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Elmshorner Nachrichten

04. Dezember 2016 | 04:58 Uhr

Strand in Kollmar : Den Hundehaltern droht ein Bußgeld

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Behörden machen im Kollmaraner Ortsteil Bielenberg Druck. Ab jetzt werden Ordnungsgelder für nicht angeleinte Vierbeiner erteilt.

Kollmar | Das Problem ist seit Jahren bekannt: Unangeleinte Hunde im Deichvorland verletzen Schafe und zerstören Brutgelege. Außerdem graben sie Mäuselöcher im Deich auf und schädigen so die Grasnarbe, die dann zur Sicherung gegen Sturmfluten repariert werden muss. Dagegen will der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein nun energischer vorgehen.

Bei einem Ortstermin am Bielenberger Strand wurden die Maßnahmen erläutert. „Bisher haben wir es immer auf die nette Tour versucht. Aber Ermahnungen und das Verteilen von gelben Karten sowie Infoblättern haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht. In Zukunft sollen ohne weitere Ermahnung Ordnungsgelder erteilt werden“, stellt Thomas Langmaack von der Landesbehörde die neue Strategie vor.

Der Landesbetrieb mit Sitz in Husum ist für den Bau, den Unterhalt und die Überwachung des 332 Kilometer langen Landesschutzdeichs an der Westküste zuständig. Wenn freilaufende Hunde von den Wasserbauern des Landesbetriebes für Küstenschutz auf dem Deich und im Deichvorland angetroffen werden, werden für den jeweiligen Halter künftig ein Bußgeld von 30 Euro und eine zusätzliche Verwaltungsgebühr von 25 Euro fällig.

Unterstützt werden sollen die Wasserbauer von der Polizei. Der Leiter der Polizeistation Glückstadt, Michael Gohr, kündigte an: „Den Bielenberger Hafen besuchen wir bei unseren regelmäßigen Streifenfahrten. In Zukunft wollen wir auch verstärkt Kontrollen durchführen und die Mitarbeiter vom Küstenschutz begleiten, um die Personalien der Hundehalter festzustellen. Bei wiederholtem Verstoß gegen die Anleinpflicht wird in der Regel ein Bußgeld von 60 Euro fällig, in Einzelfällen kann es auch höher sein.“

Dankbarer Nabu

Dankbar für diese Unterstützung zeigte sich Sybille Petersen vom Nabu: „Bei Niedrigwasser werden durch freilaufende Hunde die Schilfbrüter vertrieben, und in den verlassenen Gelegen kühlen die Eier aus. Im Naturschutzgebiet besteht ein Betretungsverbot, aber viele halten sich nicht daran, und auch die Hinweistafeln wurden schon mehrfach geklaut.“

Besonders betroffen von den unangeleinten Hunden, die ihrem natürlichen Trieb folgend andere Tiere scheuchen und jagen, sind die Schafhalter Bernd und Sabine Kröger. Die Deichabschnitte bei Bielenberg und vor dem Fähranleger in Glückstadt sind nach ihren Erfahrungen Konfliktgebiete. „Im Deichabschnitt bei Bielenberg haben wir 180 Mutterschafe mit ihren Lämmern laufen. Davon werden jährlich fünf bis zehn Schafe durch Hunde verletzt. Dazu kommen noch die etwa zehn Schafe, die im nächsten Winter keine Lämmer bekommen, da sie durch den Stress beim Jagen durch die Hunde ihre Frucht verlieren. Wir haben im Jahr mehrere tausend Euro an Schäden“, so Bernd Kröger. Oft fühle er sich hilflos gegenüber uneinsichtigen Hundehaltern: „Ich kann sie nicht festhalten oder ihre Personalien feststellen. Ich wünsche mir ein absolutes Verbot von Hunden im Außendeichgelände.“

Der Glückstädter Politiker Harro Burghold von der Piratenpartei brachte den Vorschlag ein, einen abgegrenzten Hundestrand auszuweisen. Diese Möglichkeit sieht der Kollmaraner Bürgermeister Klaus Kruse aber nicht: „Dann kommen wir in einen Interessenkonflikt mit anderen Gästen, die am Strand Entspannung suchen. Dazu ist unser Strand zu klein.“

Die rechtliche Grundlage für die Anleinpflicht sind das Bundesnaturschutzgesetz und das Landeswassergesetz, nach dem sogar Strafen bis 50.000 Euro möglich sind. Und Mirko Meyer vom Ordnungsamt Horst-Herzhorn weist auf das Hundegesetz hin, nach dem die Hundehalter bei gefährlichem Verhalten ihrer Vierbeiner bestraft werden können. Mit den verstärkten Kontrollen zusammen mit der Polizei soll bereits in diesem Monat begonnen werden, um die 50.000 Deichschafe an den landeseigenen Deichen der Westküste besser zu schützen.

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erstellt am 22.Apr.2016 | 16:00 Uhr

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