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Elmshorner Nachrichten

24. Juli 2016 | 02:58 Uhr

Krückaubrücke in Elmshorn : Die marode Brücke zwingt Lkw in die City

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Ein Ingenieursbüro ist aus Kostengründen gegen eine Sanierung. Neubau würde vier bis sechs Monate dauern.

Elmshorn | Für Pendler und Unternehmen gleichermaßen ist die Wittenberger Straße die entscheidende Verbindung  zwischen dem Norden der Stadt und der Autobahn. Seit einiger Zeit müssen allerdings die großen Lkw, die vom Gewerbegebiet Nord kommen, den Weg durch die Innenstadt nehmen.  Der Grund ist eine unscheinbare Brücke über die Krückau, kurz nachdem die Wittenberger Straße die Straße Kaltenweide kreuzt.  Diese Brücke hat der zuständige Kreis Pinneberg für den Schwerlastverkehr gesperrt. Denn die Brücke – beziehungsweise der innenliegende Spannstahl – rostet. Vermutlich ist Streusalz durch poröse Stellen in den Beton gelangt und hat den innenliegenden Spannstahl, der der Brücke ihre Stabilität verleiht, angegriffen. Dadurch aber können unkontrollierbare Risse auftreten und die Stabilität der Brücke gefährden.

„Vor einem Monat hat mich ein Unternehmer aus dem Gewerbegebiet über die  Situation informiert“, erzählt Bürgermeister Volker Hatje. „Es ist ein Riesenproblem für unsere Stadt als Wirtschaftsstandort, wenn die Ortsumgehung für die Lkw nicht mehr befahrbar ist.“ Aus diesem Grund habe er sich sofort an Landrat  Oliver Scholz gewandt. Das Ergebnis liegt jetzt in Form einer Beschlussvorlage des Fachdienstes Straßenbau- und Verkehrssicherheit beim Kreis vor. Darin empfehlen die Fachleute, die schadhafte Brücke baldmöglichst durch einen Neubau zu ersetzen. Das würde zwar eine bis zu halbjährige Sperrung der Straße mit sich ziehen – „aber das ist dann eben so“, sagt Bürgermeister Hatje. „Wenn die neue Brücke fertig wäre, hätten wir das Problem dauerhaft aus der Welt geschafft.“ 

Wird die Brücke ersetzt?

Mit der Krückaubrücke auf der Wittenberger Straße muss etwas passieren, da sind sich die Unternehmer im Gewerbegebiet Nord, Bürgermeister Volker Hatje und die Mitarbeiter der Kreisverwaltung einig. Schließlich hat der zuständige Kreis Schäden an der Brücke kurz vor der Kreuzung Kaltenweide festgestellt. Deshalb müssen Lkw auf dem Weg von und zum Gewerbegebiet durch die Innenstadt fahren. Und auch für die ganz normalen Autofahrer muss eine langfristige Lösung gefunden werden.

Hauptproblem ist der Spannstahl, der dem Beton, der Brücke seine Stabilität verleiht. Anhand freiliegender Stahlköpfe haben die Fachleute vom Kreis festgestellt, dass der Spannstahl korrosionsgefährdet ist, vermutlich durch Streusalz, das durch poröse Stellen in den Beton gelangt und den Stahl angegriffen hat. Dadurch könnten unkontrollierbare Risse auftreten und die Stabilität der Brücke gefährden.

Von einer Sanierung der 63 Jahre alten Brücke rät das beauftragte Ingenieursbüro entschieden ab. Für die Beseitigung der bereits sichtbaren Schäden sowie für die weiteren aufwändigen Untersuchungen des Spannstahls würden Kosten von über 100.000 Euro anfallen. Dazu kämen die Sanierungskosten, die sich aus den Untersuchungen ergeben würden. Außerdem würde die Sanierung die Lebensdauer der ohnehin schon sehr alten Brücke nicht entscheidend verlängern. Deshalb empfiehlt das Ingenieursbüro einen Ersatzneubau, bei dem die bestehende Pfahlgründung weiter verwendet werden könnte.

Abstimmung am 15. März

In der Beschlussvorlage des Kreises Pinneberg, über die der Kreisausschuss für Wirtschaft, Regionalentwicklung und Verkehr am 15. März abstimmen wird, haben sich die Mitarbeiter des Fachdienstes Straßenbau- und Verkehrssicherheit auch über die Finanzierung Gedanken gemacht. Ein Neubau würde ungefähr 885.000 Euro kosten. Um das Projekt möglichst schnell realisieren zu können, soll der geplante Bau einer Rechtsabbiegespur auf der K17/K5 bei Rellingen und Halstenbek verschoben werden. Die hierfür eingeplanten Mittel sollen in Verbindung mit Geldern aus den Haushaltsresten des Jahres 2015 das Brückenprojekt finanzieren. Außerdem erhofft sich die Kreisverwaltung Landesfördermittel in Höhe von 500.000 Euro.

„Wir wollen so schnell wie möglich mit dem Bau der neuen Brücke beginnen“, erklärt Angela Biermann vom Fachdienst Straßenbau. Allerdings weist sie darauf hin, dass allein die Bauarbeiten für die neue Brücke voraussichtlich vier bis sechs Monate in Anspruch nehmen würden. „Ob wir eine Umleitung einrichten oder eine Ersatzbrücke bauen, darüber müssten wir uns dann mit der Stadt Elmshorn auseinandersetzen.“ Bürgermeister Volker Hatje freut sich erst einmal darüber, dass das Projekt so schnell vorangeht. Die endgültige Entscheidung fällt am 16. März, wenn sich der Kreistag mit dem Nachtragshaushalt – und damit mit der Finanzierung der Brücke – auseinandersetzt.

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erstellt am 09.Mär.2016 | 12:04 Uhr

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