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Elmshorn : Die Grünen wollen den zentralen Busbahnhof

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Fraktion will nicht auf die Verhandlungen mit der Bahn warten.

Elmshorn | Dass sich am Bahnhof dringend etwas tun muss, darin sind sich in Elmshorn alle einig. Schon seit 2013 gibt es einen passenden Rahmenplan, aber es sind die schwierigen Verhandlungen mit der Bahn, die die Umsetzung des Projekts immer weiter verzögern. Darauf wollen die Elmshorner Grünen jetzt nicht mehr warten. Sie haben einen Vorschlag vorgelegt, wie das Bahnhofsumfeld besser strukturiert werden könnte – und zwar unabhängig vom Bahnhofsneubau.

Wie auch im Rahmenplan von 2013 vorgesehen, wollen die Grünen einen zentralen Busbahnhof auf dem Holstenplatz schaffen und die Parkplätze auf den jetzigen ZOB verlagern. Gleichzeitig will die Fraktion die Fahrradstellplätze vom Holstenplatz an andere Stelle verlagern und den Bahnhofsvorplatz aufwerten.

Die große Änderung zum Rahmenplan:  Die Busse sollen nicht mehr durch die Gleisunterführung in der Geschwister-Scholl-Straße fahren, sondern über die Ost-West-Brücke und über die Berliner Straße alle Stadtviertel verbinden. Denn, so die Argumentation der Grünen: „Zukünftige Generationen von Bussen können die Passage unterhalb der Brücke in der Geschwister-Scholl-Straße nicht nutzen. Die bisherige Linienführung verhindert den Einsatz von Elektro- und Hybridbussen und Bussen mit Klimaanlage.“ Deshalb müsse man vom ursprünglichen Konzept des Rahmenplans abweichen – und dann wollen die Grünen lieber selbst aktiv werden, statt auf die Bahn zu warten.

Auf große Begeisterung stößt der Vorschlag bei den anderen Fraktionen und der Stadt nicht. Das Hauptargument: „Der Bahnhofsvorplatz gehört hauptsächlich der Bahn. Da können wir nicht einfach so einen neuen ZOB bauen“, erklärt Silke Faber, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung. „Wir halten an dem aktuellen Rahmenplan fest. Der ist gut durchdacht und das Ergebnis eines langjährigen demokratischen Abstimmungsprozesses.“

Die Grünen und das Grundstück der Bahn

Die Elmshorner Grünen wünschen sich einen zentralen Busbahnhof auf dem Holstenplatz – und zwar nicht erst, wenn die Bahn sich irgendwann zu einer Einigung über den Bahnhofsneubau herablässt, sondern so bald wie möglich. „Die Idee ist aus vielfältigen Diskussionen innerhalb der Fraktion und mit Bürgern entstanden“, erklärt Sven Herrmann (die Grünen). Insbesondere der schlechte Zustand des Holstenplatzes sei immer wieder ein Thema gewesen. Ebenso wie die Problematik, dass moderne Elektrobusse und Busse mit Klimaanlagen aufgrund ihrer Aufbauten nicht die Gleisunterführung in der Geschwister-Scholl-Straße passieren können.

Das Ergebnis ist der Vorschlag, den die Grünen derzeit verbreiten – als Diskussionsgrundlage, wie Herrmann sagt, um die Gespräche  ins Rollen zu bringen. Dieser enthält nicht nur die Verlegung des Busbahnhofs mit Umsteige-Insel und die veränderte Linienführung der Busse, sondern auch die Auszeichnung der Königstraße am Bahnhof als Spielstraße.

Das Problem an diesem Vorschlag: Laut Silke Faber, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung, gehört der Bahn die komplette Fläche, auf der die Grünen ihren Busbahnhof bauen wollen. Und die kann die Stadt Elmshorn nicht einfach ohne weitere Verhandlungen mit der Bahn verplanen. Genau aus diesem Grund zweifelt die SPD auch die Umsetzbarkeit des Grünen-Vorschlags an. Der Fraktionsvorsitzende Ulrich Lenk: „Wir sind grundsätzlich für alle Verbesserungsvorschläge, die den öffentlichen Nahverkehr betreffen, offen. Aber wir wollen verhindern, dass sich die Bahn am Ende aus der Verantwortung zieht, nur weil wir frühzeitig tätig geworden sind.“

 Andreas Hahn (CDU) verweist außerdem auf den bereits bestehenden Rahmenplan für den Bahnhof: „Es gibt bereits seit 2013 ein umfangreiches Konzept, dem die Grünen zugestimmt haben. Die Verkehrsführung ist gut durchdacht.“ Im  Vorschlag der Grünen würden durch die Busse nicht alle Bereiche der Stadt ausreichend abgedeckt werden können, Hahn hält ihn für einen unüberlegten Schnellschuss.. Zumal es bereits einen Vorschlag für die Unterführungs-Problematik gebe: Möglicherweise könne die Geschwister-Scholl-Straße an dieser Stelle tiefer gelegt werden. Dafür gelte es allerdings noch zu klären, was mit dem kleinen Gewässer passiert, dass durch Rohre unterhalb des Holstenplatzes verläuft. Die FDP-Fraktion will laut Jens Petersen über den Vorschlag der Grünen zunächst einmal beraten: „Wir müssen  wissen, was das alles kosten würde.“

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erstellt am 03.Mär.2017 | 16:30 Uhr

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