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Elmshorner Nachrichten

04. Dezember 2016 | 05:03 Uhr

Fastenbrechen in Elmshorn : Die innere und äußere Reinigung

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Türkisch Islamische Gemeinde lädt Flüchtlinge zum gemeinsamen Essen ein.

Elmshorn | „Wir gedenken aller Opfer des Terrors. Des gestrigen Anschlags am Atatürk-Flughafen in Istanbul, aber auch der Opfer in Paris, London, Thailand und überall auf der Welt, wo Menschen durch Terroristen ihr Leben verloren haben“, sagte Ali Evcil zu Beginn des traditionellen Fastenbrechens der Türkischen Islamischen Gemeinde zu Elmshorn. Mit einer gemeinsamen Gedenkminute wurde den Opfern gedacht.

„Wir verurteilen jegliche Form von Terror. Wir verurteilen das zutiefst“, sagte Hidayet Evcil, Pressesprecher des Vereins. „Als gemäßigte Gemeinde sind wir in keiner Form damit einverstanden, dass sich ein Mensch dazu berechtigt fühlt, einem anderen körperliche oder seelische Gewalt zuzufügen“, sagte Hidayet und ergänzte: „Wir sind dagegen, dass Moslems durch Paris rennen und Christen töten, aber auch dass Christen durch Bagdad laufen und Moslems töten.“

Das Fastenbrechen solle zum einen die Kluft zwischen arm und reich reduzieren, weil die ärmsten der Gesellschaft zum Essen eingeladen werden, zum anderen aber auch die Kulturen verbinden. Außer dem türkischen Attache Cahit Kücükyildiz, nahmen auch Probst Thomas Bergemann und Torsten Becker, der stellvertretende Propst des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf, Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje (parteilos) sowie Pastoren der Kirchengemeinden am Fastenbrechen teil. „Es wird nicht unterschieden zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen. Wir haben alle eingeladen“, sagte Hidayet Evcil.

Viele Besucher nutzten die Möglichkeit, sich während des Essens über den Islam zu informieren.
Viele Besucher nutzten die Möglichkeit, sich während des Essens über den Islam zu informieren. Foto: Fröhlig
 

Dazu gehörten vor allem auch die in Elmshorn untergebrachten Flüchtlinge. „Etwa 80 Prozent der heutigen Besucher sind Flüchtlinge, die wir eingeladen haben, auch wenn wir uns zum Teil nicht mit ihnen verständigen können“, erläuterte Hidayet Evcil. Denn Grundlage der Fastenzeit sei es, alle zu sättigen und am gemeinsamen Mahl teilhaben zu lassen. „Es geht um die innere und äußere Reinigung und das Fasten ist nur ein kleiner Teil davon“, erläuterte Hidayet Evcil. Während des Fastenmonats dürfe auch nicht gesündigt werden. Moslems sollten besonders gütig sein, dürften nicht rauchen und auch körperliche Nähe wie Küssen sei nicht erlaubt.

Als eine Besucherin Hidayet Evcil fragte wie er das aushalte, lachte er los: „Nach drei Tagen hat man sich ans Fasten gewöhnt. Wirklich.“ Die Türkische Islamische Gemeinde zu Elmshorn feiert am Sonntag, 10. Juli, ihr 30-jähriges Bestehen. Ab 15 Uhr gibt es rund um das Gemeindehaus, Biernatzkistraße 1, ein buntes Programm für Kinder und Erwachsene, sowie Führungen durch die Moschee.

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erstellt am 01.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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