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Elmshorner Nachrichten

02. Dezember 2016 | 19:17 Uhr

Der Mensch als Glühlampe

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kunst Fünf Künstler aus der Pinneberger Künstlergilde zeigen ihre Werke / Malerei und Skulptur vertreten

Ein Bild kann man nicht hören. Aber trotzdem schreien einen die Details an. Zumindest bei den Bildern vom Pinneberger Künstler Martin Musiol. Der Maler nutzt Neonfarben, um menschliche Figuren zu illuminieren, während der Rest der Bilder in gedeckten Farben gestaltet ist. „Farben wirken hier wie kleine Glühlampen. Jeder Mensch ist bei mir solch eine Lampe. Und jede Glühlampe ist es wert, dass man sich mit ihr beschäftigt“, erklärt der Künstler.

Musiol stellt zurzeit gemeinsam mit vier anderen Künstlern in der Elmshorner Niederlassung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kiel, Kaltenweide 6, aus. Alle Künstler sind Mitglieder der Künstlergilde Pinneberg. Seit 65 Jahren gebe es die Gilde, erzählt Christiane Schedelgarn, Künstlerin aus Elmshorn und Vorsitzende der Gilde. Noch bis zum 8. September sind Bilder und Skulpturen unter dem Titel „Im Heute Kreativ 2016“ zu den Öffnungszeiten der IHK, montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 15.30 Uhr, zu sehen.

„Wolkenspiel über dem Meer und Spiegelungen, das kommt bei mir immer wieder vor“, erzählt Malerin Susanne Klena. Ihr Bild „Sommerrauschen“ zeigt die Rückenansicht eines Paares, das am Strand durch den nassen Sand watet. Wasser, Himmel und Erde – alle drei Elemente sind ähnlich in der Farbzeichnung, unterscheiden sich aber doch. Und dennoch lässt das Bild die Frage aufkommen, wo der feste Boden unter den Füßen eigentlich beginnt.

Gudrun Wolf-Scheel trägt zur Ausstellung Skulpturen aus Sandstein bei. „Hammer und Meißel sind mein Bleistift und Pinsel“, sagt die Künstlerin und erklärt, dass ihr Hauptanliegen in ihrem Werk das Einfangen des menschlichen Ausdrucks sei.

Auch Sigrun Roemmling befasst sich mit dem Menschen als Thema. In der Ausstellung zeigt sie Bilder aus ihrer Selfie-Reihe, bei der sie ihr zugeschickte Selbstporträts ins große Format überträgt. „Das Porträt ist ja ein sehr altes Thema“, versucht sie ihre Faszination zu beschreiben. Lange vor dem Kamerazeitalter waren Inszenierung und Selbstdarstellung die Hauptaufgabe der Künstler, die Herrscher, kirchliche Machthaber und das wohlhabende Bürgertum porträtierten. Jetzt, wo in jedes Smartphone eine Kamera eingebaut ist, kann jeder selbst über seine Darstellung entscheiden – und nicht gelungene Bilder gleich wieder löschen. Roemmling dreht den Spieß um und macht wieder Kunst aus dem Porträt und macht das schnelle Bild wieder langsam.

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erstellt am 07.Jul.2016 | 13:24 Uhr

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