eltern sind vielleicht nicht immer begeistert, wenn ihr Kind auf einmal Meeresbiologe werden will. Aber es ist gut, wenn die Kinder von den vielen tollen Möglichkeiten erfahren, die sich ihnen bieten.“

Davon ist auch Bürgermeister Volker Hatje, der Schirmherr des Kinder-Uni-Jubiläums ist, überzeugt: „Die Kinder-Uni zeigt, dass Wissen nicht staubtrocken sein muss und wie spannend es sein kann, sich für neue Dinge zu öffnen.“

Vormittags ist die Phänomenta-Ausstellung für die fünften und sechsten Klassen der Elmshorner Schulen reserviert. Von 14 bis 18 Uhr können heute und morgen aber auch Familien kommen. Der Eintritt kostet fünf Euro pro Person, 2,50 Euro für Geschwisterkinder.
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erstellt am 01.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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