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Elmshorner Nachrichten

10. Dezember 2016 | 10:02 Uhr

Mit dem Saxofon auf großer Fahrt : Der Elmshorner Saxofonist Olaf Barkow im Portrait

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Olaf Barkow Saxofonist, aus Leidenschaft, musizierte auf den Traumschiffen MS Europa und MS Deutschland.

Elmshorn | Sein Saxofon legt der Klein Nordender Olaf Barkow, der in Wattenscheid geboren und aufgewachsen ist, nur ungern aus seinen Händen. Als seine Eltern 1981 nach Elmshorn zogen, mussten er und sein Bruder Torsten mit. „Mit 18 wollte ich wieder zurück. Aber dann hat es mir hier in Elmshorn so gut gefallen, dass ich geblieben bin“, erzählt Barkow, der nach seinem Abitur 20 Monate Zivildienst im Elmshorner Klinikum absolvierte und als Pfleger arbeitete. „Ich habe eine sinnvolle Arbeit gemacht und viel gelernt, was ich heute noch gebrauchen kann“, verrät Barkow, dem die Idee zum Musikstudium während seiner Zivildienstzeit kam. Dort entdeckte er die Liebe zum Saxofon.

Insgesamt beherrscht der 50-Jährige sechs Instrumente (Tenor-, Alt-, und Baritonsaxofon, Klarinette, Bassklarinette und Querflöte) und bekam schon während seines Studiums viele Arrangements. Zuerst half er in vielen Hamburger Big Bands aus und spielte drei Jahre unter der Leitung der lebenden Jazzlegende Herb Geller. „Mir war klar, ich wollte mit der Musik mein Geld verdienen“, sagt Barkow, der sein Hobby zum Beruf machte. Mit dem Hamburger Galaorchester „Die Studiker“, in dem er 15 Jahre lang, bis 2009 mitwirkte, begleitete der Saxofonist viele berühmte Künstler, wie Howard Carpendale, Vicky Leandros und Toni Marshall. 1996 flog Olaf Barkow mit den Studikern nach Santo Domingo und ging dort an Bord der MS Europa. Die Reise durch die Karibik dauerte fünf Wochen und führte durch den Panamakanal bis Acapulco. Die ersten zwei Tage verbrachten die Musiker damit, das Schiff nach ihrer Notenkiste zu durchsuchen. „Die gesamte Crew hat uns geholfen. Irgendwann war klar, die Kiste ist nicht mit an Bord.

Die Spedition, die unsere Notenkiste transportieren sollte, hatte sie am Frankfurter Flughafen stehen lassen“, erinnert sich Barkow. Es dauerte zwei Wochen bis die Kiste die MS Europa auf den Bahamas erreichte und „Die Studiker“ ihr erstes eigenes Konzert auf dem Achterdeck geben konnten. „Somit hatten wir auf dieser Kreuzfahrt überwiegend Pause“, lacht Barkow, der bei einem Tagesausflug in Costa Rica einen Vulkanausbruch miterlebte und die Lava strömen sah. „Es war für uns nicht gefährlich gewesen, aber ich war noch nie so dicht da dran. Die gesamte MS Europa war mit Asche überzogen“, so Barkow, dem Kreuzfahrten immer Spaß gemacht haben. Er hat viel gesehen, empfand es aber widersprüchlich, dass er auf dem 5-Sterne Schiff sieben Malzeiten vorgesetzt bekam, aber durch die ärmsten Gegenden der Welt fuhr. „Das war für mich immer sehr schwierig“, erklärt der Musiker, der 1998 mit den Studikern bei der Jungfernfahrt der MS Deutschland dabei war und dort zusammen mit Max Raabe auf der Bühne stand. Die nächste Tour mit der MS Deutschland folgte im gleichen Jahr mit dem „Thorsten Hansen Swing Trio“.

Auch auf der Expo dabei

„Der Saxofonist des Trios litt unter starkem Heimweh und ich bin dann für ihn eingesprungen“, sagt Barkow, der so alle Länder im Persischen Golf bereiste und 2000 von Sydney über Bali bis zu den Malediven fuhr. „Diese Fahrt fand ich sehr schön, weil wir jeden Tag musizieren durften“, erklärt Barkow, der bereits mehrfach mit Udo Lindenberg auf der Bühne stand. „Bei einem Open-Air-Konzert vor 16 Jahren im Ruhrgebiet trat ich mit der Lüneburger Band „Blechschaden“ als Vorband auf und wir spielten auch zusätzlich gemeinsame Stücke mit Udo“, erinnert sich Barkow, der mit seiner Band eigens nur für den Song „Alles klar auf der Andrea Doria“ von Lindenberg zur Expo nach Hannover geholt wurde. „Wir spielten nur die Nebenmelodie und danach haben wir uns die Expo angeschaut. Das sind Jobs, die man immer gerne macht“, so Barkow, der auch auf einer von Udo Lindenbergs Geburtstagsfeiern im Atlantik Hotel Saxofon spielte.

Zurzeit macht Olaf Barkow viele Projekte. Er spielt in der Big Band „Roy Frank Orchestra“ und der Galaband „Nightline“. Aber auch in den Elmshorner Bands „Farmers Road Blues Band” und „The Turning Point Band” lässt er sein Saxofon erklingen. Zusätzlich ist der vielfältige Musiker Mitbegründer des „Hanse-Swing-Project“. Dieses Quintett präsentiert die Musik von bekannten Künstlern, wie Cole Porter, Georg Gershwin oder Duke Ellington. „Wir spielen die jeweilige Musik des Künstlers und erzählen Anekdoten aus dessen Leben“, erklärt Barkow, der am 29. Dezember in Wyk auf Föhr mit dem Quintett auf der Bühne stehen wird. Olaf Barkow, Vater von drei Kindern Lasse (23), Jonas (15) und Lena (12), ist aber nicht nur auf den Brettern der Welt zu bewundern, er gibt seine Fähigkeiten gerne weiter an den Nachwuchs. In der Elmshorner Erich Kästner Gemeinschaftsschule unterrichtet er das Schulorchester „Erichs Blasorkästner“, die Klarinetten AG und gibt Schülern die Möglichkeit bei ihm im Einzelunterricht das Saxofon spielen zu erlernen. Zusätzlich leitet Barkow die „KGSE-Big Band“.

Wenn der Vollblutmusiker es einmal schaffen sollte sein Blasinstrument aus der Hand zu legen, dann schwingt er sich auf sein Fahrrad und unternimmt weite Radtouren mit seiner jetzigen Lebensgefährtin Helke Dorn, die ebenfalls als Lehrerin an der KGSE arbeitet.

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erstellt am 08.Jul.2016 | 16:15 Uhr

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