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Elmshorner Nachrichten

09. Dezember 2016 | 07:00 Uhr

Codierung in Elmshorn : Der Code gegen Fahrraddiebe

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Fahrrad Besitzer können ihre Drahtesel codieren lassen und so gegen Diebstahl schützen lassen.

Elmshorn | „Noch jemand ohne Termin? Nein? Dann kommen Sie mal her“, sagt Christa Reikowski und bittet einen Mann an den Klapptisch, der seit mehr als 20 Minuten wartet. Sie braucht seinen Namen und die Adresse, denn aus diesen Informationen stellt sie einen Code zusammen.

Dazu muss Christa Reikowski viel blättern. Jede Straße hat eine eigene Kennziffer, die sie mit einer großen Liste ermitteln muss. Stadt, Hausnummer und auch seine Initialien werden in den Code miteingearbeitet. „Das sieht nach Frickelei aus“, flüstert eine andere Wartende, die Reikowski dabei beobachtet, wie sie einzelne Codeletter aus Metell in eine schmale Schiene schiebt.

Zusammen mit Hans-Peter Reikowski bietet Christa Reikowski Fahrradcodierungen an. Etwa zweimal im Jahr bauen sie ihren kleinen Stand in Elmshorn auf. „Meist sind wir in Hamburg unterwegs, aber auch in den umliegenden Gemeinden“, sagt Hans-Peter Reikowski, der sich um das Anbringen des Codes in den Fahrradrahmen kümmert. Sie stehen vor der Polizeiwache in der Moltkestraße und sind schon von weitem zu erkennen. Mehr als acht Fahrradfahrer stehen mit ihren Rädern zwischenzeitlich auf dem Bürgersteig und warten auf die Codierung. „Heute sind wir ausgebucht. Die Leute, die jetzt noch kommen, versuchen wir irgendwie dazwischen zu schieben“, sagt Christa Reikowski.

Es gibt mehrere Arten von Fahrradcodierungen. Bei den Reikowskis wird der Code mit einer Schablone und einer Fräse unterhalb des Sattels in den Rahmen eingearbeitet. Darüber wird ein Aufkleber geklebt, der auf die Codierung hinweist. „Der muss nicht drauf, aber ohne fängt die Stelle an zu rosten“, sagt Hans-Peter Reikowski, „Außerdem hat der Aufkleber ja auch eine abschreckende Wirkung auf Diebe.“ Denen werde der Weiterverkauf durch die Codierung schwer gemacht, sagt Christa Reikowski, weil der Code die Adresse des Eigentümers enthalte und mit einem bundesweit gültigem Kennziffersystem ermittelt wurde.

Hans-Peter Reikowski fräst in den Fahrradrahmen einen Code, der auf die Adresse des Radbesitzers hinweist.
Hans-Peter Reikowski fräst in den Fahrradrahmen einen Code, der auf die Adresse des Radbesitzers hinweist. Foto: Lottmann
 

„Will der Dieb das Rad verkaufen oder gerät er in eine Polizeikontrolle und seine Adresse stimmt nicht mit dem Code überein, dann muss er erst mal beweisen, dass das auch sein Fahrrad ist“, sagt Christa Reikowski. Für den Weiterverkauf gibt sie allen Fahrradbesitzern, die heute ihr Rad codieren lassen, deshalb einen Pass mit dem Code mit: „Bitte unbedingt beim Weiterverkauf mitabgeben und auf die Codierung hinweisen.“

Auch wenn ein Fahrrad gefunden werde, könne die Polizei bei einem codierten Rad sofort den Besitzer ausfindig machen, erzählt sie. Deshalb lässt auch Peter Engelbrecht heute sein Fahrrad codieren: „Ich hoffe, dass ich es dadurch leichter wiederfinde, wenn es mal gestohlen wird“, sagt der Elmshorner, der sein Fahrrad täglich benutzt und heute schon sein zweites mit einem Code ausstatten lässt. In der Wartereihe steht auch ein Paar, das Elektroräder dabei hat. Rund 2  500 Euro haben sie pro Fahrrad bezahlt. „Das ist eine Menge Geld und ich habe Angst, dass die Räder uns gestohlen werden, obwohl sie versichert sind“, sagt die Besitzerin.

Der nächste Termin zur Fahrradcodierung ist für Sonnabend, 4. Juni, angesetzt. Von 10 bis 12 Uhr wird der Stand der Reikowskis vor der Polizeiwache in der Moltkestraße 26 aufgebaut. Eine Codierung kostet acht Euro. Interessierte können ohne Voranmeldung vorbeikommen.

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erstellt am 10.Mai.2016 | 16:34 Uhr

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