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Elmshorner Nachrichten

08. Dezember 2016 | 15:24 Uhr

Diskussion : Die CDU will ein Gelöbnis in Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Bei der aktuellen Diskussion im Wasserturm ging es um Probleme von Veteranen der Bundeswehr. Kommandeur schlug öffentliche Veranstaltung vor.

Elmshorn | Werden Soldaten bald in Elmshorn geloben, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen?“ Möglich wäre es. Oberst Markus Kurczyk, Kommandeur der Unteroffiziersschule der Luftwaffe in Appen, hat vorgeschlagen, in Elmshorn ein öffentliches Gelöbnis zu organisieren. Die Elmshorner Christdemokraten finden den Vorstoß gut und wollen sich für die Realisierung einsetzen.

Anlass der Äußerungen von Oberst Kurczyk war eine Veranstaltung der Elmshorner Union, bei der während einer Lesung über die gesellschaftliche und politische Anerkennung von Veteranen der Bundeswehr diskutiert wurde. Björn Schreiber, der als Offizier in drei Auslandseinsätzen unter anderem in Afghanistan gedient hat, las aus dem von ihm und Marcel Bohnert herausgegebenen Buch „Die unsichtbaren Veteranen“, das sich insbesondere mit posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) auseinandersetzt.

Schreiber skizzierte den Frust vieler Veteranen: „Im Koalitionsvertrag wurde vereinbart, die Versorgung und Anerkennung von Veteranen zu regeln – passiert ist nichts: Im aktuellen Weißbuch findet sich noch nicht mal der Begriff „Veteran“. Deutschland tue sich dabei schon schwer mit einem Veteranenbegriff, was historisch vielleicht nachvollziehbar sei, so Schreiber. „Aber es kann nicht angehen, dass wir keinen feststehenden Begriff für diejenigen haben, die in Kriegs- und Krisengebieten ihre physische und psychische Unversehrtheit riskiert und zum Teil auch verloren haben“, sagte er.

Eine einheitliche Definition sei für eine sachgerechte Erfassung von PTBS sowie hiermit zusammenhängenden Suiziden unerlässlich. Zudem versuche der Dienstherr mittels jahrelanger Gutachterverfahren durch fachfremde Gutachter, sich seiner Verantwortung nach dem Soldatengesetz zu entziehen. Hiernach hätten Soldaten einen Anspruch auf Fürsorge im und nach dem Dienst.

Verständnis für viele Kritikpunkte

Zu der Lesung war auch der Kommandeur der Unteroffiziersschule der Luftwaffe in Appen, Oberst Markus Kurczyk, in den Elmshorner Wasserturm gekommen. Er äußerte Verständnis für viele Kritikpunkte, betonte aber auch die Schwierigkeiten, etwa bei der Anerkennung von PTBS im Einzelfall. Kurczyk regte an, die gesellschaftliche Akzeptanz und Anerkennung durch ein öffentliches Gelöbnis in Elmshorn zu stärken. Der Elmshorner CDU-Fraktionsvorsitzende Immo Neufeldt will diesen Vorschlag aufgreifen: „Ein öffentliches Gelöbnis wie vor kurzem in Pinneberg und Uetersen stünde unserer Stadt gut zu Gesicht.“

Nicolas Sölter, Vorsitzender der CDU Elmshorn, der zu der Lesung eingeladen hatte, lobte das Engagement der Veteranen und sprach sich ebenfalls für ein öffentliches Gelöbnis in Elmshorn aus: Gerade nach der Abschaffung der Wehrpflicht sei es wichtig, eine enge und sichtbare Verbundenheit von Armee und Gesellschaft zu pflegen. „Die Soldatinnen und Soldaten, die letztlich ja von den Wählern in gefährliche Einsätze geschickt werden, sind keine anonymen Söldner, sondern kommen aus unserer Mitte. Sie haben unseren Dank verdient – ganz unabhängig davon, wie man die Einsätze der Bundeswehr politisch bewertet“, sagte Sölter

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erstellt am 02.Aug.2016 | 16:20 Uhr

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