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Elmshorner Nachrichten

29. März 2017 | 11:30 Uhr

Das Volksbank-Aus in Höki „steht“

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Hoffnung nicht erfüllt Politiker hatten auf Teilzeit-Öffnung gesetzt, doch die Bankfiliale schließt wie geplant Ende März ihre Tore

Jetzt ist es amtlich: die Volksbankfiliale in Hörnerkirchen wird Ende März wie angekündigt und wohl unwiderruflich ihre Tore schließen. Auch ein letzter Rettungsversuch der örtlichen Politik scheiterte. Die Bürgermeister des Amtsbereiches hatten gefordert, dass das Geldinstitut zukünftig zumindest für einen Tag pro Woche in Höki seine Filiale öffnen solle. Doch nach einem Gespräch mit Vertretern der Bank ist klar, dass diese Hoffnung nicht erfüllt wird.

„Es bleibt dabei, dass hier in Hörnerkirchen nur der Geldautomat der Volksbank erhalten bleibt“, fasst Bürgermeister Siegfried Winter das Gespräch zusammen. Noch im Februar hatten rund 50 Bürger vor dem Amtshaus gegen die Schließung der Filiale demonstriert. Mit Schildern wie „Service-Wüste auf dem Dorf?“ und „VoBa muss bleiben“ machten sie unter anderem auf die langen Wege zu den nächstgelegenen Banken aufmerksam. Denn mit der Volksbank verliert das Amt Hörnerkirchen sein letztes verbliebenes Geldinstitut, nachdem die Sparkasse schon 2014 ihre Filiale im Norden des Kreises Pinneberg geschlossen hatte.

Erst im Februar 2015 hatte die Volksbank ihre neuen Räumlichkeiten an der Bahnhofstraße eingeweiht und vorab nach eigener Aussage etwa 400  000 Euro in die Umbauarbeiten investiert. Nun, nur zwei Jahre später, kommt das Aus. Die in der Zwischenzeit gewonnenen Neukunden reichten offenbar nicht aus, das Filialgeschäft rentabel zu machen.

Die etwa 4500 Einwohner des Amtes müssen demnächst auf die Nachbarstädte ausweichen, wenn sie Auge in Auge mit einem Bankmitarbeiter sprechen wollen. „Die nächste Volksbank befindet sich in Barmstedt“, sagt Amtsvorsteher Bernd Reimers. Das sind fast zehn Kilometer Entfernung. Nicht nur aus Sicht von Bürgermeister Winter ein eigentlich unhaltbarer Zustand. Und so wird weiter nach Lösungen gesucht - wobei auch Notlösungen gute Chancen haben.

„Angedacht ist ein Geldbote“, verrät Winter. Der solle von der Volksbank gestellt werden und auf Wunsch „das Geld bis zu den einzelnen Bürgern bringen“. Auch Überweisungen sollen von Hörnerkirchen aus weiter möglich sein. Über das Wie und Wo werde aber noch verhandelt. „Vielleicht im Volksbankgebäude, vielleicht auch in unserem Bürgerbüro“, sagt Winter.

Problematisch ist der Volksbank-Rückzug auch für einige Gewerbetreibende in der Region, die das Bargeld aus ihren Tageskassen nun nicht mehr so einfach abgeben können. „Auch da gibt es noch Klärungsbedarf“, kündigt Winter weitere Gespräche mit der Volksbank an. Eine Zusage gebe es bereits für drei feste Ansprechpartner, die seitens der Volksbank für die Kunden aus Hörnerkirchen telefonisch bereit stehen sollen.

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