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Elmshorner Nachrichten

03. Dezember 2016 | 10:43 Uhr

Busverkehr in Elmshorn : Die Bürger fordern eine bessere Anbindung

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Initiative überreicht dem Bürgermeister 2100 Unterschriften. Die Ausschreibung soll an neue Bedürfnisse angepasst werden.

Elmshorn | „Es ist ein Skandal.“ Eine Elmshorner Pendlerin muss ihrem Ärger auf der öffentlichen Informationsveranstaltung zum Stadtbus-Verkehr einfach Luft machen. Häufig sei es ihr schon passiert, dass sie aus dem Zug aus Hamburg stieg und ihrem Bus nur noch hinterhersehen konnte. Oft sogar vor der planmäßigen Abfahrtszeit. „Da hatte ich schon oft Tränen in den Augen, weil ich mich nachts alleine am Bahnhof einfach nicht sicher fühle.“ Sie könne es einfach nicht verstehen, warum die Abfahrten der Busse nicht auf die Ankunft der Züge abgestimmt seien – „und da spreche ich für bestimmt 3000 Betroffene.“

Kritik am Elmshorner Busverkehr hatten die zahlreich erschienenen Bürger am Donnerstagabend viel dabei. Aber darum hatten Elmshorns Politiker und Verwaltungsmitarbeiter ja auch gebeten, als sie zur Informationsveranstaltung ins Rathaus einluden. Anfang 2017 steht die Neuausschreibung des Stadtbus-ÖPNV an. Seit dem letzten Mal haben sich die Stadt und die Bedürfnisse der Menschen weiterentwickelt, das Arbeits- und Freizeitverhalten hat sich zeitlich verändert. Daran wollen Verwaltung und Politik die Ausschreibung des ÖPNV anpassen.

Als größte Interessensgruppe trat – wie schon bei der SPD-Veranstaltung zum selben Thema in der Woche zuvor – die Fahrgastinitiative „Wir fordern mehr und größere Busse in Elmshorn“ auf. Nach monatelangen Unterschriftensammlungen überreichte Initiator Sören Vollertsen über 2100 Unterschriften an Bürgermeister Volker Hatje. Die Hauptforderung der Gruppe beinhaltet eine ausgeweitete 15-Minuten-Taktung auf den Linien 6501 und 6502. Aber die Gruppe wünscht sich auch frühere und spätere Betriebszeiten und mehr Platz für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen in den Bussen.

Zusätzlich sprach Vollertsen erstmalig die schlechte Anbindung der Diskotheken und des Cineplex-Kinos im Gewerbegebiet Grauer Esel an. „Am Samstagabend fährt der letzte Bus dort um 20.15 Uhr ab. Und dann kann man das größte Kino im Kreis den ganzen Sonntag über mit dem öffentlichen Nahverkehr nicht erreichen. Das ist doch ein Ding der Unmöglichkeit.“

Problem: Stadtrand

Andere Kritikpunkte aus dem Plenum betrafen die schlechte Erreichbarkeit von am Stadtrand liegenden Wohngebieten oder auch die gefährliche Lage der Bushaltestellen am Bahnhof. „Wir wünschen uns dort in der Kurve Zebrastreifen oder eine Geschwindigkeitsreduzierung“, sagte Ursula Kleinert vom Seniorenrat. Dazu führte Bürgermeister Volker Hatje aus, gerade Zebrastreifen böten in einer Kurve nur eine trügerische Sicherheit. „Autofahrer können nicht sehen, ob jemand hinübergeht, aber die Fußgänger fühlen sich in Sicherheit. Damit ist ein Zebrastreifen eher eine Verkehrsgefährdung an dieser Stelle.“ Wirklich etwas ändern könne man nur durch einen Umbau des kompletten Bahnhofs und eine Zentralisierung aller Stadt und Fernbushaltestellen. Aber die Verhandlungen mit der Bahn zögen sich laut Hatje leider noch in die Länge.

Vertreter der CDU-Fraktionen brachten ihren Vorschlag hinsichtlich der überfüllten Linie 6501 ins Gespräch. Wenn der Bus von Hainholz in Richtung Bahnhof fährt, sei er spätestens in Höhe Morthorststraße voll und könne keine neuen Fahrgäste aufnehmen. Deshalb schlägt die Fraktion vor, die Buslinie aufzuteilen und eine Express-Buslinie einzurichten, die Hainholz direkt mit der Innenstadt verbindet. Für Busfahrer Jens Gereke, der ebenfalls an der Diskussion teilnahm, ist dieser Vorschlag allerdings nicht praktikabel. „Die CDU geht davon aus, dass alle Menschen zum Bahnhof wollen. Aber ich weiß aus meiner Praxis, dass viele Bürger auch innerhalb Elmshorns Bus fahren, um beispielsweise Ärzte oder Geschäfte in Hainholz zu besuchen.“ Diese seien durch das Konzept abgeschnitten.

Die Pendlerin vom Anfang hatte schließlich noch Gelegenheit, ihr Anliegen direkt Cliff Lüers vom Busunternehmen „die linie“ vorzutragen. Der will prüfen, wie oft Busse tatsächlich zu früh vom Bahnhof abfahren, gelobte aber Besserung. Die Absprache zwischen Zügen und Bussen könnte sich laut dem Nahverkehrsbeauftragten des Kreises aber in Zukunft verbessern. Denn im im gesamten Verkehrsverbund sollen bald Echtzeitinformationen im Internet abrufbar sein – natürlich auch für Busfahrer.

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erstellt am 04.Jul.2016 | 13:00 Uhr

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